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Ernährung & Gesundheit

21. Oktober 2017 | 23:40 Uhr

Brustkrebs : Knoten in der Brust

vom

Etwa jede zehnte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs, Tendenz steigend. Doch auch die Heilungschancen werden größer. Wichtig ist vor allem eine frühzeitige Diagnose.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2012 | 07:55 Uhr

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Todesursache bei Frauen. Pro Jahr sind rund 55.000 Frauen in Deutschland davon betroffen. Das heißt: Etwa jede zehnte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. "Brustkrebs ist grundsätzlich heilbar, solange der Krebs auf die Brust oder auf bestimmte Lymphknoten beschränkt ist", sagt Dr. Horst Ostertag, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Flensburger Diakonissenkrankenhauses. Daher sei die Früherkennung der wichtigste Faktor für die Heilungschancen dieser bösartigen Erkrankung. "Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten gerade bei der Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung enorme Fortschritte gemacht", erklärt Ostertag. Die Zahl der Patientinnen nehme zwar zu, dafür würden die Heilungschancen aber immer besser.
Warum Zellen der Brustdrüse anfangen, sich unkontrolliert zu vermehren und auszubreiten, wisse man nicht genau. Bekannt sei jedoch eine ganze Reihe von Faktoren, die das Risiko für das Auftreten eines Mammakarzinoms erhöhen. Dazu zählen unter anderem: ein gehäuftes Auftreten von Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen in der Familie, frühe erste Periode, später Beginn der Wechseljahre, Kinderlosigkeit, Hormontherapie mit Östrogenen und Gestagenen in und nach den Wechseljahren.
Selbstuntersuchung ist einfach zu erlernen
Übergewicht, insbesondere nach den Wechseljahren, sei wahrscheinlich für ein Drittel aller Brustkrebsfälle verantwortlich, so Ostertag. Gibt es Vorbeugemaßnahmen? "Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und das Vermeiden von Schadstoffen wie Nikotin oder Alkohol bietet zwar keine Gewähr dafür, nicht an Brustkrebs zu erkranken, aber das Risiko kann dadurch verringert werden", antwortet Ostertag.
Besonders wichtig ist die rechtzeitige Diagnose von Brustkrebs. Denn: Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. "Jede Frau sollte auf die Signale ihres Körpers achten und vor allem mit zunehmendem Alter die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen", betont Ostertag. Eine Früherkennungsuntersuchung sei die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust. Sie sei einfach in entsprechenden Kursen zu erlernen.
Behandlung ausschließlich in zertifizierten Brustkrebszentren
Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gibt es das sogenannte Mammographie-Screening. Im Rahmen dieser Reihenuntersuchung haben Frauen im entsprechenden Alter das Recht, jedes zweite Jahr eine Mammographie durchführen zu lassen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. "Mit dem Screening-Programm ist es gelungen, gerade kleinere Tumore ohne Lymphknotenbefall frühzeitig zu entdecken", erklärt Oberärztin Dr. Karin Weidner, verantwortlich für das Mammascreening-Programm in der Stadt Flensburg sowie in den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland. "Die besten Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie des Brustkrebses bestehen für Frauen mit kleinen Tumoren, die nicht ge-streut haben", so Karin Weidner.
"Es ist gesundheitspolitischer Wille, dass die Behandlung ausschließlich in zertifizierten Brustkrebszentren erfolgen sollte", unterstreicht Ostertag. Hier werde nach nationalen wie internationalen Standards diagnostiziert und therapiert. In regelmäßigen Konferenzen werde aus einem Team von Spezialisten für jede Frau eine optimale Behandlungsstrategie vorgeschlagen. Die Operation ist die zentrale Säule der Therapie, sie ist meist der erste Therapieschritt nach der Diagnose Brustkrebs.
Beim Erhalt der Brust, wie heute meist möglich, folgt in der Regel die Strahlentherapie, oft ergänzt von einer medikamentösen Therapie, entweder kurzzeitig als Chemo- oder, beziehungsweise zusätzlich, als Langzeittherapie mit Antihormonen. Unterstützend kommen auch verschiedene naturheilkundliche Verfahren wie die Misteltherapie zur Anwendung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist für viele Frauen zudem der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen.

Risikofaktoren: Bekannt ist, dass längeres Stillen und eine höhere Geburtenzahl das Brustkrebsrisiko senken. Aber dies ist nicht allein ausschlaggebend: Risikofaktoren für Brustkrebs sind auch eine genetische Veranlagung, Hormon-Ersatztherapien in den Wechseljahren und Lebensstilrisiken wie Bewegungsmangel und Übergewicht.

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