Schwangerschaftsdiabetes : Kleiner Test - große Wirkung

Tückisch: Schwangerschaftsdiabetes verursacht zunächst kaum Beschwerden. Tritt er auf, wird die werdende Mutter medizinisch überwacht - und muss eine strenge Diät halten. Foto: dpa
Tückisch: Schwangerschaftsdiabetes verursacht zunächst kaum Beschwerden. Tritt er auf, wird die werdende Mutter medizinisch überwacht - und muss eine strenge Diät halten. Foto: dpa

Erhöhte Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft steigern Risiken für Mutter und Kind. Ab sofort übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für einen Test.

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13. März 2012, 12:37 Uhr

Gesetzlich krankenversicherte Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche haben ab sofort Anspruch auf eine Blutzucker-gestützte Früherkennung von Schwangerschaftsdiabetes. Bisher mussten Frauen den Test auf Schwangerschaftsdiabetes selbst bezahlen müssen. Die Kassen hätten lediglich einen Urinzuckertest bezahlt, wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Organisation DiabetesDE erklären.
Der Urintest sei während der Schwangerschaft jedoch nicht verlässlich. Jetzt erweitert die gesetzliche Krankenversicherung das Leistungsspektrum und übernimmt nun die Kosten für den umfangreichen Blutzucker-gestützten Test. Jede Frau, die nicht bereits vor ihrer Schwangerschaft nachweislich an Diabetes erkrankt ist, hat im Rahmen ihrer gesetzlichen Krankenversicherung ab sofort Anspruch darauf.
Es besteht das Risiko einer dauerhaften Diabetes-Erkrankung
Die sogenannte Gestationsdiabetes zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Allein im vergangenen Kalenderjahr waren laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft ( DDG) rund 24.000 Schwangere betroffen - rund vier Prozent aller Schwangeren in Deutschland. Die Zahl der tatsächlich erkrankten Frauen dürfte nach DDG-Schätzungen aber noch wesentlich höher liegen.
Michael Hummel von der Forschergruppe Diabetes am Helmholtz Zentrum München erklärt die steigende Zahl der Erkrankungen mit der Tatsache, dass Frauen heute später gebären und zudem mehr wiegen als Schwangere in früheren Zeiten. "Frauen gehen mit einem immer höheren Gewicht in die Schwangerschaft, das erhöht signifikant das Risiko, dass diese Blutzuckererhöhungen in der Schwangerschaft typischerweise zwischen der 24. und 28. Woche auftreten", so Hummel.
Werdende Mütter, bei denen der Gestationsdiabetes festgestellt wird, sollten während und nach der Schwangerschaft ärztlich betreut werden. Für werdende Mütter erhöht Schwangerschaftsdiabetes nach Angaben von DiabetesDE das Risiko, Bluthochdruck, Harnwegsinfekte oder Schwangerschaftsvergiftungen zu erleiden. Außerdem hätten Mütter ein erhöhtes Risiko, dauerhaft an Diabetes zu erkranken.
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