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Sportmedizin : Kinesiotape: Das heilende Klebeband

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Während die bunten Klebestreifen vor einiger Zeit noch für wilde Spekulationen sorgten, sind sie heute als kleine Wunderwaffe bekannt in der Sportmedizin.

shz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 05:35 Uhr

Itzehoe | Fußballstar Mario Balottelli trug sie bei der letzten Europameisterschaft auf dem Rücken und auch bei den olympischen Spielen in London waren sie der absolute Renner: Kinesiotapes.
Ein japanischer Chiropraktiker entwickelte den bunten Klebestreifen in den 1970er Jahren, um die körpereigenen Heilungsprozesse zu unterstützen. Die Pflaster, die aus 100 Prozent Baumwolle bestehen und ähnlich dehnbar sind wie die menschliche Haut, stellen die Bewegungsfähigkeit von Muskulatur und Gelenken wieder her. "Durch das Material und den Massageeffekt entspannt sich der Muskel", erklärt Dr. Cornelia-Alexandra Krebs, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin in Itzehoe. Denn der ziehe sich bei Verletzungen zusammen, um das Gelenk zu schonen - eine Art Schutzfunktion des Körpers.

Soforthilfe ohne Nebenwirkungen

Besonders beliebt sind die Kinesiotapes bei Sportlern, die sie als schnelle Lösung bei leichteren Verletzungen nutzen. "Das ist wie eine Art Doping zum Überbrücken." Aber auch Handwerker mit Hexenschuss oder Bürohengste mit verspanntem Nacken lassen sich mit den bunten Pflastern behandeln.
"Besonders gut funktioniert das auch bei Lymphdrainagen", weiß Dr. Krebs. Die Vorteile gegenüber anderen Methoden liegen für die Medizinerin auf der Hand. "Man hat eine sofortige Wirkung direkt nach dem Aufkleben und es gibt keine Nebenwirkungen." Bei ernsthaften Verletzungen oder chronischen Erkrankungen reichen jedoch auch die Klebetapes nicht aus. In solchen Fällen solle man sie eher als unterstützende Therapie anwenden, rät Krebs.
Einmal geklebt, bleiben die Pflaster so lange auf der Haut, bis sie sich nach fünf bis sieben Tagen selbstständig ablösen. Die Kosten variieren - je nach Größe und Aufwand - zwischen zehn und 30 Euro, sie werden aber nicht von der Kasse übernommen. Zwar gibt es mittlerweile auch vorgefertigte Sets zum selber kleben - die Expertin rät jedoch davon ab, diese zu benutzen. "Man muss die Anatomie des Körper genau kennen und wissen, wie man die Tapes setzt. Ansonsten kann man die Beschwerden auch verschlimmern."

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