Früherkennungsuntersuchungen : Kinderärzte halten die "U"s für einen Erfolg

Seit zwei Jahren müssen Eltern in Schleswig-Holstein mit Kleinkindern an den Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen - sonst kann das Jugendamt vor der Tür stehen.

shz.de von
07. April 2010, 05:57 Uhr

Aus Sicht der Ärzte sind die verpflichtenden Checks für Kinder im Alter von drei Monaten bis fünfeinhalb Jahren ein Erfolg. "Es hat sehr viel gebracht", sagt die Sprecherin des Landesverbands der Kinder- und Jugendärzte, Marie-Luise Waack, in Kiel.
Es kämen deutlich mehr Eltern mit ihrem Nachwuchs als vorher. Krankheiten und Entwicklungsverzögerungen könnten so viel schneller entdeckt und behandelt werden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind seit April 2008 mehr als 220 000 Einladungen verschickt worden.
Alle betroffenen Eltern werden vor den Arztterminen angeschrieben
Seit zwei Jahren sind die sogenannten U4 bis U9 für Kinder im Alter von drei Monaten bis fünfeinhalb Jahren verpflichtend. Vorher konnten Ärzte, Jugend- und Gesundheitsämter kaum überprüfen, ob die Eltern mit ihren Sprösslingen tatsächlich zum Kinderarzt gehen und ob es Familien gibt, die Hilfe brauchen und nicht erreicht werden können.
Alle betroffenen Eltern werden vor den Arztterminen vom Landesfamilienbüro in Neumünster angeschrieben. Die Kinderarztpraxis informiert später das Büro, ob die Familie den Vorsorgetermin wahrgenommen hat. Ist dies nicht der Fall, wird ein Erinnerungsbrief verschickt. Kommen die Eltern immer noch nicht, werden die zuständigen Ämter in den Kreisen und kreisfreien Städten informiert, die dann mit den Eltern Kontakt aufnehmen. In der letzten Eskalationsstufe prüft das Jugendamt, welche Gründe es gibt, nicht zur Untersuchung zu gehen und ob es Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohl gibt.

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