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Operationen : Keine Angst vor der Vollnarkose

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Während der OP erwachen und keine Kontrolle haben - dies sind die Ängste vieler Menschen. Doch Narkosen sind heutzutage viel sicherer als in der Vergangenheit.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2012 | 03:09 Uhr

Zugegeben - angenehm ist die Vorstellung von fremden Menschen schlafen gelegt zu werden nicht. Und dennoch ist eine bevorstehende Vollnarkose heute kein Grund mehr, sich zu fürchten. Ist sie gut gemacht, gibt es weder Albträume noch wird dem Patienten hinterher schlecht. Auch die Mär von Menschen, die mitten in einer Operation erwachen, wird von der Realität in deutschen Kliniken Lügen gestraft: Die Ärztezeitung spricht von der Wahrscheinlichkeit 1:14.000, dass ein Patient während eines Eingriffs erwacht.
Die klassische Vollnarkose beeinflusst heute drei wesentlichen Funktionen des menschlichen Körpers: Schmerzempfinden, Bewusstseinszustand und Muskelspannung. Die Patienten verlieren das Bewusstsein und wachen erst wieder auf, wenn sie den Eingriff überstanden haben.

Im Wandel der Zeit

Das war im 19. Jahrhundert schon ähnlich. Anfangs wurde Ether - genauer gesagt Diethylether - als Mittel der Wahl eingesetzt. Seine Dämpfe wirken lähmend auf das Zentralnervensystem, Bewusstsein und Schmerzempfinden schwanden dahin. Aber viele Patienten segelten dabei auch ins Reich der Albträume und ihnen war nach der Operation nicht selten speiübel. Daneben gestaltete sich die Dosierung des Mittels schwierig, kurz gesagt - Ether als Narkosemittel war riskant.
Im Laufe der Jahre gelang es den Medizinern aber Narkosemittel zu entwickeln, die ein geringes Maß an Risiken mit einer hohen Wirkungsrate vereinen. Zumeist werden Schmerzmittel, Schlafmittel und muskelentspannende Medikamente miteinander kombiniert. Daneben wird der Patient ständig durch Geräte überwacht. So ist das Risiko einer Vollnarkose heute auf ein Minimum reduziert. Gesunde Menschen brauchen sich kaum davor zu fürchten. Dennoch ist es für jeden Patienten wichtig, sich vor einem Eingriff genau erklären zu lassen, was der Narkosearzt vorhat.

Manchmal reicht es, nur bestimmte Körperteile zu betäuben

Neben der Vollnarkose kennen viele Menschen aus eigener Erfahrung die lokale Anästhesie. Dabei werden nur bestimmte Regionen des Körpers betäubt, etwa beim Zahnarzt der Backenzahn, der gefüllt werden soll, oder beim Chirurgen eine Wunde, die genäht wird. Es gibt aber auch rückenmarksnahe Regionalanästhesien, bei denen abgehenden Nerven des Rückenmarks betäubt und großen Körperregionen schmerzfrei werden. So ist etwa die sogenannte Peridualanästhesie kurz PDA sicherlich vielen Müttern in guter Erinnerung, weil sie sie während der Entbindung von quälendem Schmerz befreite.
Apropos Schmerzen: Auch die Schmerzbekämpfung nach einer Operation gehört zum Aufgabengebiet des Narkosearztes. Er muss für jeden Patienten bis zum endgültigen Abschluss der Behandlung ein geeignetes Schmerztherapie-Konzept erstellen. So ist eine Operation heutzutage also kein Schreckgespenst mehr, vor dem man sich fürchten muss. Bis der Eingriff überstanden und der Patient wieder gesund ist, lassen sich Schmerzen effektiv behandeln und die gegebenen Risiken für die Gesundheit minimieren. Dennoch: Jede Operation sollte gut durchdacht und besprochen sein, denn nach wie vor ist sie eine Belastung für den Körper - ganz ohne Risiko ist das nie.

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