zur Navigation springen

Kein Spiritus und Filet - Tipps fürs sichere Grillen

vom

Rösrath (dpa/tmn) ? Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen. Das heißt für viele: Grillzeit! Damit das nicht mit Pleiten, Pech und Pannen endet, sollten Grillfreunde auf die Fleischqualität achten und nur zugelassene Anzünder verwenden.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 11:33 Uhr

Rösrath (dpa/tmn) ? Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen. Das heißt für viele: Grillzeit! Damit das nicht mit Pleiten, Pech und Pannen endet, sollten Grillfreunde auf die Fleischqualität achten und nur zugelassene Anzünder verwenden.

Für viele gehört zu einem perfekten Abend bei sommerlichen Temperaturen der Duft von gegrilltem Fleisch, offenem Feuer und Rauch dazu. Auf dem Rost gegartes Gemüse, Salate und Brot runden das Essen ab. Doch nicht alle Zutaten eignen sich. Die wichtigsten Punkte für einen gelungenen Grillabend im Überblick:

Worauf kommt es beim Fleisch an?

«Man sollte nur Fleisch beim Metzger seines Vertrauens kaufen», rät Olaf Seidel vom Grillteam GutGlut in Rösrath, dem Gewinnerteam der Deutschen Grill- und BBQ Meisterschaft 2012 in der Profikategorie. Nur dann wisse man sicher, wo das Fleisch herkommt und ob das Tier artgerecht gehalten wurde. Besonders gut sei Filet, sagt Seidel. Aber auch fettere Stücke wie Nackensteaks oder Spare-Rips eignen sich zum Grillen. Der Vorteil sei, dass sie nicht so schnell austrocknen, ergänzt der Kochbuchautor Sebastian Dickhaut aus München.

Am besten marinieren Verbraucher das Fleisch selbst - zum Beispiel in einer Öl-Kräuter-Soße. Wer bereits marinierte Ware kauft, kann kaum erkennen, welche Qualität und Konsistenz das Fleisch hat. «Bevor ich fertig mariniertes Fleisch kaufe, nehme ich lieber nur Salz und Pfeffer», sagt Dickhaut deshalb. Wird das Fleisch über Nacht mariniert, ist der Geschmack am nächsten Tag intensiver.

Welches Gemüse kann auf den Grill?

Laut Dickhaut kann alles gegrillt werden, was nicht zu viel Wasser enthält und keine lange Garzeit hat. Seidel empfiehlt zum Beispiel, Champignons, Paprikastücke und Mais mit etwas Butter, Salz und Zucker in kleine Alufolienstücke zu packen. Nach etwa 20 Minuten auf dem Grill sind dies Gemüsepäckchen gar. Dickhaut schlägt vor, Aubergine, Kürbis oder Lauchzwiebeln in Öl einzulegen, mit etwas Salz, Zitrone und Kräutern zu würzen und dann zu grillen.

Welche Beilagen eignen sich noch?

Außer mit gegrilltem Gemüse kann man Fleisch unter anderem mit Folienkartoffeln und gegrillten Kartoffelscheiben kombinieren, erklärt Andreas Huberti von der German Barbecue Association (GBA) in Eitorf. Aber auch grüner Salat sowie Nudel-, Kartoffel- oder Reissalat passen zum Grillen. Bei sommerlichen Temperaturen werden allerdings einige Salatzutaten wie Mayonnaise oder Sahne schnell schlecht. «Man kann isolierte Schalen nehmen und diese zusätzlich mit Reflexionsfolie abdecken», sagt Huberti. So wird das Essen für eine gewisse Zeit vor Hitze geschützt. Trotzdem sollte es nicht stundenlang in der Sonne stehen.

Worauf sollte man besonders achten?

Der Grill muss stabil stehen und genügend Abstand zu Kindern, Gästen und brennbaren Materialien haben, sagt Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest. Zum Anheizen sollten nur zugelassene Anzünder verwendet werden. Erst wenn die Kohle durchgeglüht ist, kommt das Grillgut auf den Rost. Um herauszufinden, ob es schon so weit ist, hält man die flache Hand etwa 20 Zentimeter über die Glut und zählt langsam von zehn runter. «Wenn man bei sieben die Hand wegziehen muss, ist die Temperatur optimal», erklärt Seidel. Für den Notfall sollte eine Brandschutzdecke oder Sand zum Löschen in der Nähe sein, rät Beckmann.

Was dürfen Grillfreunde keinesfalls machen?

Auf keinen Fall sollte Spiritus verwendet werden, um die Kohle zu entzünden oder das Durchglühen zu beschleunigen. Denn dabei kann eine gefährliche Stichflamme entstehen. Auch Bier über das Fleisch zu schütten, ist keine gute Idee. Die Glut wird aufgewühlt und setzt sich auf dem Grillgut fest. Die Partikel können der Gesundheit schaden. Außerdem bilden sich durch den aufsteigenden Qualm polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend gelten.

Literatur:

- Stiftung Warentest: Grillen, 224 Seiten, 16,90 Euro, ISBN-13: 978-3-86851-063-8 - Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut: BBQ Basics, GU,0 144 Seiten, 15 Euro, ISBN-13: 9783833821622

Wer einen neuen Grill kauft, hat daher die Qual der Wahl. Strom, Gas oder Kohle? Wann welcher Gerätetyp sinnvoll ist, erläutern Experten.

Holzkohlegrill: Das Fleisch grillt über einer offenen Flamme und bekommt so einen rauchigen Geschmack. Der Grill eignet sich für Gartenbesitzer, die dieses Aroma mögen und viel grillen. Je nach Größe des Grills kann es nach Angaben des Kochbuchautor Sebastian Dickhaupt bis zu einer Stunde dauern, bis die Kohle durchgeglüht ist und das Fleisch aufgelegt werden kann.

Gasgrill: Der Gasgrill ist die bequemere, spontanere Variante des Holzkohlegrills, erläutert Dickhaut. Nach circa fünf Minuten ist der Grill auf Betriebstemperatur, das Fleisch kann aufgelegt werden. Besitzer eines solchen Geräts sollten immer eine volle Gasflasche auf Vorrat haben, sonst kann das Vergnügen ein jähes Ende finden.

Elektrogrill: Sobald der Stecker des Elektrogrills in der Steckdose ist, wird der Heizstab heiß, und das Fleisch kann auf den Rost. Der Grill ist klein und lässt sich überall unterbringen. Daher eignet er sich besonders für einen kleinen Balkon und Menschen, die nur gelegentlich grillen. Das Fleisch bekommt aber keinen rauchigen Geschmack. «Für mich ist der Elektrogrill ein Küchengerät», sagt Dickhaut.

Einweggrill: Für spontanes Würstchengrillen im Park reichen Einweggrills. Dicke Fleischscheiben werden auf dem Wegwerfgrill allerdings nicht gar, weil die Glut nur eine begrenzte Hitze entwickelt und auch nur eine kurze Zeit glüht. Außerdem kann sie nicht erneut entfacht werden. Hier ist Vorsicht geboten: «Die Aluschale wird sehr heiß», warnt Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest. Sie muss auf einem feuerfesten Untergrund stehen. Geeignet sind zum Beispiel Pflastersteine, eine Steinplatte oder ein fester, ebener Sandboden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen