Kauen und Kalorien : Kau' dich schlank - Wie sich Kaugummikauen auf das Körpergewicht auswirkt

<p>Einer Studie der Mayo-Klinik in den USA zufolge wird beim Kaugummikauen die Stoffwechselrate um bis zu 20 Prozent erhöht, wodurch bis zu elf Kilokalorien in der Stunde „weggekaut“ werden können.</p>

Einer Studie der Mayo-Klinik in den USA zufolge wird beim Kaugummikauen die Stoffwechselrate um bis zu 20 Prozent erhöht, wodurch bis zu elf Kilokalorien in der Stunde „weggekaut“ werden können.

Egal ob zur Beruhigung, in Blasenform oder unterm Schuh: Kaugummis begleiten uns ein Leben lang. Dass die süße Masse nicht nur dem Kauvergnügen, sondern auch einer schlanken Linie dient, zeigt eine neue Studie.

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28. Juni 2018, 03:59 Uhr

Verschiedene Studien haben bereits belegt, dass sich das Kaugummikauen positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Dass durch tüchtiges Kauen außerdem auch ein paar Gramm Körpergewicht purzeln können, zeigt jetzt die jüngste Studie zu den „Auswirkungen des Kaugummikauens auf die Gesundheit“: Demnach sorgt das süße Gummi nicht nur dafür, dass der Heißhunger reduziert wird, sondern führt häufig auch dazu, dass zu den Hauptmahlzeiten weniger Kalorien aufgenommen werden. So kann das Kaugummi zu einem treuen Verbündeten im Kampf gegen die Pfunde werden. Werden außerdem Kaugummis mit Pfefferminzgeschmack genossen, verstärkt sich der Abnehmeffekt noch einmal zusätzlich, da die Lust auf Süßes oder Herzhaftes dadurch nachweislich ein wenig gemindert wird.

<p>Was für manche als Touristenattraktion gilt, ist für andere eine eklige Angelegenheit, der manche Städte mit Hochdruckreinigern zu Leibe rücken müssen. </p>
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Was für manche als Touristenattraktion gilt, ist für andere eine eklige Angelegenheit, der manche Städte mit Hochdruckreinigern zu Leibe rücken müssen.

 

Mahlende Kieferarbeit

Übrigens: Ganze 7,7 Prozent der Deutschen greifen täglich zu einem Kaugummi - 20,6 Prozent mindestens einmal in der Woche. Die positiven Nebeneffekte beim fröhlichen Kauen sind vielfältig: Durch die malmenden Kieferbewegungen wird nämlich die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn um bis zu 25 Prozent erhöht und wirkt sich dadurch positiv auf Stressbewältigung, das Konzentrationsvermögen und die Aufmerksamkeit aus. Zusätzlich wird durch die Arbeit der Kaumuskulatur die Reizung des dicht mit Nerven durchzogenen Mundraums angeregt. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass Kaufreudige lieber zur zuckerfreien Variante greifen sollten, da das ständige Beißen auf eine Zuckermasse die Zähne auf langer Sicht angreift. Zusätzlich sind in vielen zuckerfreien Sorten Granulate enthalten, die die Zähne reinigen und so sogar ein bisschen weißer machen können.

Nichts als ein Vorurteil:
Kaugummi verklebt entgegen einer weit verbreiteten Meinung beim Verschlucken nicht den Magen. Im Magen oder spätestens im Dünndarm werden alle verdaulichen Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Zucker, herausgelöst und aufgenommen. Die unverdauliche restliche Masse wird wieder ausgeschieden.

Effektiv gegen Säure

Studien zufolge kann Kaugummi auch Sodbrennen reduzieren, denn beim Kauprozess wird im Mund viel Speichel produziert, der die Schleimhaut der Speiseröhre schützt und die Magensäure verdünnt. Das Stimulieren vom Speichelfluss kann übrigens auch eine positive Wirkung auf die Mundgesundheit haben, denn durch die vermehrte Produktion von Speichel steigt der ph-Wert an und Speisereste und schädliche Säuren können von den Zähnen abgewaschen werden.

<p>Wrigley's Spearmint Kaugummi war in den 1970er und 1980er Jahre sehr beliebt und lieferte mit „Wrigley's Spearmint Gum, Gum, Gum“ einen der bekanntesten Werbejingles aller Zeiten. </p>
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Wrigley's Spearmint Kaugummi war in den 1970er und 1980er Jahre sehr beliebt und lieferte mit „Wrigley's Spearmint Gum, Gum, Gum“ einen der bekanntesten Werbejingles aller Zeiten.

 

Kauend durch die Steinzeit

Und auch wenn einem bei diesem Thema schnell mal schmatzende Jugendliche aus den 90er Jahren in den Sinn kommen, die auf Rollerblades Kaugummiblasen am laufenden Band produzieren und platzen lassen, ist die Kauleidenschaft keineswegs eine zeitgenössische Erfindung: Ausgrabungen haben gezeigt, dass schon Menschen aus der Steinzeit bestimmte Baumharze gekaut haben. Das erste Patent wurde dann allerdings erst im Jahr 1869 in den USA erteilt. Zum Durchbruch verhalf dem Kaugummi eine Vermarktungsidee von William Wrighley Jr., der Backpulver produzierte und jeder Packung zur Verkaufsankurbelung Kaugummi beilegte. Es war ein Riesenerfolg, der Wrighley veranlasste, selbst ins Kaugummi-Geschäft einzusteigen. Heute ist die Firma der größte Kaugummiproduzent der Welt.

Tipp to go für Kaugummi am Schuh oder im Haar: nicht ärgern, einfrieren!

<p>Fast jeder kennt dieses Gefühl: Ist man erstmal in ein Kaugummi getreten, wird man die klebrige Masse nicht ohne Weiteres wieder los. </p>
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Fast jeder kennt dieses Gefühl: Ist man erstmal in ein Kaugummi getreten, wird man die klebrige Masse nicht ohne Weiteres wieder los.

 
  • Kaugummi an der Kleidung oder an Schuhen
    Der Feind eines jeden Kaugummis ist Kälte. Dort wo es kalt ist, bricht jeder Kaugummi sprichwörtlich in sich zusammen - auch wenn er noch so gut klebt. Also auf zum Kühlschrank, einen Eiswürfel in die Hand genommen und den Kaugummi kräftig einreiben, mit einem stumpfen Messer vorsichtig den zerbröckelten Kaugummi herauskratzen und den Rest mit etwas Spüli auswaschen. Wer auf die Schnelle keine Eiswürfel parat hat, kann den Schuh oder das betroffene Kleidungsstück auch direkt in das Gefrierfach legen und den Kaugummi danach einfach abbröckeln. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Die eingefrorenen Sachen können ebenfalls brechen und Schäden im Stoff entstehen lassen.
     
  • Kaugummi im Haar
    Auch wenn es eklig klingt: Hat ein Kaugummi seinen Weg in die eigene Haarpracht gefunden, sollte man nicht verzweifeln, sondern zu Salatöl oder Ernussbutter greifen und diese gründlich in die betroffene Stelle einmassieren. Anschließend kann die ölige Masse mit einem feinen Kamm herausgekämmt und die Haare ausgewaschen werden. Falls es schnell gehen muss und nichts anderes zur Hand ist, hilft auch Nagellackentferner. Einfach vorsichtig den Kaugummi damit behandeln und nach einiger Zeit den Kaugummi herauskämmen. Danach sollten allerdings die Hände und auch die betroffenen Haarstähnen gründlich gewaschen werden.

(Mit Material von obx-Medizindirekt)

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