Wettbewerb : Kampf gegen die kleinen Monster

Das Itzehoer Team (v.l.): Trainerin Franziska Greve, Ingo Teßmer, Karin Beie, Andreas Koeppen, Ingrid Dieckmann, Harald Beltz, Trainerin Iris Geister, Hannes Helms, Kristine Michaelis, Ellen Meckel, Andrea Kölske, Friedrich Heinsen und Trainerin Bärbel Hendle.
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Das Itzehoer Team (v.l.): Trainerin Franziska Greve, Ingo Teßmer, Karin Beie, Andreas Koeppen, Ingrid Dieckmann, Harald Beltz, Trainerin Iris Geister, Hannes Helms, Kristine Michaelis, Ellen Meckel, Andrea Kölske, Friedrich Heinsen und Trainerin Bärbel Hendle.

Itzehoer Team für den Fitness-Städtewettbewerb unseres Verlags nimmt das zwölfwöchige Training auf.

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11. Januar 2015, 07:00 Uhr

Noch sehen sie rot. Gnadenlos hat die Hightech-Waage des Sport-Club Itzehoe (SCI) jedem im Itzehoer Team des Städtewettbewerbs seine Schwächen farblich aufgezeigt – ob das Zuviel an Fettgewebe oder das Zuwenig an Muskelmasse, das Plus bei den Kilos oder das Minus beim Wasserhaushalt. Doch die elf Teilnehmer lassen sich den Humor nicht nehmen: „Ich bin zu klein für mein Gewicht“ oder „Ich bin zu jung für meinen Body-Mass-Index“ wird gewitzelt.

Denn weil sie um ihre Schwachpunkte wissen, sind sie ja dabei. Jeder hat seine eigenen Beweggründe. „Ich möchte eine aktive Oma werden und mich wohl fühlen“, umreißt Ellen Meckel (59) ihr Ziel. Carsten Schlüter (31) hat sich mühsam abgehungerte Pfunde wieder angefuttert. Die sollen nun wieder purzeln. Und bis September will er „fünf Kilometer in unter 25 Minuten“ schaffen. Ingrid Dieckmann (64) möchte leichter und fitter in Rente gehen – „ich hab’ viel vor“. Doch alleine klappt es nicht, sie brauche „die Peitsche“. Auch Harald Beltz kann sich „einfach nicht aufraffen, Sport zu machen“. Vielleicht falle es in der Gruppe leichter, den inneren Schweinehund zu überwinden, hofft er. Hannes Helms setzt ebenfalls auf die Gemeinschaft. Alleine hat es der 56-Jährige schon versucht – mit Laufen. „Total langweilig und ätzend“ sei es gewesen – und unterwegs begegnete ihm kein einziges der viel beschworenen Endorphine. Im Team möchte er diese Glückshormone nun aktivieren.

Zwölf Wochen lang werden die Teilnehmer versuchen, ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen – und zwar möglichst so nah, dass sie insgesamt mehr Kilos verlieren als die Teams aus Glückstadt, Husum, Schleswig, Rendsburg, Neumünster, Pinneberg und Flensburg, mit denen sie bei dem landesweiten Wettbewerb unseres Verlags in Konkurrenz stehen. Unterstützung erhalten sie durch das Online-Portal fitmio.de, wo es Fitness- und Ernährungstipps gibt, und durch Iris Geister, Franziska Greve und Bärbel Hendle vom SCI.

Iris Geister weiß, wie steinig der Weg wird, der vor ihnen liegt, und dass er nach zwölf Wochen nicht zu Ende sein wird. Sie kennt die „kleinen Monster“, die sich einschleichen und einem das Leben schwer machen, die „fiesen Fettzellen“, die dauernd neuen Input verlangen. Denn auch die 47-Jährige war nicht immer so schlank, fit und durchtrainiert wie heute. Sie hatte einige Jahre als „Pummelchen“ hinter sich, bevor sie Bewegung und Ernährung in Einklang brachte. Das sei es, worauf es ankommt. Für sie ist nicht so wichtig, ob ihre „coole Gruppe“ am Ende gewinnt. „Ich möchte, dass alle nach den zwölf Wochen nach Hause gehen und verstanden haben, was ihnen wirklich gut tut – und dass es nur mit Bewegung klappt.“ Schritt für Schritt müsse man sich auf den Weg machen, beim Sport wie bei der Ernährung. Crash-Diäten gingen ebenso nach hinten los wie übersteigerter Ehrgeiz bei der Bewegung. Man dürfe sich nicht mit über 40 an 20-Jährigen orientieren. „Aber inneres Wohlgefühl kann jeder erreichen“, sagt die Trainerin. Und wenigstens in den gelben Bereich ihrer Körperwerte werden die Teilnehmer dabei rutschen.

Ihr Team-Kapitän, Bürgermeister Andreas Koeppen, ist dort als regelmäßiger Läufer schon. Doch beim gemeinsamen Sport mit Aerostep und Theraband war auch er gefordert. Schließlich hatte Bärbel Hendle nach einem Kenner-Blick auf die Analyse-Werte auch bei ihm schnell erkannt: „Es gibt durchaus Ansatzpunkte, wo sich etwas optimieren lässt...“

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