Benefiz-Aktion : Jeder Kilometer zählt fürs Augenlicht

„Start-Hilfe“ erhielt Dietmar Ruhfus (r.) bei der Kick-Off-Veranstaltung am Sonnabend von rund 200 Mitstreitern. Foto: Haulsen
„Start-Hilfe“ erhielt Dietmar Ruhfus (r.) bei der Kick-Off-Veranstaltung am Sonnabend von rund 200 Mitstreitern. Foto: Haulsen

Von Flensburg bis Füssen: Die Augenlicht-Spendentour ist mit 200 Unterstützern zur Sterntour in Eckernförde gestartet.

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17. Juni 2013, 12:05 Uhr

Eckernförde | Hedda (9) und Klaas (6) können mit dem Begriff "Augenkrebs" noch nichts Konkretes verbinden. Sie wissen aber, dass es sich um eine schlimme Krankheit handelt und dass sie mit Dietmar Ruhfus radeln wollen, weil es sich um eine gute Sache handelt. Ganz allein sind die beiden mit ihrer vagen Vorstellung nicht. Selbst Bürgermeister Jörg Sibbel gesteht ein, dass er sich mit dem Thema erst intensiv auseinandersetzen musste."Ich musste auch erst auf das Problem aufmerksam gemacht werden", sagte der Bürgermeister am Sonnabend zur Auftaktveranstaltung der "Augenlicht-Spendentour" in der Förde Sparkasse.
Inzwischen sei die Augenlicht-Spendentour zu seinem persönlichen Anliegen geworden. Zudem unterstütze er die Aufklärungs- und Spendentour, weil er Dietmar Ruhfus als außergewöhnliche Persönlichkeit kennen gelernt habe. Dietmar Ruhfus ist eine Persönlichkeit, die Menschen mitreißen kann. Er hat diese Fähigkeit auch entwickelt, weil das Schicksal ihn durch die Krankheit seines Bruders persönlich betroffen gemacht hat. Thomas Ruhfus ist an Krebs erkrankt; aktuell muss er sich einer Chemotherapie unterziehen, um gegen seinen Knochenmarkkrebs zu kämpfen. Schon als Kind erkrankte er am Augentumor, ein so genanntes Retinoblastom. Das Augenlicht auf seinem rechten Auge konnte nicht gerettet werden, weil man den Krebs zu spät erkannte, weiß Bruder Dietmar. Aus dieser Erkenntnis wuchs sein Wunsch, Menschen über Augenkrebs zu informieren, sie aufzuklären und für frühe Diagnose und Prävention zu werben.

Vorsorge schon bei Kleinkindern

Viel zu wenige Menschen wüssten, dass diese Art des Augenkrebses in der Regel vor dem fünften Lebensjahr auftritt und bei rechtzeitiger Erkennung die Heilungschancen bei über 95 Prozent liegen. Darum wirbt Dietmar Ruhfus für eine verbindliche Vorsorgeuntersuchung bei Kleinkindern. Er unterstützt damit die Kinder-Augenkrebs-Stiftung (KAKS), die ihre Arbeit unter das Motto "Weiß sehen" gestellt hat, weil ein mögliches Zeichen für die Erkrankung eine weiße Pupille bei Blitzlichtaufnahmen sein kann. Für sein Ziel will sich Dietmar Ruhfus auf seiner Spendentour von Flensburg nach Füssen im wahrsten Sinne des Wortes abstrampeln.
Er ist nicht allein: Ulrich Boike von der Förde Sparkasse steht hinter dem Filialleiter aus Vogelsang. "Ein Jahr lang hat Dietmar Ruhfus die Augenlicht-Spendentour vorbereitet und wir haben ihn mit vollen Kräften unterstützt." Für sechs Wochen wird Dietmar Ruhfus von der Arbeit freigestellt, dafür nimmt er seinen Jahresurlaub und die Sparkasse hat den Rest "draufgelegt". Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, weiß Ruhfus genau. Dafür ist er seinem Arbeitgeber sehr dankbar. Chef-Banker Boike hat noch mehr getan. In den Filialen der Orte, die Dietmar Ruhfus auf dem Weg von Flensburg nach Füssen passiert, hat Boike persönlich um Betreuung geworben. "Dietmar Ruhfus wird nicht allein sein. Er wird auf dem Weg viel Unterstützung und viele Freunde finden", ist sich Ulrich Boike sicher.

Spender gesucht

Zur fröhlichen Kick-Off-Veranstaltung am Sonnabend waren rund 200 Mitstreiter gekommen. Ob Groß oder Klein, Radprofi oder Freizeitradler - sie wollten auf jeden Fall bei der ersten Sternfahrt dabei sein, bevor Dietmar Ruhfus seine 1370 Kilometer lange Tour antrat. Nach einem gemeinsamen Frühstück, einer Spende vom Markant-Lebensmittelmarkt, gingen fast 200 Radler im knallig grünen Spendentour-Look auf die Reise und gaben dabei ein auffälliges Bild ab - und genauso soll es bleiben. Auffällig, geschlossen und gemeinsam für mehr Aufklärung, mehr Prävention und mehr Augenlicht.
Die Augenlicht-Spendentour von Dietmar Ruhfus hat inzwischen viele Anhänger; sie braucht auch viele Spender. Darum warb Ruhfus kurz vor dem Start noch einmal für das Mitradeln und Spenden. "Jeder kann mitmachen", unterstrich er noch einmal das Ziel seiner Aktion. 31 Zwischenstopps will er auf seiner Tour einlegen, für die Stiftung werben und Geld sammeln. Informationen zur Streckenführung gibt es unter www.augenlicht-spendentour.de. Die nächste Sternfahrt findet am 29. Juni in Düsseldorf statt.
Spenden gehen auf das Konto mit der Nummer 1902631926 der KinderAugenKrebsstiftung bei der Sparkasse Köln/Bonn (BLZ 370 501 98).

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