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Ernährung & Gesundheit

20. Oktober 2017 | 06:21 Uhr

Mythen und Fakten : Irrtümer über Krebs

vom

Noch immer herrschen falsche Vorstellungen über Tumorerkrankungen. Krebs muss nämlich nicht immer ein Todesurteil sein.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2013 | 09:22 Uhr

Krebs - allein das Wort löst bei vielen Menschen Unbehagen oder Ängste aus. Oft wird es noch immer mit Hoffnungslosigkeit und Unheilbarkeit in Verbindung gebracht. Doch wer glaubt, dass die Diagnose Krebs automatisch ein Todesurteil bedeutet, irrt: So geht die Krebssterblichkeit hierzulande seit Jahren zurück. Während vor 1980 noch mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten an ihrer Krebserkrankung starben, können heute mehr als die Hälfte auf dauerhafte Heilung hoffen.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere falsche Vorstellungen über Tumorerkrankungen. Experten der Deutschen und Amerikanischen Krebsgesellschaften (DKG und AICR) haben die häufigsten Mythen über Krebs zusam-mengestellt:

"Gegen Krebs kann ich nicht viel tun"

Falsch. Studien zeigen, dass Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Fettleibigkeit das Krebsrisiko erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass 27 bis 38 Prozent der Haupt-Krebsarten wie Brust-, Darm- oder Lungenkrebs durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden könnten.

"Nichtrauchen schützt auch nicht."

Doch. Raucher haben ein bis zu 20-fach höheres Risiko für Lungenkrebs als Nichtraucher. Auch Passivrauchen ist gefährlich. So ist beispielsweise der Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Lungenkrebs nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) eindeutig wissenschaftlich belegt.

"Alkohol hat keinen Einfluss auf das Krebsrisiko."

Irrtum. Auch wenn Rotwein als "Gesundbrunnen" gilt: Übermäßiger Alkoholgenuss erhöht das Risiko für bestimmte Krebsarten, etwa Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs sowie Brust- und Leberkrebs. Für Frauen liegt die Grenze bei einem Viertelliter Bier oder einem Achtelliter Wein täglich. Männer sollten höchstens einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein pro Tag trinken.

"Tumore werden durch eine OP erst recht zum Wachstum angeregt."

Falsch. Die Gefahr, dass durch Schnitte und Manipulationen im Operationsgebiet Krebszellen im Körper verstreut werden, ist heute durch verfeinerte OP-Techniken und Behandlungsstrategien äußerst gering.

"Krebspatienten sollten sich möglichst viel schonen."

Stimmt nicht ganz. Zwar können die Erkrankung und die anschließende Therapie körper-lich und seelisch belastend sein. Studien zeigen jedoch, dass moderater Sport gegen krebsbedingte Müdigkeit hilft, die Lebensqualität verbessert und möglicherweise auch ein erneutes Tumorwachstum verhindern hilft.

"Vitamin- bzw. Mineralpräparat verringern das Krebsrisiko."

Schön wärs. Auch wenn in Vitamin D oder andere Nährstoffe viel Hoffnung gelegt wird: Studien konnten einen solchen Zusammenhang bislang nicht eindeutig belegen - im Gegenteil: Nach neuen Erkenntnissen können isoliertes Beta-Carotin oder Vitamin E das Krebsrisiko erhöhen. Den besten Schutz bietet immer noch eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

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