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Kinderkrankheiten : Impfung ist nicht gleich Impfung

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Die meisten Kinder sind heutzutage gegen Kinderkrankheiten wie Mumps und Masern durch eine Impfung geschützt. Ein Grippeschutz ist jedoch nicht für alle zu empfehlen.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2012 | 03:49 Uhr

Neumünster | Mumps, Masern und Röteln - das sind die Erkrankungen, die in der Dritten Welt die hohe Kindersterblichkeit ausmachen, berichtet die Neumünsteraner Kinderärztin Dr. Petra Mahlo. Denn diese Infektionskrankheiten, die vor allem im Kindesalter auftreten - und deshalb zu den Kinderkrankheiten zählen - , verlaufen nicht immer harmlos. Durch Impfungen habe man es geschafft, die Kindersterblichkeit massiv zu senken. "Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, diese Krankheiten auszurotten", betont Petra Mahlo. Und in Neumünster ist man ziemlich gut aufgestellt. "Ich wüßte nicht, dass wir in den letzten Jahren einen Fall von Masern, Mumps oder Röteln gehabt hätten", so die Kinderärztin.
Das liegt vor allem daran, dass die meisten Eltern ihre Kinder impfen lassen. "Wir haben wenig Probleme mit Impfgegnern in der Stadt", betont Petra Mahlo. Die Impfrate ist ziemlich hoch. So ist es auch zu erklären, dass die Kinder die Infektionskrankheiten nicht bekommen, auch wenn vereinzelte Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen. "Das liegt dann nicht daran, dass diese Impfungen nicht nötig sind. Diese Kinder sind dadurch geschützt, dass andere impfen", sagt Petra Mahlo mit Nachdruck. Um auch künftig Krankheitsfälle zu vermeiden, müssen Eltern auch weiterhin ihre Kinder impfen lassen. Im Allgemeinen werden die heutigen Impfstoffe auch gut vertragen. "Es kommt nur sehr selten zu Komplikationen. Wenn, dann handelt es sich um Fieber und eine Rötung oder Schwellung der Impfstelle", erklärt Petra Mahlo. Gegen Mumps, Masern und Röteln werden Kinder frühestens ab einem Alter von zwölf Monaten geimpft. "Davor haben sie Nestschutz", sagt die Kinderärztin. Wenn es möglich ist, sollten alle Kinder gegen diese Kinderkrankheiten geimpft werden.

Ärzte informieren über Impfungen

Anders verhält es sich bei den sogenannten Winterimpfungen. Die Grippeimpfungen, die von Oktober bis Dezember verabreicht werden, sind nicht in jedem Fall zu empfehlen. "Eigentlich werden nur Kinder mit chronischen Krankheiten gegen den Grippevirus geimpft", erklärt Petra Mahlo. Das sei auch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO). Ist das Kind einmal gegen den Grippevirus geimpft, sollte man es auch weiter impfen lassen, da die Grippeviren sich verändern, so die Ärztin. Einige Kinder vertragen diese Impfungen nicht gut, ergänzt sie. So habe man bei der Schweinegrippe oft mit den Nebenwirkungen zu tun gehabt.
Generell empfiehlt die Ärztin, regelmäßige Arztbesuche mit den Kindern. Dort erhalten Eltern von den Ärzten Beratungen zum Thema Impfungen. "Wir versuchen die Eltern sehr früh zu informieren", sagt sie. Der Kontakt unter den Kinderärzten in der Stadt sei ausgesprochen gut. "Wir impfen alle gleich und sind uns einig", berichtet Petra Mahlo. Das sei auch wichtig, denn alle Eltern wollten es richtig machen, und verschiedene Aussagen von Ärzten würden dazu führen, dass die Eltern verunsichert seien.

Informationen rund um das Thema Impfungen gibt es bei Kinderärzten und im Internet zum Beispiel auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts: www.rki.de.

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