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Frühgeburten : Im Einsatz für eine bessere Zukunft

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Welchen Einfluss hat eine zu frühe Geburt auf die Entwicklung des Kindes? Eine Lübecker Studie geht dieser Frage nach und begleitet Frühchen.

Lübeck | Die Forscher der Universität zu Lübeck sind in zahlreiche Netzwerke des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingebunden (BMBF) - unter anderem in das Deutsche Frühgeborenen-Netzwerk (GNN). Das Netzwerk hat am 1. Januar 2009 am Campus Lübeck seine Arbeit aufgenommen. Der Forschungsverbund, zu dem bislang 35 Kliniken aus dem gesamten Bundesgebiet zählen, wird mit 2,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Gegründet wurde das GNN durch die Initiative der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Ungefähr ein Prozent aller Neugeborenen kommen mit einem Geburtsgewicht von 1.500 Gramm zu früh zur Welt. In Deutschland gab es bisher kein langfristig angelegtes neonatologisches Forschungsnetzwerk, in dem die Daten dieser Kinder gesammelt und ausgewertet werden. Das Ziel ist deshalb die Etablierung eines Deutschen Frühgeborenen-Netzwerks, das die Effekte genetischer und klinischer Risikofaktoren, die Einflüsse zentrumsspezifischer Behandlungsstrategien und die Auswirkungen randomisierter Studien auf die langfristige Entwicklung dieser Frühgeborenen untersucht.

Gewonne Erkenntnisse könnten in der Zukunft von Nutzen sein

Die Kleinen werden dabei in ihrer Entwicklung sechs Jahre lang begleitet. Die während dieser Zeit aufgenommenen Daten sollen die Faktoren ermitteln, die sich positiv auf die langfristige Entwicklung von sehr kleinen Frühgeborenen auswirken. Damit führt das Netzwerk die umfassendste Studie zu diesem Thema in Deutschland durch. Falls es gelingt, genetische Risikofaktoren für eine Frühgeburt oder mögliche Erkrankungen zu erkennen, könnten durch eine genaue Untersuchung der Schwangeren Störungen vorbeugend behandelt werden.

Die Effekte von therapeutischen Maßnahmen, die mit einer zu frühen Geburt einhergehen, sollen wie die Bedeutung von sozialen und genetischen Faktoren betrachtet werden. Prof. Dr. Wolfgang Göpel, Neonatologe und pädiatrischer Intensivmediziner der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Campus Lübeck, leitet die Studie. Er geht davon aus, dass im Verlauf der Studie genetische und klinische Faktoren identifiziert werden, die eine Rolle bei Entstehung typischer Erkrankungen von Frühgeborenen spielen. Das Wissen um diese Faktoren kann dann genutzt werden, um beispielsweise schwere Infektionen, chronische Gedeihstörungen und Lungenerkrankungen vorherzusagen und zu behandeln.

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erstellt am 06.Mär.2013 | 09:57 Uhr

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