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Geschichte : «I have a dream»: Amerikaner erinnern an «Marsch auf Washington»

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50 Jahre nach dem historischen «Marsch auf Washington» sind in der US-Hauptstadt erneut Zehntausende Menschen für die Gleichberechtigung der Schwarzen auf die Straße gegangen.

Mit einem Demonstrationszug erinnerten sie am Samstag an die Großkundgebung von 1963, auf der Baptistenprediger Martin Luther King seine berühmte Rede «I have a dream» - «Ich habe einen Traum» - hielt.

Zugleich machten die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass es trotz vieler Fortschritte auch heute noch in den USA Diskriminierungen ethnischer Minderheiten gibt. «Der Kampf muss weitergehen», lautete die Botschaft vieler Redner. Protestiert wurde auch gegen Waffengewalt, Armut und Arbeitslosigkeit. Zahlreiche Bürgerrechtsinitiativen hatten zu der Demonstration am Samstag aufgerufen.

Erst vor kurzem hatte der gewaltsame Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erneut eine Debatte über Rassismus im Land ausgelöst. Der unbewaffnete Martin war im vergangenen Jahr in Florida vom Mitglied einer Bürgerwehr erschossen worden. Der Schütze wurde im Prozess freigesprochen. Auch ein Urteil des Obersten Gerichts löste jüngst Kritik aus. Mit ihm wurden Prozeduren zur Überwachung des ungehinderten Wahlzuganges für alle in mehreren südlichen Bundesstaaten abgeschafft.

Viele Redner knüpften bei der Veranstaltung an die Worte von Martin Luther King an, die zu einem Symbol des Kampfes gegen die Trennung von Schwarzen und Weißen wurden. Dazu gehörte Bürgerrechtler Jesse Jackson. «Träumt weiter», rief er den Menschen vor dem Lincoln-Denkmal zu. Dort hatte damals auch Martin Luther King gesprochen, der dann 1968 von einem Rassisten ermordet wurde.

Justizminister Eric Holder, der Afroamerikaner ist, rief dazu auf, Kings Werk im Namen der Gerechtigkeit fortzusetzen. «Jene, die 1963 marschiert sind, haben einen langen und schwierigen Weg genommen», sagte Holder. «Jetzt, 50 Jahre später, ist ihr Marsch unser Marsch, und er muss weitergehen.»

Ähnlich äußerte sich auch Martin Luther King III., der Sohn des berühmten Bürgerrechtlers. Die Tränen der Eltern von Trayvon Martin erinnerten daran, dass die Hautfarbe viel zu häufig immer noch «eine Lizenz» für Belästigungen, Festnahmen und sogar Mord seien.

Höhepunkt der Feierlichkeiten sind Reden des Präsidenten Barack Obama und der beiden Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton am 28. August, dem eigentlichen Jahrestag.

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erstellt am 25.Aug.2013 | 11:21 Uhr

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