Vielseitigkeit : Herbst ist Kürbiszeit

Kürbisse sind schmackhaft und beliebt. Foto: dpa
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Kürbisse sind schmackhaft und beliebt. Foto: dpa

Die in allen Farben leuchtenden Früchte sind nicht nur zur Dekoration geeignet, sondern auch äußerst gesund. Ein paar Tipps von unserer Seite.

shz.de von
26. Oktober 2012, 06:43 Uhr

Wer kennt sie nicht, die ausgehöhlten und zu Fratzen gearbeiteten Riesenkürbisse, die an Halloween die bösen Geister vertreiben sollen? Die orange-farbenen, gelben, grünen oder weißen Beerenfrüchte sind jedoch nicht nur dekorativ, sondern auch überaus gesund. Das wussten schon die Ur-Einwohner Amerikas, die das Gemüse zur Behandlung von Vergiftungen und hohem Fieber einsetzten. Auch im Mittelalter wurde die harntreibende Wirkung der Gemüsepflanze geschätzt. Warum Kürbis rundum gesund ist:
Kürbisfruchtfleisch
Es steckt voller Carotinoide wie Alpha- und Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin, die nicht nur das Immunsystem und die Sehkraft stärken, sondern auch als krebshemmend gelten. Kürbisfruchtfleisch ist mit 26 Kilokalorien pro 100 Gramm zudem sehr kalorienarm. Durch sein günstiges Natrium-Kalium-Verhältnis wirkt es sanft entwässernd, was besonders Menschen mit Bluthochdruck, Herz- und Nierenschwäche sowie Blasenleiden zugute kommt. Manche Naturärzte empfehlen bei Wasseransammlungen im Körper auch einen Kürbistag. Hierzu ein bis zwei Kilogramm Kürbisfleisch mit etwas Milch oder Sahne zu einem Brei kochen und über den Tag verteilt essen. Kieselsäure stärkt Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel. Eine regelmäßige Kürbismahlzeit kann einen Säureüberschuss des Körpers neutralisieren.
Kürbiskerne
Sie sind besonders reich an Nährstoffen. Phytosterine, pflanzliche Hormone, wirken Entzündungen entgegen und können das Wachstum der Prostata verzögern. Sie gelten daher als ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Prostataleiden. Im Rahmen einer medizinischen Therapie kann - nach Absprache mit dem Arzt - die Einnahme eines höher dosierten Fertigpräparats aus der Apotheke sinnvoll sein.
Dazu merkt unser Experte Prof. Dr. Tillmann Loch, Chefarzt der Urologischen Klinik der Diakonissenanstalt in Flensburg, an: "Es gibt bislang Hinweise aus Studien, dass Kürbiskerne Prostatabeschwerden lindern und den Harnstrahl verbessern können. Daten zur Langzeitwirkung und zum Einfluss auf das Fortschreiten der Beschwerden fehlen jedoch. Eine langfristige und klinisch bedeutende Wirksamkeit wurde also noch nicht nachgewiesen. Ebenso ist bislang unbekannt, welche der Inhaltsstoffe für die Effekte verantwortlich sind."
Kürbiskerne enthalten zudem Omega-3-Fettsäuren, die die Blasenmuskulatur stärken und so einer Blasenschwäche entgegen wirken können. Zink verbessert die Immunabwehr und ist wichtig für die Insulinproduktion, gesunde Haut, Haare und Nägel sowie die Gehirnleistung und Wahrnehmung. Übrigens: Kürbiskerne werden wegen des hohen Gehalts an Cucurbitin, einer Aminosäure, auch als Mittel gegen Bandwürmer eingesetzt.
Kürbiskernöl
Der hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren schützt die Arterien. Squalen reguliert den Cholesterinhaushalt. Das dunkelgrüne Feinschmecker-Öl ist durch seinen hohen Vitamin E-Gehalt gut zur Pflege trockener, rissiger, älterer oder strapazierter Haut geeignet. Auch bei Kopf- oder Muskelschmerzen sind Einreibungen mit Kürbiskernöl einen Versuch wert. Bei Husten etwas Öl mit Zucker karamellisieren und mehrmals am Tag einen Esslöffel einnehmen. Tipp: Da das Kürbiskernöl, das zumeist aus dem steirischen Ölkürbis hergestellt wird, sehr teuer ist, beim nächsten Österreich-Urlaub direkt vom Bauernhof kaufen. Wichtig: Das Öl kühl und dunkel lagern.
Tipps zum Kürbis: Lagerung und Verbrauch

Sommerkürbisse, zu denen auch Zucchini gehören, werden unreif geerntet, besitzen keine oder nur kleine Kerne und können mit Schale verzehrt werden. Wintersorten wie der große Gartenkürbis müssen dagegen geschält werden, lassen sich jedoch auch nach der Ernte ein paar Monate lagern. Ein reifer Kürbis klingt beim Klopfen von außen hohl und hat einen verholzten Stielansatz.


Kürbis vor der Zubereitung immer roh vorkosten. Schmeckt das Gemüse bitter, sofort ausspucken und nicht verwenden! Grund: Cucurbitacine, die vor allem in alten Kulturpflanzen und in allen Zierkürbissen vorkommen, können zu Vergiftungen mit Schweißausbrüchen, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfällen führen.

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