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Zitronenmelisse : Heilpflanze mit vielen Talenten

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Im Mittelalter wurde die Zitronenmelisse gegen unruhige Träume eingesetzt. Heute kennen wir noch viel positive Eigenschaften der Pflanze.

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erstellt am 07.Jun.2013 | 03:01 Uhr

Kiel | Bereits im Mittelalter wurde die Zitronenmelisse gegen unruhige Träume, Melancholie und Hysterie eingesetzt. Für Hildegard von Bingen besaß Melissa officinalis sogar die "Heilkraft von 15 anderen Kräutern". Tatsächlich ist die auch "Herztrost" oder "Bienenkraut" genannte Pflanze ein äußerst vielseitiges und wertvolles Heilkraut. Zu verdanken hat das aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammende Lippenblütengewächs vor allem seinen ätherischen Ölen mit den Hauptbestandteilen Citral und Citronellal, die den Blättern auch den zitronenartigen Geruch und Geschmack verleihen.
Melisse gibt es lose als Teekraut, Tabletten, Dragees, Tropfen, Tinktur oder Salbe in der Apotheke zu kaufen. Hobbygärtner können sie leicht an einem sonnigen Standort selber anbauen. Wichtig: Melisse sollte kurz vor der Blüte (meist Juni-Juli) geerntet werden, da sich sonst die wertvollen ätherische Öle abbaut. Mit den Blättern lassen sich Gemüsegerichte, Suppen, Soßen und Salate verfeinern. Als Heilpflanze hat sich Melisse bei folgenden Beschwerden bewährt:
Gedächtnisschwäche
Getrockneter Zitronenmelisse-Extrakt kann das Lern- und Erinnerungsvermögen stärken. Dies haben britische Forscher der Northumbria University in Newcastle Upon Tyne herausgefunden. Wie Labortests zeigten, erhöhen die Pflanzenwirkstoffe die Aktivität von Acetylcholin - ein Botenstoff, der bei Demenz-Erkrankungen nur in geringen Mengen vorhanden ist.

Nervöse Magen-Darm- und Herzbeschwerden
Bei nervösen Magen-Darm-Leiden hat sich Melissentee bewährt, da er krampflösend wirkt. Hierfür 2-3 Teelöffel Melissenkraut mit einer Tasse heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse frischen Tee trinken. Bei nervösem Herzleiden ebenfalls Melissentee trinken oder frisch zerstoßene Blätter in der Herzgegend auflegen.
Schlafstörungen
Wer abends nicht einschlafen kann, dem hilft ein Gläschen Melissengeist (Vorsicht: Alkohol!). Entspannend und beruhigend wirkt ein Melissen-Bad: Hierzu 50 bis 100 Gramm Melissenblätter mit einem Liter Wasser aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen und ins Badewasser geben. Tipp: Die Zugabe von Lavendelblüten verstärkt die beruhigende Wirkung.

Hautunreinheiten
Bei unreiner und irritierter Haut wirkt Melissentinktur, die morgens und abends auf die betroffene Hautstellen aufgetupft wird. Ebenfalls reinigend ist ein Melissen-Dampfbad. Hierzu eine Handvoll Melissen-kraut mit kochendem Wasser übergießen - befreit gleichzeitig die Atemwege. Tipp: Für klare Haut das Gesicht regelmäßig mit Melissentee waschen.
Erkältungen und Fieberbläschen
Schweißtreibend bei Erkältungskrankheiten wirkt ein Gläschen Melissengeist in einer Tasse heißem Wasser (wegen des hochprozentigen Alkohols nicht für Kinder geeignet!). Bei Herpesbläschen ein frisches Blättchen Minze zerreiben, bis Pflanzensaft austritt und diesen vorsichtig mit dem sauberen Finger oder einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle tupfen. Alternative: Melissensalbe aus der Apotheke besorgen.

Zitronenmelissesirup
Zwei Liter Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen und zwei Kilo Zucker unter Rühren darin auflösen. Drei Handvoll Zitronenmelisseblätter, einen geschälten und in kleine Stücke geschnittenen Apfel, eine kleine, in Scheiben geschnittene Zitrone und 40 Gramm Zitronensäure dazugeben. Zwei Tage ziehen lassen, öfter umrühren. Danach durch ein Sieb und ein Tuch filtern. In Flaschen abgefüllt etwa ein Jahr haltbar.

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