Krebsrisiken : Hautkrebsrisiko Solarium

Wer bis zum 35. Lebensjahr regelmäßig ins Solarium geht, verdoppelt sein Hautkrebsrisiko. Foto: dpa
Wer bis zum 35. Lebensjahr regelmäßig ins Solarium geht, verdoppelt sein Hautkrebsrisiko. Foto: dpa

Sonnenanbeter haben nach dem langen Winter eine harte Zeit hinter sich, was liegt da näher als der Gang ins Solarium? Doch die Röhre ist mit Vorsicht zu genießen.

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19. April 2013, 12:35 Uhr

Brunsbüttel | Lang war er, der Winter. Viel zu kalt und viel zu wenig Sonne. Da ist es nur verständlich, wenn der eine oder andere seine vornehme Blässe mit ein paar Besuchen im Solarium aufpoliert. Sieht ja nicht nur besser aus, sondern ist schließlich auch gut für’s Gemüt. Dass die künstliche Sonne jedoch fatale Folgen für die Gesundheit haben kann, wird oft vergessen. Denn die hochdosierte Strahlung lässt nicht nur die Haut altern, sie ist auch Krebsursache Nummer eins.

"Das Solarium ist der natürliche Feind des Hautarztes", sagt Dermatologe Reinhard Strohe aus Brunsbüttel. Der Grund ist in erster Linie die UV-Strahlung. Denn die ist unter der Röhre wesentlich konzentrierter, als in der natürlichen Sonne. Bei jedem Sonnenbad kann in den Zellen Erbmaterial zerstört werden, das vom Körper repariert werden muss. Geschieht das aber nur fehlerhaft, können sich Krebszellen bilden. "Wer sich bis zum 35. Lebensjahr regelmäßig auf die Sonnenbank legt, verdoppelt sein Hautkrebsrisiko."

Höchstens zweimal pro Monat

Den meisten Sonnenanbetern scheint das nicht bewusst zu sein. Denn: Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Jedes Jahr erkranken rund 224.000 Menschen daran, Tendenz steigend. Grund dafür sei laut Strohe vor allem das veränderte Freizeitverhalten. "Wir halten uns viel mehr in der Sonne auf und machen überwiegend Sportarten, die draußen stattfinden." Auch der Gang ins Solarium sei ein relativ junges Phänomen, bei der die Eitelkeit meist die Vernunft verdrängt. "Braun zu sein ist nicht gesund - es ist lediglich eine Mode erscheinung", warnt Strohe.

Zwar braucht der menschliche Körper Sonne, um Vitamin D zu produzieren - dafür reichen jedoch schon 15 bis 20 Minuten Tageslicht am Tag aus, selbst bei bewölktem Himmel. Wer trotzdem nicht auf die künstliche Sonne verzichten kann, sollte die Zahl der Sonnenbäder auf höchstens zwei pro Monat begrenzen und auf die Wahl des richtigen Studios achten.

Empfindliche sollten der "Röhre"fern bleiben

Nach einer neuen europaweiten UV-Schutzverordnung, die letztes Jahr in Kraft getreten ist, darf die Strahlungsintensität im Solarium nur so hoch sein, wie die höchste natürliche Strahlung - mittags am Äquator zum Beispiel. Mitarbeiter sollten außerdem bei jedem neuen Kunden zuerst eine Analyse des Hauttyps und eine ausführliche Beratung durch durchführen. Wer sehr helle Haut hat und zu Sonnenbrand neigt (Hauttyp I und II) sollte auf künstliche Sonne verzichten, Jugendliche unter 18 Jahren dürfen gar nicht auf die Sonnenbank und auch die Einnahme von Medikamenten kann zu einem Solarium-Verbot führen.

Das Einhalten dieser Standards, warnt Strohe, werde jedoch oft nicht ausreichend kontrolliert, veraltete Zertifikate nach Kriterien des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sind durch die neue Verordnung nicht mehr gültig. Kunden sollten sich deshalb vorab genau informieren und auf qualifiziertes Personal sowie die Kennzeichnung der Geräte achten.

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