zur Navigation springen

Erste Untersuchung : Hauterkrankungen bei Neugeborenen

vom

Bei Neugeborenen sind Hautveränderungen keine Seltenheit. Einige sind normal und verschwinden von selbst. Andere erfordern einen Arztbesuch.

shz.de von
erstellt am 01.Mai.2013 | 11:01 Uhr

Die Haut von Neugeborenen ist besonders empfindlich. Darum sind an ihr oft Veränderungen zu bemerken. Doch nicht alle erfordern eine ärztliche Behandlung.

Neurodermitis


"Der Aufbau der Haut des gesunden Neugeborenen entspricht noch nicht ganz dem älterer Kinder und Erwachsener", erklärt Dr. Regina Fölster-Holst, Dermatologin im Universitätsklinikum in Kiel. Die Hornhaut sei dünner und weise einen erhöhten Wasserverlust auf. "Klassisches Beispiel einer Hauterkrankung mit Störung der epidermalen Barriere ist die Neurodermitis, die durch besonders trockene Haut gekennzeichnet ist." Trockene Haut ist anfälliger, bildet Risse und macht es Krankheitserregern und Bakterien leichter, einzudringen. "Pflegemaßnahmen können die Hautbarriere verbessern, was besonders bei der Neurodermitis zu berücksichtigen ist", sagt Fölster-Holtz. Neurodermitis tritt erst ab dem 3. Lebensmonat auf. Erkennbar ist sie an Schorf auf den Wangen und am Kopf. Bei der Ausbildung einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist ein Arztbesuch notwendig. Hat ein Kind Neurodermitis, liegt in der Regel eine Atopie vor, also eine ungewöhnliche Bereitschaft allergisch auf Umwelteinflüsse zu reagieren. Auch Heuschnupfen gehört beispielsweise zu den Symptomen einer Atopie.

Leichte Akne


Eine leichte Akne ist zunächst nicht bedenklich. Sie ist bei Neugeborenen weit verbreitet. "Erkennbar ist sie an kleinen Pusteln im Gesicht und Halsbereich", führt Fölster-Holtz aus. Die Pickel sollten nicht behandelt oder ausgedrückt werden. Normalerweise erholt sich die Haut von selbst wieder. "Wenn die Beschwerden länger andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden", rät die Dermatologin.

Rötung der Haut


Bei einer Erythrodermie sind einige Stellen des Körpers gerötet. Es kann auch der ganze Körper betroffen sein. "Innerhalb der ersten zwölf Stunden kann ein Neugeborenes bei völligem Wohlbefinden am ganzen Körper verteilt Rötungen entwickeln, innerhalb dieser Rötung findet man kleine Pusteln oder Papeln", sagt Fölster-Holst. "Es ist das typische Neugeborenenexanthem. Es ist jedoch nicht toxisch, sondern eher als Anpassungsschwierigkeiten an die neue Umgebung anzusehen." In der Regel heilt es nach wenigen Tagen ab. Sollte dies nicht geschehen, ist ein Arztbesuch notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Blutschwämmchen


Blutgefüllte Knötchen werden Blutschwämmchen genannt. "Sie sehen aus wie eine rote Himbeere und sind leicht zu erkennen", erklärt die Expertin. Ein Neugeborenes hat sie nie von Geburt an, sondern sie entstehen in den ersten Lebenstagen. Bis zum sechsten Lebensmonat können sie anwachsen, dann verschwinden sie von allein wieder. Wenn die Knötchen an Stellen wie Ohr, Auge oder Genitalien auftreten, sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden. Denn dort können sie Folgeerkrankungen (wie beispielsweise eine Blindheit) auslösen. Eine Behandlung ist aber sehr gut möglich.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen