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Abnehm-Wettbewerb : Hauchdünn den Sieg verpasst

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Schleswiger Team muss sich beim Abnehm-Städtewettbewerb nur Neumünster geschlagen geben. In elf Wochen purzelten 166 Kilo.

von
erstellt am 25.Mär.2015 | 12:51 Uhr

Sie waren im Gefühl des sicheren Sieges nach Büdelsdorf gefahren. Doch am Ende musste sich die Schleswiger Mannschaft um Kapitän und Bürgermeister Arthur Christiansen gestern Abend mit Platz zwei im landesweiten Abnehmwettbewerb zufrieden geben. Auf der Zielgeraden war sie noch vom Team aus Neumünster abgefangen worden, wie das abschließende Wiegen im Druckzentrum des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags ergab. Die Schleswiger Mannschaft, die Anfang Januar mit einem Gesamtgewicht von 1295,7 Kilo in den Wettkampf mit sieben anderen Städteteams aus dem Lande gegangen war, brachte gestern noch 1129,3 Kilo auf die Waage und hat damit innerhalb von elf Wochen 166,4 Kilo abgeschmolzen – 12,84 Prozent des Gesamtgewichts. Zwar verloren die Neumünsteraner „nur“ 157,3 Kilo, doch in der maßgebenden prozentualen Wertung lagen sie mit einem Minus von 13,02 Prozent hauchdünn vorn.

Immerhin stellt Schleswig mit Rainer Herold den Einzelsieger. Er war mit stolzen 137,9 Kilo in den Wettbewerb eingestiegen und wog gestern nur noch 112,6 Kilo – so viel Gewicht hat sich kein anderer der insgesamt 88 Teilnehmer von den Rippen geschwitzt.

Und auch Arthur Christiansen konnte sich über einen persönlichen Triumph freuen. Keiner der anderen Verwaltungschefs hatte so viel abgespeckt wie er – nämlich 11,3 Kilo. „Wir haben, das Ziel, alle drei Titel zu holen, knapp verpasst. Aber trotzdem ist alles gut“, sagte Christiansen nach der Siegerehrung – und schob sich einen Müsli-Riegel in den Mund.

Nach den anstrengenden elf Wochen hatten die Teilnehmer allen Grund, sich feiern zu lassen und auch das Buffet zu genießen, das nach dem offiziellen Teil des Abends eröffnet wurde. Dort zeigte sich allerdings schnell, dass die Wochen mit Sport und gesundem Essen nicht nur die Figuren der Teilnehmer verändert haben, sondern auch ihr Denken: Statt kalorienreicher Getränke und fetter Speisen waren trotz der langen Zeit voller Entbehrungen eher Wasser und mageres Fleisch gefragt. Die Übungseinheit mit Claudia Dippel von der Innungskrankenkasse zum Thema „Gesundheit, Ernährung und Bewegung“ hätten die Teilnehmer des Wettbewerbs eigentlich nicht mehr gebraucht, zumal die Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet war: Während das Buffet aufgetragen wurde, waren dann doch einige Zwischenrufe wie „Wir haben Hunger“ und „Wo ist das Bier?“ zu hören.

Es war schon eine gehörige Portion Disziplin notwendig, um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, sondern gesund zu essen und sich ausgiebig zu bewegen. Eine große Hilfe auf diesem Weg war das Sport- und Gesundheitszentrum Klimmzug in Schleswig. Chefin Martina Pilarczyk und Trainer Andre Wiebe leiteten nicht nur das Training mit Sachkunde, Konsequenz und Augenmaß, sondern waren auch immer zur Stelle, wenn jemand Probleme hatte oder die Motivation nachzulassen drohte. Welch starken Ehrgeiz das Schleswiger Team entwickelte, zeigte sich an der Anzahl der Sportstunden. Vorgesehen war zunächst nur eine Einheit pro Woche – letztlich aber strampelten sich die Teilnehmer jeden zweiten Tag auf dem Spinning-Rad oder auf dem Crosstrainer ab. Und gestern, kurz vor dem finalen Wiegen, wurde in der Sauna noch einmal richtig geschwitzt.

Ganz so konsequent wird es nach Ende des Wettbewerbs sicher nicht weitergehen. Das gibt auch Rainer Herold zu. Der Einzelsieger sagt aber auch: „Für mich gibt es keinen Weg zurück. In meinem Kopf hat es klick gemacht, ich habe inzwischen begriffen, was gut für mich ist.“ Zu Beginn verursachten zehn Minuten Spinning einen hochroten Kopf und Atemnot – am vergangenen Sonnabend absolvierte er ohne große Probleme zwei Stunden am Stück. Und ein Check beim Arzt ergab, dass Blutzucker, Fettwerte und EKG inzwischen wieder im normalen Bereich sind. „Die erste Zeit war schwer“, gibt Rainer Herold zu, „inzwischen ist es kein Problem mehr, Wasser statt Cola zu trinken, die Schokolade durch einen Apfel zu ersetzen und abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen.“ Und es tut ihm auch sehr gut, wenn Bekannte sich anerkennend äußern. „Mein Weg ist noch längst nicht zu Ende“, sagt der 42-Jährige. Zu seiner aktiven Handballzeit hat er einmal 90 Kilo gewogen – und die will er wieder erreichen.

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