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Freizeit : Handtaschen-Weitwurf-Bundestrainer: Frauen müssen loslassen können

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Handtaschenweitwurf ist Spaß, aber auch eine echte sportliche Herausforderung - das sagt Jens Vatter, Sportökonom und Fitnesstrainer.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Als «Bundestrainer» achtet er darauf, dass die Teilnehmer der Bottroper Weltmeisterschaft im Handtaschen-Weitwurf lernen, wie das Täschchen möglichst weit fliegt - und zwar ganz ohne Taschen-Doping, wie er in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa sagt.

Frage: Die Bundesliga ist gerade losgegangen, die Leichtathletik-WM läuft - haben wir damit nicht genug sportliche Großereignisse?

Antwort: Man kann nie genug Sportereignisse haben. Der Clou an der Handtaschen-Weitwurf-WM ist ja auch gerade, dass bei uns nicht die großen Stars an den Start gehen, sondern dass sich jeder aufgerufen fühlen konnte, sich für ein Land zu bewerben. Leute, die sonst nicht im Rampenlicht sind, aber gerade an der Handtasche zeigen können, was sie drauf haben, rücken bei uns in die erste Reihe.

Frage: Aber mal ehrlich: Handtaschen-Weitwurf-Weltmeisterschaft in Bottrop - das klingt eher nach einem Scherz.

Antwort: Eine Gaudi ist auf jeden Fall dabei. Aber für mich als Bundestrainer steht der sportliche Wettbewerb im Vordergrund. Viele kommen zwar aus reinem Spaß, aber sobald sie an der Handtasche sind, fangen die Augen an zu leuchten. Dann heißt es: Jetzt will ich auch gewinnen.

Frage: Wie viel Sportlichkeit müssen Teilnehmer mitbringen, um die Handtasche erfolgreich zu schleudern?

Antwort: Hammer- oder Diskuswerfer sind natürlich klar im Vorteil. Andererseits ist eine Handtasche natürlich von den Maßen her nicht genormt. Deshalb kann es auch sein, dass jemand, der eigentlich ein guter Werfer ist, mit dem Flattern der Handtasche und dem langen Trageriemen nicht gut zurechtkommt.

Frage: Handtaschentragende Frauen oder athletische Männer: Wer meistert die Aufgabe besser?

Antwort: Bei Frauen ist sicher vorteilhaft, dass sie das Wurfgerät kennen. Gleichzeitig sind sie im Nachteil, denn es geht darum, auch loslassen zu können, damit die Handtasche überhaupt fliegt - das ist für die ein oder andere durchaus nicht leicht. Kraftvorteile liegen bei den Männern. Deswegen müssen sie auch eine Zwei-Kilo-Handtasche bewältigen, die Damenhandtaschen sind nur halb so schwer.

Frage: Für die zweite WM haben Sie einen Anti-Doping-Beauftragten eingeführt. Machen Betrüger selbst vor so einem jungen Sport wie Ihrem keinen Halt?

Antwort: Aktuelle Dopingfälle in der Leichtathletik zeigen: Die Gesundheit der Athleten muss geschützt werden - auch im Freizeitsport. Es darf auch nicht zu viel Alkohol im Spiel sein, um für ein ruhiges Händchen zu sorgen. Es geht aber auch um den Schutz vorm Doping des Wurfgeräts. Der Anti-Doping-Beauftragte sorgt dafür, dass keine kleinen Propeller oder Ähnliches die Handtasche weiter fliegen lassen - und dafür, dass das Gewicht der Handtasche stimmt.

Homepage WM Handtaschen-Weitwurf

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