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Ernährung & Gesundheit

16. Dezember 2017 | 14:18 Uhr

Epilepsie-Tag : Gewitter im Gehirn

vom

Das Epilepsie-Zentrum am UKSH informiert am "Purple Day" detailliert über die Krankheit. In Schleswig-Holstein leiden 25.000 Menschen an Krampf-Anfällen.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2013 | 02:33 Uhr

Kiel | Fachärzte des Epilepsiezentrums am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) informieren am weltweiten Epilepsie-Tag ("Purple Day") am kommenden Dienstag, 26. März, von 9 bis 20 Uhr im Kieler Citti-Park über epileptische Anfälle und Epilepsien. Rund 25.000 Schleswig-Holsteiner leiden nach Angaben des UKSH unter epileptischen Anfällen, etwa 1.500 Menschen erkranken jedes Jahr neu daran. Epilepsie gehört damit zu einer der häufigsten Erkrankungen des Gehirns.

Dabei kommt es zu plötzlicher und gleichzeitiger Entladung von Neuronengruppen im Gehirn, die unter anderem zu Bewusstseinsveränderungen führen kann. Auch Krampfanfälle sind in der Bevölkerung als Symptome bekannt. Bei einem Großteil der Betroffenen ist durch moderne Medikamente eine gute Kontrolle der Anfälle ohne ausgeprägte Nebenwirkungen möglich. Bei etwa einem Drittel der Patienten gelingt es jedoch nicht, eine dauerhafte Anfallsfreiheit zu erreichen.

Ein Thema, über das oft geschwiegen wird

Für diese Menschen gibt es spezialisierte Epilepsieambulanzen wie im Epilepsiezentrum Kiel für Erwachsene in der Klinik für Neurologie am UKSH, Campus Kiel. Dort erhalten Betroffene individuelle Beratung zu wichtigen Lebensfragen wie Beruf, Verhütung und Schwangerschaft, Autofahren, Reisen und Sport, aber auch zu Behandlungsmöglichkeiten bei schwer behandelbaren Epilepsien, wie durch neue Medikamente, Epilepsiechirurgie, Tiefe Hirnstimulation oder Vagusnervstimulation.

Für Betroffene, bei denen noch unklar ist, ob sie Epilepsie haben, oder bei denen unter mehrfachen medikamentösen Kombinationsbehandlungen keine Anfallsfreiheit erreicht werden konnte, besteht zudem die Möglichkeit einer mehrtägigen Video-EEG-Ableitung auf der Epilepsie-Monitoring-Unit (EMU), um anfallsverdächtige Ereignisse und epileptische Anfälle zu beurteilen. Obwohl Epilepsien häufig sind, wird nur wenig darüber gesprochen. Desinteresse, Verunsicherung und Angst führten zu vielen Vorurteilen, unter denen die Betroffenen leiden. Der internationale Epilepsie-Tag (Purple Day) soll dazu beitragen, dass sich in der Bevölkerung mehr Verständnis für die Probleme von Menschen mit Epilepsien entwickelt.

Wie äußert sich ein epileptischer Anfall?

Eine plötzliche Ohnmacht kann ein Anzeichen sein. Um zu unterscheiden, ob dies epileptisch oder kreislaufbedingt war, nennt der Berufsverband Deutscher Neurologen Merkmale. Dauerte die Ohnmacht nur Sekunden, war vermutlich der Kreislauf schuld. Ein starkes emotionales Ereignis oder langes Stehen können Auslöser sein. Kurz vorher wird vielen Menschen schwarz vor Augen, sie fühlen sich schwach. Anschließend sind sie wieder voll wach und orientiert.

Epileptische Anfälle dauern dagegen nach Angaben des Verbands oft einige Minuten. Vorboten könnten plötzliche Sinnestäuschungen sein. Es könne zu Stuhl- und Harnverlust kommen. Betroffene seien danach oft verwirrt und schläfrig. Zuckungen sind in beiden Fällen möglich. Bei der harmlosen Kreislaufstörung dauert das Zucken aber nur kurz und verläuft asynchron. Beim epileptischen Anfall verlaufen die Krämpfe eher synchron.

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