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Ernährung & Gesundheit

19. Oktober 2017 | 02:21 Uhr

Gesundheitsschäden durch Tattoos

vom

Dauerhafter Hautschmuck ist beliebt. Doch häufig enthalten Tattoos und Permanent Make-Up Nickel, auf das viele Menschen alllergisch reagieren.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 12:39 Uhr

Bereits etwa neun Prozent der Deutschen tragen dauerhaften Hautschmuck. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt nun allerdings vor chronischen Gesundheitsschäden durch Tattoos und Permanent Make-Up. Der Grund: Die verwendeten Mittel für Tattoo und Permanent Make-Up enthalten häufig Nickel. Das Metall kommt auch in vielen anderen Produkten wie Lebensmitteln, Schmuck, Piercings, Lederwaren und Farben vor. Selbst im Zahnersatz und in Körperimplantaten ist es enthalten.
Die Sensibilisierungsrate von Nickel als Kontaktallergen ist extrem hoch, das bedeutet, der Körper reagiert sehr schnell mit einer unangemessen starken Immunantwort auf den Stoff und entwickelt dann eine Überempfindlichkeit. Hat sich eine Nickelallergie etabliert, äußert sie sich bei Kontakt mit dem Stoff durch Hautrötungen, Schwellungen, Jucken oder Bläschenbildung bis hin zu schweren Hautveränderungen wie beispielsweise die Bildung eines Granuloms.

Kontrollen nicht vorgeschrieben

BfR-Präsident Andreas Hensel warnt in diesem Zusammenhang vor dem unkontrollierten Nickelgehalt bei Tattoos: "Weil sich immer mehr Menschen ein Tattoo stechen lassen, ist zu erwarten, dass die Rate von Nickel-Allergien in den kommenden Jahren zunehmen wird." Dabei ist Nickel gar nicht notwendigerweise Bestandteil der Farbpigmente oder der Trägermittel. Oft gerät es auch einfach als Verunreinigung ins Arbeitsmaterial. Auf der Liste der Inhaltsstoffe ist es dann nicht erkennbar. Während in Kosmetika nur Spuren von Nickel enthalten sein dürfen und es dafür auch Kontrollen gibt, sind ähnliche Kontrollen bei Tattoos und Permanent Make-Up noch nicht vorgeschrieben. Das BfR hat deshalb bereits einen Kriterienkatalog zur Prüfung der Sicherheit von Tätowiermitteln erarbeitet.

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