Rückenschonende Arbeit : Gesundes Gärtnern

Ergonomische Gartengeräte machen die Arbeit an der frischen Luft zur Freude. Foto: Fotolia
Ergonomische Gartengeräte machen die Arbeit an der frischen Luft zur Freude. Foto: Fotolia

Ohne Pause das Beet umgraben ist pures Gift für den Rücken. Beachtet man Kleinigkeiten, kann man jedoch eine entspannte und gesunde Zeit im Garten verbringen.

shz.de von
12. Juli 2012, 03:44 Uhr

Viele Menschen geben den Garten als ihr Hobby an und verbringen viele Stunden mit unterschiedlichsten Tätigkeiten im Grünen. Das führt allerdings häufig auch zu Rückenbeschwerden, zu denen wir es mit den folgenden Tipps gar nicht erst kommen lassen wollen.
1. Am wichtigsten ist eine gerade Rückenhaltung. Bei allen aufrechten Arbeiten wie Graben, Fegen oder Rechen hilft eine Schrittstellung und leicht gebeugte Knie.
2. Kleine Fußbänke auf die man ein Bein stellen kann oder hohe Hocker mit einer kleinen Sitzfläche beugen einem Hohlkreuz beim längeren Stehen vor.
3. Beim Unkraut jäten kann der Oberkörper gerade gehalten werden, indem man ein Bein im rechten Winkel aufstellt.
4. Wer in die Hocke geht, den Gegenstand mit gestreckten Armen umfasst und aus der angespannten Bauchmuskulatur anhebt, kann auch schwere Sachen rückenschonend bewegen.
5. Beim Tragen sollte das Gewicht auf beide Arme verteilt werden. Also lieber zwei kleine Eimer nehmen, als einen großen.
6. Es gibt mittlerweile gute ergonomische Gartengeräte im Handel, die weniger Kraftaufwand benötigen als herkömmliche Produkte. Besen, Rechen und Ähnliches sollte möglichst einen langen Stiel haben, damit man sich nicht vorzubeugen braucht.
7. Die Gartenarbeit zwischendurch immer wieder unterbrechen. Recken, strecken und leichtes Dehnen lockert die Muskulatur.
8. Besonders bei nasskalten Wetter verspannt die Muskulatur der Wirbelsäule leicht, was zu Schmerzen führen kann. Also lieber Kälte und Feuchtigkeit meiden und auf wärmere Temperaturen warten.
9. Schon bei der Gartengestaltung kann man etwas für den Rücken tun. Hochbeete lassen sich sehr praktisch im Stehen bepflanzen und pflegen. Auch mehrjährige Stauden oder Sträucher sind weniger arbeitsintensiv und trotzdem schön.
10. Wer sich regelmäßig Arbeitspausen in einer guten Gartenliege gönnt, der entlastet Rückenmuskeln und Bandscheiben. Häufiger Wechsel der Körperhaltungen tut unserem Rücken gut. Langandauernde oder einseitige Bewegungen sind dagegen Gift. Also lieber nicht zwei Stunden Beete umgraben oder jäten am Stück.
Tetanus: Eine echte Gefahr
Der Tetanuserreger stammt aus dem Darm verschiedener Tierarten und gelangt durch die Exkremente ins Erdreich. Beim Arbeiten im Garten ist schnell eine Schürf- oder Schnittwunde passiert und der Erreger gelangt in den Körper. Die Inkubationszeit liegt zwischen drei Tagen und drei Wochen. Es treten zuerst grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerz, Muskelschmerzen und Ermüdungserscheinungen auf. Danach kommt es zur krampfartigen Starre der Muskulatur. Im weiteren Verlauf können lebensbedrohliche Herzkreislauf-Komplikationen und ein Aussetzen der Atmung auftreten.
Einen sicheren Schutz vor Wundstarrkrampf bietet nur die Impfung. Nach einer Grundimmunisierung wird nur eine Spritze für die nächsten zehn Jahre benötigt. Überstandene Erkrankungen machen nicht immun, man kann immer wieder an Tetanus erkranken. In Deutschland traten in der Vergangenheit weniger als 15 Tetanusfälle im Jahr auf. Betroffen waren überwiegend ältere Menschen mit unzureichendem Impfschutz.

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