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Ernährung & Gesundheit

17. Oktober 2017 | 06:38 Uhr

Kräuterkunde : Gesunder Bärlauch

vom

Laut Naturheilkundlern ist die Bärlauch-Pflanze sehr gesundheitsfördernd -und anders als bei Knoblauch hinterlässt sie keine so starke Geruchsfahne.

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2013 | 12:33 Uhr

Im Frühling hat er wieder Saison: Der Bärlauch (Allium ursinum) wächst vor allem in schattigen feuchten Laubwäldern. Erkennbar ist er an seinem Knoblauchgeruch, was ihm den Namen "Waldknoblauch" eingebracht hat. Dieser ist mit den ersten zarten Blättern noch wenig ausgeprägt, wird aber spätestens mit Erscheinen der weißen sternenförmigen Blüten im Mai immer intensiver. Bärlauch ist jedoch nicht nur ein delikates Gemüse und Gewürz, sondern auch ein Heilmittel.

Das wussten bereits die alten Germanen, die dem Bärlauch einst seinen Namen gaben. So waren die grünen Blätter früher oft die erste Mahlzeit der Bären, wenn diese aus dem Winterschlaf erwachten. Nachdem das Wissen um seine gesundheitsfördernden Wirkungen lange Zeit in Vergessenheit geraten war, erlebt die in Mittel- und Westeuropa beheimate Pflanze als Naturheilmittel seine Renaissance.

Dem Knoblauch überlegen

Wie sein Verwandter, der Knoblauch, enthält Bärlauch wertvolle Inhaltsstoffe - darunter schwefelhaltige Substanzen, die ihm auch seinen typischen Geruch verleihen. Diese verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, wirken leicht gefäßerweiternd, senken den Blutdruck und die Blutfettwerte und können einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) vorbeugend helfen. Außerdem wirken seine Inhaltsstoffe anregend auf die Magenschleimhäute, Nieren und Galle und hemmen das Wachstum schädlicher Bakterien im Darm. Obwohl sie noch nicht hinreichend untersucht worden sind, schätzen viele Naturheilkundler seine gesundheitsfördernden Wirkungen noch höher ein als die des Knoblauchs.

Zudem soll Bärlauch verträglicher sein und keine so starke "Geruchsfahne" hinterlassen. Für die Küche kann auch die Zwiebel wie Knoblauch verwendet werden. Am häufigsten kommen jedoch die Blätter zum Einsatz. Diese eignen sich insbesondere als Beigabe in Salaten, Brotaufstrichen oder Suppen. Man kann sie auch gekocht wie Spinat zubereiten. Dann jedoch nicht zu lange erhitzen, da sonst viel von den positiven Eigenschaften verloren geht. Die Blätter am besten einfrieren, weil sich Bärlauch nicht zum Trocknen auf Vorrat eignet.

Nicht nur im Wald zu finden

Da die Erntezeit kurz ist (je nach Region zwischen März und Juni), sollte man die Gelegenheit nutzen, Bärlauch als Würz- und Heilmittel kennenzulernen. Vorsicht ist angesagt, wenn man im Wald selbst nach Bärlauch suchen will: Seine Blätter können leicht mit denen des giftigen Maiglöckchens verwechselt werden! Am besten ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben. Verspürt man dann einen intensiven Knoblauchgeruch, handelt es sich eindeutig um Bärlauch. Wer sicher gehen möchte, kauft Bärlauch auf dem Wochenmarkt oder pflanzt ihn selbst im eigenen Garten an einem feuchten und schattigen Platz an. Alternative sind Nahrungsergänzungen mit Bärlauch, die in Apotheken und Reformhäusern angeboten werden.

Rezepte mit Bärlauch

Bärlauch-Pesto: 50 Gramm junge zerkleinerte Bärlauchblätter mit 2 Knoblauchzehen, 2 EL Pinien-, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen, 50 Gramm geriebenem Parmesan oder Peccorino, etwas Salz und gemahlenem Pfeffer pürieren und mit kalt-gepresstem Olivenöl vermengen (das Öl sollte das Pesto gut bedecken). Die Masse in ein gut verschließbares Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren, wo es mehrere Monate haltbar ist.

Bärlauch-Essenz: Tropfenweise eingenommen, soll sie vor allem bei Verdauungsproblemen und Husten helfen. Klein geschnittene Bärlauchblätter mit einem Mörser stampfen, mit 1 Liter Korn aufgießen und anschließend 3 Wochen an einem warmen Platz stellen. Danach wird die Flüssigkeit abgeseiht und in kleine Flaschen gefüllt.

Bärlauch-Suppe: 100 Gramm Bärlauchblätter fein hacken und zwei Esslöffel Butter im Topf erhitzen, zwei Esslöffel Mehl darin erhitzen und schließlich 1 Liter Bio-Gemüsebrühe (instant) angießen. Den Bärlauch dazugeben und etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen. Suppe pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, Crème fraiche (zwei Esslöffel) unterziehen und sofort servieren.

Bärlauchöl: Eine Handvoll geschnittene Bärlauchblätter in ein Glas geben und mit einem Liter Olivenöl übergießen. An einem warmen Ort mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Das Öl eignet sich als Salatöl oder zur Salbenherstellung.

Bärlauchumschlag: Geeignet für schlecht heilende oberflächliche Wunden. Dazu werden frische Blätter zunächst mit kochendem Wasser übergossen und danach klein geschnitten oder zerstampft. Auf eine geeignete Wundauflage (Verbandmull) gegeben, wird diese dann auf die betroffene Hautstelle aufgelegt und bis zum Erkalten dort lassen.

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