Mythos Salz : Gesund oder gefährlich – so viel Salz braucht der Mensch wirklich

<p>Beim Backen von Brot kommt man um die berühmte „Prise Salz“ nicht rum. Diese wird definiert als kleine Menge Salz, die zwischen zwei Finger passt und die dem Teig beigefügt wird.</p>

Beim Backen von Brot kommt man um die berühmte „Prise Salz“ nicht rum. Diese wird definiert als kleine Menge Salz, die zwischen zwei Finger passt und die dem Teig beigefügt wird.

Die fünf wichtigsten Fakten zum Mythos Salz.

shz.de von
27. März 2018, 04:12 Uhr

Kochsalz ist nicht nur das beliebteste Gewürz der Welt, sondern ist auch seit Jahrzehnten Gegenstand leidenschaftlicher Diskussionen – sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Amateurköchen. Immer wieder wird hierbei die Frage aufgeworfen, ob überhaupt und wenn ja, wie viel Salz für den Körper schädlich ist und ob es ratsam ist, auf das zusätzliche Hinzugeben von Salz beim Kochen zu verzichten. Schließlich kommen einige Lebensmittel wie beispielsweise Brot ohne Salz gar nicht aus, denn das Salz sorgt hier, wie bei allen Lebensmitteln, die mit Mehl zubereitet werden, dafür, dass die Stärke stabilisiert wird. Weitere wichtige Fakten zum Mythos Salz hat das Deutsche Grüne Kreuz zusammengetragen:

Was genau ist Kochsalz?
Betrachtet man das Kochsalz aus chemischer Sicht, ist es die Verbindung der chemischen Elemente Natrium und Chlor zu Natriumchlorid. In Wasser gelöst zerfällt es in elektrisch geladene Teilchen, in sogenannte Ionen. Diese werden dann als Elektrolyte bezeichnet und sind unverzichtbar für lebenswichtige Vorgänge in unserem Körper. So sorgen sie für die Signalübertragung an Nervenzellen, für Transportvorgänge und die Regulation des Blut- und Gewebedrucks.

Fakt eins: Woher die natürlichen Elektrolyte für Mensch und Tier stammen

In der Natur kommt Natriumchlorid (NaCl) häufig in großen Mengen vor wie zum Beispiel in Meeren oder in Salzlagerstätten. Übrigens enthalten nicht nur Meere mit sogenanntem Salzwasser einen hohen Salzanteil sondern auch in Süßwasserflüssen ist ein kleiner Anteil an Salz zu finden, der durch den Verwitterungsprozess der Gesteine entsteht. Und auch im Regenwasser und in Böden sind Na- und Cl-Ionen zu finden, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass auch Pflanzen diese Mineralstoffe zu einem geringen Teil enthalten. Der Mensch als Allesfresser nimmt also sowohl durch pflanzliche als auch durch tierische Nahrung die lebensnotwendigen Mineralien auf, da sich die Tiere wiederum auch von den salzhaltigen Pflanzen ernähren.

Fakt zwei: Salz dient seit Jahrhunderten als Konservierungsmittel

Lange bevor es die Lagerung in Konservendosen oder in der Tiefkühltruhe gab, wurde die Haltbarkeit von Lebensmitteln durch Salz verlängert: Fleisch wurde gepökelt, Fisch zum Beispiel als Salzhering eingelagert oder Gemüse zum Beispiel zu Sauerkraut verarbeitet. Auch Käse wurde während der Reifung mit einer Salzlake gepflegt. Für viele Menschen galt Salz allerdings lange als teures Luxusgut, während es heute fast in allen Speisen zu finden ist. Und das nicht zuletzt, weil gesalzene Speisen gut schmecken.

<p>Gepökelter Fisch war vor allem bei langen Seefahrten sehr beliebt, da der Fisch so auch auf hoher See als Eiweißquelle dienen konnte.</p>
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Gepökelter Fisch war vor allem bei langen Seefahrten sehr beliebt, da der Fisch so auch auf hoher See als Eiweißquelle dienen konnte.

Fakt drei: Weshalb Tiere Salzlecksteine bekommen

Nicht nur Menschen haben eine Vorliebe für Salziges und Süßes, sondern auch Tiere. Aus diesem Grund stellen Jäger und Förster in ihren Revieren häufig Salzlecksteine auf. Gleichzeitig stellen sie so sicher, dass die Tiere in ihrem Bezirk bleiben. Und auch Bauern hängen in ihren Kuhställen häufig Salzlecksteine auf, da die Nutztiere durch ihre hohe Produktion von Milch, wobei die Kuh für nur einen Liter Milch bereits ein Gramm Natrium verliert, einen entsprechend hohen Bedarf an den Mineralien haben.

Fakt vier: Salzverzicht ist nicht schädlich

Experimente, in denen die Versuchspersonen nur das Salz zu sich genommen haben, das natürlicherweise in Lebensmitteln wie Fleisch und Gemüse enthalten ist, haben ergeben, dass ein Verzicht auf zusätzliches Salz weder schädlich ist noch irgendeinen Mangel im menschlichen Körper verursacht. Das lässt sich auch leicht erklären: Der menschliche Körper benötigt normalerweise etwa 550 Milligramm Natrium am Tag. Das ist bereits in einem Gramm Kochsalz enthalten, was etwa einem Sechstel eines gestrichenen Teelöffels entspricht. Fleisch enthält pro 100 Gramm bis zu 200 Milligramm Natrium, Gemüse bis zu 125 Milligramm. Der Bedarf lässt sich also auch so decken.

<p>Fastfood sollte nicht nur wegen seines hohen Salzgehaltes in Maßen verzehrt werden</p>
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Fastfood sollte nicht nur wegen seines hohen Salzgehaltes in Maßen verzehrt werden

Fakt fünf: Ein Totalverzicht ist nicht notwendig, eine Reduktion aber ratsam

Die Experimente haben auch ergeben, dass der Verzicht von Speisesalz zwar unbedenklich ist, er bei gesunden Erwachsenen allerdings nicht notwendig ist. Dennoch sollte auf einen übermäßigen Konsum von Speisesalz unbedingt abgesehen werden, da weiterhin bekannt ist, dass zu viel Salz unter anderem den Blutdruck steigen lässt. In Fertiggerichten lässt sich meistens besonders viel Salz finden, weshalb diese nur in Maßen zu sich genommen werden sollten. Studien zeigen, dass in Deutschland etwa 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer weit mehr Kochsalz zu sich nehmen, als die als unbedenklich angesehene Menge von 6 Gramm pro Tag. Eine weniger salzhaltige Ernährung ist also in vielen Fällen durchaus empfehlenswert.

(Mit Material von Deutsches Grünes Kreuz e.V.)

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