Allergien : Genuss mit Einschränkung

Ein Glas Milch kann bei Allergikern Reaktionen hervorrufen. Foto: dpa
Ein Glas Milch kann bei Allergikern Reaktionen hervorrufen. Foto: dpa

Am Tag der Lebensmittelallergie weisen Fachleute auf die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln hin. Die Zahl der Allergiker hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

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21. Juni 2013, 11:08 Uhr

Kiel | Wenn es jemandem den Atem verschlägt, steckt nicht immer etwas Positives dahinter. Im Gegenteil: Es liegt der Verdacht auf eine Lebensmittelallergie nahe. Atemnot, Ausschlag, Blähungen und Kreislaufversagen, bedingt durch die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln, haben sich nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) in den letzten zehn Jahren verdoppelt.
Rund drei Prozent der Erwachsenen und vier Prozent der Kinder sind betroffen. Sorgen macht Fachleuten die Entwicklung bei Kindern, denn das Risiko lebensbedrohlicher allergischer Reaktionen ist bei ihnen um das Siebenfache gestiegen, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Sonja Lämmel vom DAAB. Auslöser für Nahrungsmittelallergien seien meist die Eiweißbestandteile in Lebensmitteln. Laut der AOK reagieren Erwachsene am häufigsten auf Obst, Gemüse, Nüsse, Gewürze, Fisch, Meeresfrüchte, Hühnerei und Milch, Kinder auf Nüsse, Getreide und Fisch.

Nur 14 der häufigsten Allergieauslöser gekennzeichnet

Vor allem für diese Menschen ist es wichtig, über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln Bescheid zu wissen. "Doch dies ist oft schwierig, da die Informationen auf den Verpackungen immer noch nicht ausreichend und verlässlich sind", stellt Lämmel fest. "Die gesetzliche Regelung zur Kennzeichnung beziehe sich bislang nur auf die 14 häufigsten Allergieauslöser, die bei verpackter Ware genannt werden müssen, wenn sie als Zutat vorhanden sind." Eine verpflichtende Kennzeichnung gebe es dagegen nicht, wenn ein Allergieauslöser aufgrund von Herstellung oder Abfüllung in ein Produkt gelangt. Die AOK rät deshalb, von Fertigprodukten Abstand zu halten. Dies gilt besonders für Menschen mit einer Laktoseallergie.
Damit es aber nicht erst zur Unverträglichkeit kommt, kann eine Lebensmittelallergie schon im Kinderalter vorgebeugt werden. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe empfiehlt dazu das Stillen mit Muttermilch oder allergenarmer Nahrung. Trotzdem haben Kinder von Allergikern ein 50 bis 60 prozentiges Risiko, auch atopisch zu erkranken. Das Thema Lebensmittel-Allergie steht morgen ganz im Zeichen des gleichnamigen Tages. 2008 vom Deutschen Allergie- und Asthmabund ins Leben gerufen, verfolgt er das Ziel, die Öffentlichkeit auf die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln aufmerksam zu machen.

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