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Ernährung & Gesundheit

18. Oktober 2017 | 11:46 Uhr

Beratungshilfe : Gemeinsam stärker sein

vom

Nach der Diagnose Krebs verfallen viele Menschen aus Angst, Eigen- sowie Fremdschutz in ein Schweigen, das sie jedoch mehr und mehr in die Isolation zwingt.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2012 | 10:48 Uhr

Itzehoe | Oft trauen sich Menschen mit der Diagnose Krebs nicht, über ihre Probleme zu sprechen. Sie wissen, dass auch Angehörige und Bekannte verunsichert sind und daher oftmals gar nicht mit der für alle schmerzlichen Situation umzugehen wissen. Schließlich ist die Konfrontation mit der Diagnose einer Krebserkrankung oft ein Fall in ein tiefes Loch. Hinzu kommt, dass es bei den Betroffenen im Verlauf ihrer Erkrankung zum Verlust der körperlichen Integrität und Aktivität kommt. Obwohl Tabus zunehmend abgebaut werden, sind Stigmatisierung und soziale Isolierung nicht selten. Die Angst vor dem Tod begleitet viele Menschen für den Rest ihres Lebens. Zudem drohen durch psychische Belastungen Depressionen und Angststörungen, und auch Schuldgefühle stellen sich ein.
Hilfe für die Seele
Da eine Krebserkrankung massive Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens haben kann, ist meist auch eine psychoonkologische Beratung erforderlich. Sie bietet Betroffenen fachliche Informationen und Unterstützung im Umgang mit krankheitstypischen Gefühlen und Empfindungen wie Mutlosigkeit, Erschöpfung oder Traurigkeit, berät Patienten im einzelnen oder als Paar zu Scham besetzen Themen wie Sexualität, Veränderungen nach genitalen Eingriffen und schenkt zudem Kindern und deren altersabhängigen Fragen und Bedürfnissen Aufmerksamkeit. Da nicht alle Krebserkrankungen heilbar und kontrollierbar sind, wird auch das Thema Abschied, Tod sowie die Gestaltung einer nur noch begrenzten Lebenszeit wichtig.
Psychologische Beratung begleitet Betroffene bei diesen Fragen. Hinzu kommt die Information über soziale und versicherungsrechtliche Themen, Vorsorge und Rehabilitation, Versorgung und Rehabilitation oder die pflegerische Versorgung in den eigenen vier Wänden. In Schleswig-Holstein bietet die Krebsgesellschaft nach gesonderter Vereinbarung eine qualifizierte psychoonkologische Beratung an.
Beratungsangebote im Land
In Itzehoe bietet die Klinik gleich zwei verschiedene Sprechstunden an. Zum einen stehen Sozialberater Betroffenen für eine Spezialberatung wie soziale oder versicherungsrechtliche Themen, Rentenfragen, Reha-Maßnahmen oder Fragen zu Hilfsdiensten, zur Verfügung. Diese kann jeweils donnerstags von 15 bis 16.30 Uhr ohne vorherige Terminvereinbarung persönlich oder telefonisch (04821/7722000) in Anspruch genommen werden. Ein Team von Psychoonkologen und Ärzten steht Patienten und deren Angehörigen im Wechsel ebenfalls jeweils donnerstags ab 15 Uhr nach Vereinbarung in den Räumen der Onkologischen Tagesklinik zur Verfügung.
Itzehoe ist nach Kiel, Brunsbüttel und Heide der vierte Standort, an dem die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft ein Beratungsangebot unterhält. "Die Neugründung konnte nicht zuletzt durch das große Engagement der Itzehoer Bürger beim Lauf ins Leben erfolgen", erläuterte der Geschäftsführer der Krebsgesellschaft, Christoph Düring. "Hinzu kommt die großartige Unterstützung des Klinikums Itzehoe, das sich auch finanziell über den Förderverein an dem neuen Angebot beteiligt."

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