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Endosonographie : Fortschritt in Krebs-Therapie

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Neue Endosonographie-Geräte ermöglichen dem Flensburger Franziskus-Hospital eine genaue Bestimmung des Tumor-Stadiums.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 05:13 Uhr

Flensburg | Im Diagnostikzentrum des Franziskus-Hospitals können Krebspatienten künftig noch präziser und individueller behandelt werden. Grund für den medizinischen Fortschritt sind zwei neue Endosonographie-Geräte, die das Krankenhaus seit kurzem in der Diagnostik von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Lunge einsetzt. "Wir unterstreichen mit dieser Anschaffung unseren Anspruch, alle onkologischen Erkrankungen auf höchstem Niveau behandeln zu können", so Chefarzt Dr. Wulf Staemmler.
Bei der Endosonographie handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung, die nicht von außen über die Haut, sondern von innen über die Hohlorgane durchgeführt wird. Dem betäubten Patienten wird dabei über die Speiseröhre ein daumendicker Schlauch einführt, an dessen Ende sich der Ultraschallkopf befindet. Da dieser nun unmittelbar an den zu untersuchenden Organen anliegt, sind viel schärfere und genauere Darstellungen möglich als beim herkömmlichen Ultraschall.

Bilder werden durch Chip-Technik abgebildet

Zwar kommt die Endosonographie im Franziskus-Krankenhaus bereits seit vielen Jahren zum Einsatz, bisher mussten Staemmler und seine Kollegen jedoch auf veraltete Technik zurückgreifen. Der Glasfaserschlauch des Endosonographie-Gerätes diente dabei als eine Art Mikroskop, durch das der Arzt schauen musste. "Man hat hierdurch einen ziemlich schiefen Hals bekommen", so Staemmler. Heute werden die Bilder über Chip-Technik des Ultraschalls auf drei großen Monitoren abgebildet. "Die Auflösung ist jetzt viel besser. Das ist wie HD-Fernsehen", erklärt der Chefarzt.
Ein weiterer Vorteil: Während mit dem alten Gerät nur Seitansichten möglich waren, werden vom zirkulierenden Ultraschallkopf jetzt ganzheitliche Aufnahmen gemacht. Das Stadium des Tumors ist hierdurch noch genauer zu bestimmen. Neben der optimierten Diagnostik wird durch die neuen Geräte auch ein Fortschritt in der Therapie-Entscheidung der Ärzte erzielt. So lassen sich durch gezielte Punktionen unklare Befunde im Magen-Darm-Trakt abklären, um für den Patienten die schonendste Therapie-Methode festzulegen. Unnötige Operationen können hierdurch vermieden werden. "Die Endosonographie führen wir fast täglich bei Speiseröhren-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs durch", so Staemmler.

Behandlungsinstrumente sind kostenintensiv

Die modernen Behandlungsinstrumente haben ihren Preis. Ihr Wert beträgt rund 230000 Euro. Hinzu kommen weitere 170000 Euro, die das Franziskus-Krankenhaus für die Anschaffung neuer Bildschirme und Prozessoren zahlen musste. Eine Investition, von der alle Seiten profitieren dürften.

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