Bauchaorten-Aneurysma : Erkrankte Adern im Ultraschall

Alles in Ordnung: Die Bauchschlagader von Margret  Lehmann (63) weist im Ultraschallbild keine Besonderheiten auf. Links: Remko von Harlem, Zentrumsleiter für Gefäßchirurgie. Foto: Bühmann
Alles in Ordnung: Die Bauchschlagader von Margret Lehmann (63) weist im Ultraschallbild keine Besonderheiten auf. Links: Remko von Harlem, Zentrumsleiter für Gefäßchirurgie. Foto: Bühmann

Um die Menschen für eine Vorbeugung gegen das gefährliche Bauchaorten-Aneurysma zu sensibilisieren, hat das Schleswiger Helios-Klinikum einen Screening-Tag veranstaltet.

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30. April 2013, 11:40 Uhr

Schleswig | Ins oberste Stockwerk des Helios-Klinikums waren mehr als 70 Männer und Frauen gekommen, die meisten von ihnen über 60 Jahre alt. Sie alle wollten am vergangenen Sonnabend das Angebot der Klinik wahrnehmen, eine Ultraschall-Untersuchung an der Bauchschlagader vornehmen zu lassen. Damit soll dem gefürchteten Bauchaorten-Aneurysma (eine Erweiterung der Hauptschlagader) begegnet werden.

Erkrankte Gefäße rechtzeitig erkennen - das ist das Ziel des bundesweiten Bauchaorten-Screeningtages, an dem sich das Zentrum für Gefäßchirurgie im Helios-Klinikum unter Leitung von Remko von Harlem beteiligte.

Bauchaorten-Aneurysma ist nicht zu spüren

Gemeinsam mit seinen Kollegen Alexander Melzer und Dr. Heiko Schulze hielt der Gefäßexperte im 6. Klinikstockwerk hochmoderne Ultraschallgeräte vor, an denen die Bauchschlagader bildhaft dargestellt werden kann. Wie bei Margret Lehmann (63) aus Schleswig. Sie hatte bereits im letzten Jahr diesen Screeningtag genutzt. "Ich möchte erfahren, ob meine Hals- und meine Bauchschlagader auch wirklich in Ordnung sind", sagt sie. Denn sie wisse, was passieren könne, wenn dies nicht der Fall sei.

"Ein Riss in der Hauptschlagader endet wegen massiver innerer Blutungen bei 80 von 100 Betroffenen tödlich", erklärt von Harlem. Das Bauchaorten-Aneurysma ist nicht zu spüren und nicht zu sehen, die geschädigten Gefäße verursachen in der Regel keine Schmerzen. Statistisch gesehen weisen fünf von hundert Männern über 65 Jahre eine Erweiterung auf, die überwacht werden sollte. Und bei einem von hundert sei eine umgehende Behandlung erforderlich. Zum Kreis der Gefährdeten gehören auch Diabetiker.

Doch zu der lebensbedrohlichen Lage muss es nicht kommen. Remko von Harlem: "Wird das Aneurysma rechtzeitig erkannt, kann durch medizinischen Einsatz ein Riss vermieden werden, mit sehr gutem Erfolg."

Ein Teilnehmer wurde an Arzt verwiesen

Bei den Ultraschall-Untersuchungen am Sonnabend zeigte sich bei einem Teilnehmer, dass dessen Hauptschlagader kritische Erweiterungen aufwies. "Wir haben ihm geraten, sich ohne Zeitverzögerung an seinen Arzt zu wenden, um sich in Behandlung zu begeben", erklärt er. Den Rat habe der Betroffene "ruhig und dankbar angenommen", denn ohne diesen Zufallsbefund am Screeningtag hätte er in eine bedrohliche Situation geraten können.

Der Screeningtag sei dafür da, um vielen Menschen die Schwellenangst vor einer Untersuchung zu nehmen, erklärt von Harlem. Gleichzeitig beantworten Spezialisten Fragen dazu. Die nächste Möglichkeit besteht in Schleswig beim Gefäßtag. Der findet am 6. November statt.

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