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Rhinovirus : Erkältung und Grippe: SH niest und hustet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Großer Andrang bei Ärzten und Apotheken in Schleswig-Holstein. Was Erkrankte tun sollten.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 11:47 Uhr

Kiel | Früher als in anderen Jahren rollt die erste große Erkältungswelle über Schleswig-Holstein hinweg. In Ämtern, Kanzleien, und Werkstätten bleiben viele Plätze leer, weil sich Mitarbeiter krank melden. „Die Wartezimmer sind voll“, bestätigte der Chef des Hausärzteverbandes, Thomas Maurer aus Leck in Nordfriesland.

Bei den meisten fängt es mit einer laufenden Nase und Kratzen im Hals an, am nächsten Tag liegen die Leute dann mit Husten, Heiserkeit und dickem Schnupfen flach. „Zum Glück hat das aber nichts mit einer echten Grippe zu tun, sondern meist handelt es sich bei diesen Symptomen um eine klassische Erkältung“, beruhigt Mauer alle diejenigen, die sich am liebsten ein Taschentuch vor die Nase binden würden.

Laut der „Are“-Übersicht (Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen) sind momentan besonders Neumünster und die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Segeberg stark betroffen – Tendenz stark steigend. Die Verantwortlichen haben die Wissenschaftler vom Robert-Koch-Institut identifiziert: Es handelt sich um Rhinoviren.

Schuld ist zudem das Wetter. Tagelang mussten sich die Norddeutschen mit Nieselregen, Wind und Kälte herumschlagen. Einige haben offenbar zu spät die Winterjacken aus dem Schrank geholt. Jetzt der Wetterumschwung – momentan zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite, was viele aber nur vom Bett aus beobachten können oder auf dem Weg in die rappelvollen Arztpraxen.

Andere gehen gleich zum Apotheker um die Ecke. „Schätzungsweise kommt jeder zweite Kunde mit solchen Erkältungssymptomen zu uns“, sagt die Rendsburger Apothekerin Heike Zitzewitz. „Als Begleiterkrankungen kommt bei einigen auch ein Magen-Darm-Infekt hinzu – das beobachten wir bei der ersten Erkältungswelle im Jahr häufig “, berichtet die Apothekerin. Da der Körper mit der Abwehr der Erkältung beschäftigt sei, hätten andere Viruserkrankungen leichtes Spiel.

Auch in diesem Jahr gilt der Spruch: Die Erkältung kommt, dauert und geht drei Tage. Länger sollte man sich übrigens nicht selbst therapieren, denn aus Husten kann sich eine Bronchitis entwickeln.

Schützt vor Erkältungen: häufiges Händewaschen.
Schützt vor Erkältungen: häufiges Händewaschen. Foto: Imago/McPhoto

Wer bisher verschont blieb, dem rät der Hausärzteverband zu angepasster Kleidung. Regelmäßiges Händewaschen und Abstandhalten bei schniefenden Kollegen und Freunden schützen vor Ansteckung. Wenn es geht, sollte man sich nicht unbedingt die Hände schütteln. Türgriffe, Klinken und Geländer sind ebenfalls potenzielle Träger. Laut Weltgesundheitsorganisation werden 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände verbreitet.

Und wen es schon erwischt hat: Der sollte beim Husten und Niesen zumindest die Hand vorhalten, besser noch die Armbeuge. Ob der heiße Tee mit Rum (und anschließend unter die Bettdecke und Schwitzen) ein Patentrezept gegen die Erkältung ist, bleibt umstritten.

Wolf Wolfers, Hausarzt aus Bordesholm bei Neumünster, rät den Patienten, die derzeit seine Praxis stürmen – doppelt so viele Erkältungskranke wie im Vorjahr – zu den klassischen Hausmitteln: viel trinken und inhalieren. Und spätestens , wenn sie wieder auf dem Damm sind, sollten sie ihren Arzt nach einer Grippeschutzimpfung fragen.

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