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Hautkrankheit : Erhöhte Krätze-Erkrankungen in Nordfriesland

vom

Mehr Menschen als gewöhnlich leiden 2012 in Nordfriesland an Krätze. Bei der Krankheit bohren sich Milben Gänge durch die Haut und lösen Juckreiz aus.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2012 | 09:09 Uhr

Seit Mai werden dem Gesundheitsamt in Husum überdurchschnittlich viele Krätze-Erkrankungen gemeldet - zunächst aus dem nördlichen Kreisgebiet, dann mit zunehmender Tendenz auch aus dem mittleren Nordfriesland und aus Husum. Seit November waren es 19 Erkrankte aus Schulen, Kindergärten und Heimen. Üblich sind vier bis zwölf Fälle im Jahr.
Wenn die richtige Diagnose gestellt wird, lässt sich Krätze gut behandeln. "Allerdings wird Krätze nicht selten verspätet diagnostiziert und stattdessen eine Allergie angenommen", erklärt die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Antje Petersen. Typische Krankheitszeichen sind starker Juckreiz, rötliche Knötchen, Pusteln oder Bläschen. Sie treten meist in Fingerzwischenräumen sowie an Handgelenken, Brustwarzen, Ellenbogen, Leisten, Geschlechtsorganen oder Gesäß auf. Das Gesicht wird so gut wie nicht befallen.

Die Infektion bleibt zunächst unbemerkt

Krätzmilben haben eine Größe von 0,3 Millimeter. Sie und ihre Bohrgänge können manchmal mit der Lupe erkannt werden. Krätze ist bei engem körperlichem Kontakt sehr ansteckend. Wird die Erkrankung aus einem Kindergarten, einer Schule, einem Heim oder einer Behindertenwerkstatt gemeldet, informiert das Gesundheitsamt mögliche Kontaktpersonen umgehend. Tückisch ist die lange Zeit von zwei bis sechs Wochen von der Ansteckung bis zum Ausbruch. Da eine Meldepflicht nur für die Leitungen von sogenannten Gemeinschaftseinrichtungen, nicht aber für Ärzte besteht, sind dem Gesundheitsamt nicht alle Krätze-Erkrankten bekannt.
Zur Behandlung steht eine gut wirksame Creme mit dem Medikament Permetrin zur Verfügung, die zwölf Stunden, also etwa über Nacht, einwirken soll. Die Körper- und Bettwäsche der Erkrankten muss umgehend gewaschen werden. Auch Familienmitglieder sollten im Falle des Falles unbedingt mit Permetrin-Creme behandelt werden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich bereits angesteckt haben, ist groß.
"Leider wird das oft unterlassen. Unverständlicherweise sind nicht alle Krankenkassen bereit, die 20 Euro für die Creme auch für Kontaktpersonen zu bezahlen", schüttelt Antje Petersen den Kopf. Um die Ausbreitung aufzuhalten, muss die Behandlung der Erkrankten, aber auch der Menschen aus dem engsten Umfeld zügig erfolgen und verbessert werden.

Das Gesundheitsamt in Husum ist unter Telefon 04841/89700 erreichbar. Unter www.nordfriesland.de/gesundheit ist ein Info-Blatt zum Thema im Internet zu finden.

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