Unser Herz : Ein Organ der Superlative

Lebensmotor, Hochleistungspumpe und Zentrum der romantischen Gefühle: Dem Herzen werden viele zentrale Funktionen zugeschrieben. Montage: lundt-kommunikation.de
Lebensmotor, Hochleistungspumpe und Zentrum der romantischen Gefühle: Dem Herzen werden viele zentrale Funktionen zugeschrieben. Montage: lundt-kommunikation.de

Drei Milliarden Mal schlägt unser Herz im Durchschnitt zwischen Geburt und Tod. Der Supermuskel gilt zudem als Symbol der Liebe.

shz.de von
06. April 2011, 04:31 Uhr

Das Herz ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Der Herzschlag markiert Anfang und Ende unseres Lebens. Es ist das erste im Ultraschall deutlich sichtbare Organ in der Entwicklung des menschlichen Embryos und beginnt nach 23 Tagen selbsttätig zu schlagen. Wir überleben keine zehn Minuten, ohne dass unser Herz schlägt.
Das menschliche Herz ist ein Hochleistungsorgan: rund 100.000 Mal schlägt es an einem einzigen Tag, es pumpt dabei etwa 8000 Liter Blut durch den Körper. Auf ein Menschenleben hochgerechnet macht das drei Milliarden Herzschläge. Bei Bedarf kann es seine Leistung vorübergehend auch vervielfachen - auf bis zu 25 Liter Pumpleistung pro Minute, bei Leistungssportlern sind es sogar noch deutlich mehr. Der etwa faustgroße und 300 Gramm schwere Supermuskel arbeitet unablässig, pausenlos für uns. Hand aufs Herz: Das ist doch ein Grund, ihm auch einmal ganz bewusst Gutes zu tun.
Symbol der Liebe und der inneren Mitte
Seit alters her gilt das Herz auch als Sitz unseres Innersten, unserer Seele, unseres Mutes und unserer Gefühle. Das Herz ist - symbolisch - die Mitte des Menschen und der Welt. Seine griechische Bezeichnung "cardia" und lateinisch "cor" sind verwandt mit "cardo", der Bezeichnung für "Angelpunkt, Weltachse, Hauptachse". Ohne dieses zentrale Organ war schon den alten Ägyptern ein Weiterleben nach dem Tode nicht denkbar. Während bei der Einbalsamierung alle anderen inneren Organe entfernt wurden, blieb das Herz an seinem Platz.
Später wurde es keiner Geringeren als der Liebe zum Symbol auserkoren. Das blattförmige Symbol entspringt den stilisierten Darstellungen von Feigen- und später Efeublättern, wie sie bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. zu finden sind. Das immergrüne Efeublatt symbolisierte bereits in griechischen, römischen und frühchristlichen Kulturen die ewige Liebe, das ewige Leben.
Zentrale Pumpe und lebenswichtiger Motor
Den romantischen Zuschreibungen des Herzens kommen ebenso starke Vergleiche bezüglich seiner organischen Funktion zur Seite: Das Herz als zentrale Pumpe und lebenswichtiger Motor, der unseren Körper am Laufen hält. Das Herz ist ein "elektrisch betriebenes Organ", wie der Flensburger Kardiologe Professor Abderrahman Machraoui anschaulich erklärt: Der Herzeigene "Schrittmacher" gibt dabei den Takt - und damit unseren Puls - vor. Dieser sogenannte Sinusknoten sitzt im rechten Vorhof und sendet elektrische Impulse über eine Schaltstelle zwischen Vorhof und Herzkammer, den sogenannten AV-Knoten.
Fällt der Sinusknoten aus, kann der AV-Knoten als eine Art "Sicherung" einspringen, allerdings begrenzt und etwas langsamer. Unser Nervensystems steuert über die Ausschüttung von Botenstoffen die Frequenz der Herztätigkeit: Bei Gefahr bzw. Stress "fährt der Motor hoch", in Ruhephasen "schalten wir einen Gang runter".

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