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Herz-Kreislauf-Erkrankungen : Ein Blick ins Auge kann Leben retten

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Netzhautgefäße sind ein Anzeiger für die Blutgefäße des gesamten Körpers. Ein Blick auf den Augenhintergrund kann Aufschluss geben über mögliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:32 Uhr

Rendsburg/Neumünster | Über 400.000 Menschen in Deutschland sterben jedes Jahr an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. 250.000 Männer und Frauen haben einen Schlaganfall. Viele Menschen wissen nicht, dass man die beginnenden Krankheiten frühzeitig am Augenhintergrund erkennen kann.
Die Netzhaut ist ein Gradmesser für die Blutgefäße des gesamten Körpers. Anhand einer Analyse der Venen und Adern im Auge können erkrankte Gefäße erkannt werden. Diese Art der Untersuchung heißt Mikrogefäßanalyse. "Die Venen und Arterien im Auge werden in ein Verhältnis gesetzt", erklärt der Augenarzt Dr. Jon-Marten Heisler von der Rendsburger augenärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. Jon-Marten Heisler und Dr. Jörn-Wolff Prüter. Hierfür setzt sich der Patient lediglich vor eine Spezialkamera, die ein Foto des Augenhintergrundes macht.

Anfallrisiko verringern


"Es ist eine schmerzfreie Untersuchung. Es gibt keine Medikamente und keine Betäubung", sagt Heisler über die 30 Sekunden dauernde Analyse. Mit Hilfe einer Software, die den Gefäßdurchmesser analysiert, wird das Verhältnis der Arterien und Venen errechnet. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist das Gefäßrisiko. In der Auswertung wird das Ergebnis in Ampelfarben dargestellt, sodass der Patient auf einen Blick erkennt, ob eine Gefährdung besteht.
Durch die Untersuchung kann man das Risiko von Schlaganfällen, Arterienverkalkungen, Herzinfarkten oder auch Diabetes bestimmen. "Das Besondere ist, dass wir die Adern direkt sehen können", sagt Dr. Jörn-Wolff Prüter. "Es ist nicht selten, dass in der Augenheilkunde Krankheiten entdeckt werden, eben weil Augenärzte Gefäße und Nerven sehen können."Dies könnten andere Ärzte nicht, weswegen eine gute Zusammenarbeit mit Internisten und Hausärzten bestehe. Da Augenärzte die Adern sehen, würden einige Kollegen ihre Patienten zur Abklärung von Krankheiten in die Augenarztpraxis schicken.

Die Kasse zahlt die Leistung nicht


Erkrankungen könnten durch die Gefäßanalyse ausgeschlossen oder eben auch bestätigt werden. "Außerdem kann der Verlauf einer Erkrankung kontrolliert werden", sagt Heisler. "Die Vorsorgeuntersuchung hat nichts mit dem Alter zu tun", sagt Natalja Freer, die als Refraktiv Managerin bei der Behandlung von Fehlsichtigkeiten hilft. Bluthochdruck zum Beispiel sei in allen Altersgruppen weit verbreitet. Gerade bei jungen Leuten, deren Bluthochdruck mit Medikamenten behandelt werde, sei eine Vorsorge sinnvoll.
Die Untersuchung der Netzhautgefäße ist keine Kassenleistung. Dennoch steigt die Nachfrage. "Wir führen die Untersuchung täglich durch", sagt Heisler. "Gerade die jüngere Generation ist für das Thema Früherkennung sensibilisiert."

Über die Themen Bluthochdruck und Augen hält der Facharzt für Augenheilkunde, Dr. med. Carsten Klatt, am 27. Mai um 18 Uhr in Rendsburg, Torstraße 1-2, und am 4. Juni um 18 Uhr in Neumünster, Kuhberg 5a-7, Vorträge. Voranmeldung unter: www.augenaerzte-rendsburg.de, www.augenaerzte-neumuenster.de.

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