zur Navigation springen

Stressbewältigung : Druck macht Kinder krank

vom

Das Thema Stress ist heutzutage viel diskutiert und allgegenwärtig. Dabei wird außer Acht gelassen, dass schon Kinder im Grundschulalter durch Überforderung stark belastet sind.

Kiel | Hektik, Dauerbelastung im Job und Burnout - Stress gehört in unserer Zeit zum Alltag. Doch nicht nur Eltern oder Firmenchefs sind betroffen, auch Kinder stehen immer öfter unter Anspannung. Leistungsdruck in der Schule, Streit mit Freunden oder Streit in der Familie können mögliche Ursachen sein. Über das Kindersorgentelefon des Deutschen Kinderschutzbundes gehen täglich Anrufe gestresster Sprösslinge ein.

Schon in der Grundschule stehen die Kleinen unter Leistungsdruck. "Im Rahmen der Elefanten-Kindergesundheitsstudie 2011/2012, für die 5.000 Kinder zwischen sieben und neun Jahren befragt wurden, nannte über ein Viertel die Schule als Stressfaktor", erzählt Irene Johns, schleswig-holsteinische Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbunds. Stress durch Noten oder Panik vor Prüfungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie der große Konkurrenzdruck und die Angst nicht mithalten zu können. Schon die täglichen Hausaufgaben können Stress auslösen. Oft werden zu große Anforderungen an die Kinder gestellt, die schlichtweg in einer Überforderung enden.

Freizeit- und Familienstress

Wenn die Kinder aus der Schule kommen, sollten das Zuhause und die Freizeit Möglichkeiten zur Entspannung bieten. Doch viele Eltern sind im Job stark eingespannt und kommen täglich gestresst nach Hause, ein Gemütszustand, der sich auch auf die Kinder überträgt. Familienstress entsteht ebenso durch eine Scheidung der Eltern oder ständige Streitereien. Auch Armut und die Folgen wie Ausgrenzung belasten.

Nachmittags beginnt dann meistens der Terminstress. Nach der Schule geht es zum Sport und danach direkt weiter zum Klavierunterricht. Eltern verfolgen ehrgeizige Ziele für ihre Sprösslinge, die dann im Freizeitstress hetzen müssen. Notwendige Erholungspausen fehlen.

Auswirkungen und Bewältigung

Die Symptome sind vielfältig und reichen von Kopfschmerzen und starker Erschöpfung über Aggressivität bis hin zu Nägelkauen oder Bettnässen. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen und viele Kinder leiden an Appetitlosigkeit oder Bauchweh. Meist kommen Probleme beim Einschlafen und Schlafstörungen sowie Angstgefühle dazu.

"Es ist erschreckend und alarmierend, dass heute leider schon Stressbewältigung und das Angebot von Übungen gegen Stress für Kinder ein großes Thema sein müssen", warnt die Landesvorsitzende. Auffällig sei, dass Kinder, die viel über Entspannung wissen, auch seltener unter Stress leiden. Zum Teil werden deshalb schon an Grundschulen Entspannungsübungen in den Unterricht integriert.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Mär.2013 | 10:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen