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Gesunde Haut : Die Sonne mit heiler Haut genießen

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Experten warnen vor einer Zunahme von Hautkrebs. Wir erklären, wie man sich an warmen Sommertagen am besten schützt.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2013 | 02:57 Uhr

Nach dem späten Einzug des Frühlings sieht man bei schönem Wetter überall Menschen Sonne tanken. Zwar wissen die meisten, dass zu viel UV-Strahlung schädlich ist. Doch über die genauen Gefahren sind die meisten Sonnenanbeter - trotz vieler Aufklärungskampagnen - kaum informiert. Und auch die Wissenschaft gewinnt erst nach und nach neue Erkenntnisse.

Jeder Sonnenbrand zählt

So weiß man inzwischen, dass UV-Strahlen sowohl auf der Haut als auch im Erbgut der menschlichen Zellen Spuren hinterlassen. Da die Haut nichts "vergisst", kann dies nicht nur zu einer frühzeitigen Hautalterung führen, sondern auch das Hautkrebs-Risiko erhöhen. Wie aktuelle Studien belegen, zählt hierbei jeder Sonnenbrand - egal in welchem Lebensalter. Bislang war man davon ausgegangen, dass vor allem Sonnenbrände in der Kindheit die spätere Melanom-Entwicklung begünstigen.
Nach Angaben des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) wird die Zahl der Neuerkrankungen bei Hautkrebs trotz aller Präventionsbemühungen vermutlich weiter steigen. Experten gehen sogar davon aus, dass sich die Hautkrebsrate in Europa infolge der demografischen Entwicklung, des zunehmenden Ozonabbaus und eines unangepassten Verhaltens der Menschen verdoppeln wird.

Vernüftiger Umgang mit der Sonne

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten ist beim Hautkrebs die Ursache - exzessive Sonnenstrahlung - bekannt. Dementsprechend kann man durch vernünftigen Umgang mit der Sonne auch UV-Schäden vorbeugen. Die Deutsche Krebshilfe e. V. und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) empfehlen folgende Maßnahmen:

• Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollte man Kinder überhaupt nicht der direkten Sonne aussetzen. Die zarte Kinderhaut sollte man nicht unnötig mit Sonnenschutzmitteln belasten. Sonnenschutzmittel sind frühestens ab dem Ende des 1. Lebensjahr ein geeigneter Schutz vor Sonnenbrand.

• Einfach und wirksam: Schatten und sonnengerechte Kleidung.

• Besonders die Sonne in der Mittagszeit sollte man meiden.

• In der Sonne immer sonnendichte Kleidung und auf jeden Fall eine Kopfbedeckung tragen.

• Alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel (ab Lichtschutzfaktor 20) eincremen - mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad. (siehe: Das richtige Sonnenschutzmittel finden)

• Den Sonnenschutz mehrmals am Tag erneuern. Aber Achtung: Sonnenschutzmittel bieten keinen Schutz vor Hautkrebs! Nachcremen verlängert die Schutzwirkung nicht.

• Beim Baden nur wasserfeste Sonnencreme verwenden. Nach dem Abtrocknen noch einmal eincremen. Noch besser: Die Schultern mit einem T-Shirt oder spezieller Badebekleidung schützen.

• Die Augen durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter und möglichst geschlossenen Seiten schützen.

• Die Haut nicht im Solarium vorbräunen! Zuviel UV-Strahlung, egal ob künstlich oder natürlich, schadet der Haut und lässt sie schneller altern.

• Viel trinken! Der Körper verliert in der Sonne viel Flüssigkeit.

Das richtige Sonnenschutzmittel

Grundsätzlich gilt: Je intensiver die Sonnenstrahlung und je empfindlicher die Haut, umso höher sollte der Lichtschutzfaktor (LSF) sein. Er gibt an, um welche Zeit sich der persönliche Eigenschutz verlängert, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Beispiel 10 Minuten Eigenschutzzeit mal LSF 12 = 120 Minuten. Achtung: Nachcremen verlängert die Eigenschutzzeit nicht. Und auch mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren (LSF 20 und mehr) lässt sich die Wirkung kaum noch steigern. Beim Kauf sollte auf die Angabe UVA- und UVB-Schutz geachtet werden. Personen mit heller und sehr empfindlicher Haut sollten mit LSF 20 bis 30 beginnen, bei heller Haut mit 16 bis 25. Normale und unempfindliche Haut kommt mit niedrigeren LSF aus (12 bis 20 bzw. 8 bis 16). Cremes sind besonders für trockene, Lotionen und Sprays für normale Haut geeignet. Für das Gesicht und empfindliche (Kinder-)Haut gibt es Spezial-Produkte.

Wichtig zu wissen: Eine gute Sonnencreme muss nicht teuer sein. Dies zeigen Untersuchungen der "Stiftung Warentest" und "Öko-Test". Bei der Anwendung sollten Sie dagegen nicht sparen. So zeigt eine britische Studie an der Universität Newcastle: Die meisten Menschen tragen Sonnenschutzmittel zu dünn auf und riskieren dadurch langfristig Hautschäden. Um den vollen Schutz zu erreichen, sind zwei Milligramm pro Quadratzentimeter nötig (je nach Körpergröße ungefähr ein Schnapsglas). Daher Sonnencreme lieber zu üppig als zu sparsam auftragen.

Sonnenschutz per Internet und Handy

Der Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben einen interaktiven Service für Sonnenanbeter ins Leben gerufen. Mit diesem lässt sich die persönliche Eigenschutzzeit präzise berechnen - je nach Aufenthaltsort, Tageszeit und individuellem Hauttyp. Der UV-Check kann sowohl mobil über das Handy als SMS-Dienst als auch über das Internet genutzt werden.

Infos und Anmeldung unter http://www.uv-check.de

Hautkrebsvorsorge - ABCDE-Regel beachten

Neben dem jährlichen Check beim Hautarzt sollten Patienten etwaige Veränderungen von Pigmentmalen genau beobachten. Besonders, wenn das Muttermal neu aufgetreten ist, rasch wächst, unregelmäßig gefärbt oder gerötet ist, juckt oder schmerzt, schuppt oder nässt, ist eine rasche ärztliche Untersuchung wichtig. Zur Früherkennung eines malignen Melanoms gibt es die so genannte ABCDE-Regel, mit der Patienten leicht Muttermale auf Auffälligkeiten untersuchen können:
A = Asymmetrie, B = Begrenzung unregelmäßig, C = Colorierung (unterschiedliche Farbanteile), D = Durchmesser mehr als 5 mm, E = erhaben (Ist das Muttermal dicker als die umgebende Haut und hebt sich fühlbar ab?) Besonderheiten gelten bei Kindern und Jugendlichen.

Tipp: Auch versteckte Körperstellen untersuchen. So können Melanome selbst zwischen den Zehen, unter den Nägeln, an den Fußsohlen, auf dem Kopf oder hinter den Ohren entstehen.

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