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Diako Flensburg : Die Herzklinik hat wieder einen Chef

vom

Christoph Garlichs folgt Abderrahman Machraoui an die Spitze der Medizinischen Klinik der Diakonissenanstalt in Flensburg.

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erstellt am 03.Jun.2013 | 06:53 Uhr

Flensburg | Die größte Klinik des Diakonissenkrankenhauses hat einen neuen Chef. Seit dem 1. Juni leitet Prof. Dr. med. Christoph Garlichs, bisher Geschäftsführender Oberarzt am Universitätsklinikum Erlangen, die Medizinische Klinik mit ihren rund 160 Mitarbeitern und jährlich gut 6000 Patienten. "Ich möchte die bewährte, sehr erfolgreiche Arbeit von Herrn Prof. Machraoui fortsetzen und zugleich die Medizinische Klinik in ihrer gesamten Breite weiter voranbringen", erklärte Prof. Garlichs, dessen Vorgänger kürzlich in den Ruhestand verabschiedet wurde, bei seinem Dienstantritt.
Garlichs wurde in Oldenburg (Niedersachsen) geboren, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach seinem Medizinstudium in Berlin war er an Universitätskliniken in Pamplona/Spanien, Dublin/Irland, Berlin, Dresden und Erlangen tätig. Am Universitätsklinikum Erlangen wirkte er zuletzt seit 2007 als Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Klinik II (Kardiologie und Angiologie). Der 49-Jährige absolvierte eine breite internistische Ausbildung, ist Facharzt für Innere Medizin mit den Spezialisierungen "Kardiologie" und "Internistische Intensivmedizin".

Ursachen der Atherosklerose als Forschungsschwerpunkt

"Ich habe eine Klinik mit guter Ausstattung und sehr gutem Team vorgefunden, in diesem Miteinander und dieser gegenseitigen Wertschätzung kann man sich nur wohlfühlen", beschreibt der neue Chefarzt die ersten Eindrücke an seinem neuen Arbeitsplatz. Den gut eingespielten Mitarbeitern des Diako-Herzkatheterlabors sei es zu verdanken, dass die Überlebenschance nach Herzinfarkt in der Region Flensburg einen bundesweiten Spitzenplatz einnehme. "Mitbringen" aus der Uniklinik Erlangen wird Prof. Garlichs nun die neuesten Stent- und Ballontechnologien, mit denen selbst komplizierte Herzkranzgefäßverengungen behandelt werden können. "Zudem haben wir bei Herzkatheter-Untersuchungen in Erlangen sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Zugang über die Handgelenksarterie", erklärt der neue Chefarzt. Zu den weiteren Spezialgebieten des neuen Chefarztes zählen kathetergestützte Herzklappen-Implantationen. Zudem entstammt Garlichs einer Klinik mit einem hohen Volumen an Katheter-Ablationen, die nun auch vermehrt zur Behandlung von komplexen Herzrhythmusstörungen am Diakonissenkrankenhaus zum Einsatz kommen sollen.
Forschungsschwerpunkte von Prof. Garlichs, der im Juni 2008 zum außerplanmäßigen Professor der Universität Erlangen-Nürnberg ernannt worden ist, liegen in der Erforschung der Ursachen der Atherosklerose, der Herzinsuffizienz sowie des Bluthochdrucks. "Als eine der ersten krankhaften Veränderungen des Herz- und Gefäßsystems treten häufig Entzündungen in der Gefäßwand bzw. Herzmuskulatur auf. Wir verstehen immer mehr, wie man hier in sehr frühen Phasen noch präventiv bzw. therapeutisch eingreifen kann", berichtet Garlichs von seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.

Zurück in den Norden

Warum die Entscheidung für Flensburg? "Die Medizinische Klinik der Diako ist durch die Arbeit meines Vorgängers Prof. Machraoui hervorragend aufgestellt", antwortete der neue Chefarzt. Mit der Diako habe er sich zudem für ein christliches Haus entschieden, ein Aspekt, der in Zeiten zunehmender Gewinnmaximierung im Gesundheitswesen von nicht zu unterschätzender Bedeutung sei. "Ich bin immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen, das galt für Berlin und Dresden, wohin ich immer noch enge Kontakte pflege, und das gilt auch jetzt wieder für Erlangen", sagte Garlichs. "Nach 15 Jahren Erlangen hat es mich und meine Frau, die ebenfalls aus Oldenburg stammt, allerdings wieder in den Norden Deutschlands zurückgezogen."
"Wir freuen uns, mit Prof. Dr. Christoph Garlichs einen neuen Chefarzt gefunden zu haben, der zum einen die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Prof. Machraoui fortsetzt, zum anderen neue Behandlungsmöglichkeiten in Flensburg etablieren möchte", erklärte Dr. Christian Peters, Krankenhausdirektor der Diako. Damit sei es nun erneut gelungen, "einen hochqualifizierten und anerkannten Experten zu uns zu holen". Das medizinische Versorgungsangebot erfahre mit der Ausweitung des kardiologischen Leistungsspektrums eine weitere Verbesserung. "Damit setzen wir unser Ziel, unseren Patienten eine moderne medizinische Versorgung auf höchstem Niveau bieten zu können, konsequent weiter um", ergänzte Karl-Heinz Vorwig, Kaufmännischer Vorstand der Diako. Vorwig freut sich, dass der "Chefarzt-Generationswechsel damit zunächst abgeschlossen ist und die Diako-Mannschaft wieder vollzählig und hochkompetent für die Versorgung der Bevölkerung in und um Flensburg zur Verfügung steht".

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