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Sonnenbrand : Die Haut erinnert sich ein Leben lang

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Schnell ist es passiert: Die Haut ist rot, brennt und wirft im schlimmsten Fall sogar Blasen. Was tun, wenn die Haut Alarm schlägt?

shz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 02:25 Uhr

Flensburg | Ist die Rötung der Haut abgeklungen, gerät die schmerzhafte Färbung der Haut meist schnell in Vergessenheit. Bis zu nächsten unachtsamen Sonnenbaden. Wie so häufig, wenn es um medizinische Themen und Krankheiten geht, sollte einem Sonnenbrand in erster Linie vorgebeugt werden. Doch was tun, wenn sich die Rötung nach einen langen Tag im Freien unschön abzeichnet und die Haut durch die Strahlen der Sonne gereizt ist?
"Aus medizinischer Sicht ist ein Sonnenbrand eine entzündliche Reaktion der Haut. Die Rötung ist eine natürliche Abwehrreaktion auf die schädigenden Strahlen", erklärt Dr. Olaf Godt, Dermatologe aus Flensburg. Er rät: "Wichtig ist es dann, sofort aus der Sonne zu gehen und viel zu trinken. Bei Schüttelfrost und Unwohlsein sollte man einen kühlen Raum aufsuchen. Feuchte Umschläge können die betroffenen Hautstellen zusätzlich kühlen." Er empfiehlt, eine leichte Lotion zu verwenden, die einen geringen Anteil an Cortison enthalte. Cortison wirkt entzündungshemmend. Für leichtere Formen des Sonnenbrandes sind in der Apotheke freiverkäuflich Cremes oder Gele erhältlich, die einen geringen Anteil an Cortison enthalten.

Alte Hausmittelchen gegen den Sonnenbrand

Auch Großmutters Tipps helfen, wenn die Haut brennt und juckt. "Hausmittel lassen sich bei Sonnenbrand einsetzen und tragen zur Heilung bei", so Godt. "Umschläge mit Quark oder Joghurt wirken entzündungshemmend und kühlend. Eine gute Lösung bei einem Sonnenbrand im Gesicht: Schwarztee-Umschläge. Dazu kann ein dünnes Stofftaschentuch mit abgekühlten schwarzen Tee getränkt werden. Nach 15 bis 20 Minuten wird das Tuch dann wieder vom Gesicht genommen. Der schwarze Tee enthält, ähnlich wie Quark und Joghurt, entzündungshemmende Wirkstoffe."
Wenn Übelkeit hinzukomme, sei Vorsicht geboten, erklärt der Mediziner. "Übelkeit kann ein Hinweis darauf sein, dass es sich um einen Sonnenstich handelt. Dann sollte in jedem Fall ärztliche Hilfe hinzugezogen werden."

Vorbeugen ist das erste Mittel der Wahl

In dem Spruch, die Haut vergisst nichts, steckt viel Wahres. "Die Sonnenbrände addieren sich im Laufe des Lebens. Ein Sonnenbrand wird sozusagen ein Leben lang im Körper gespeichert und erhöht jedes Mal das Risiko von Hautschäden und im schlimmsten Falle das Risiko für Hautkrebs", erklärt Godt.
Daher ist Vorbeugen das Wichtigste. "Cremes, Gele und Sprays geben durch ihren Lichtschutzfaktor an, um wie viel sich die Eigenschutzzeit durch das richtige Eincremen verlängert", erklärt der Experte und unterscheidet dabei drei Hauttypen, die in der Dauer ihrer Eigenschutzzeit variieren. Was viele nicht wissen: Bereits ab dem Auftreten der Rötung spricht man von einem Sonnenbrand und einer Verbrennung ersten Grades.

"Eine halbe Flasche Sonnencreme"

Wenn man einen Erwachsenen fachgerecht von Kopf bis Fuß eincremen möchte bräuchte man ungefähr 40 ml Sonnencreme. Das entspräche bei vielen Herstellen schon einer halben Flasche, betont der Hautarzt.
Die meisten Menschen cremen sich zu dünn ein. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass sich bei einem Lichtschutzfaktor von 25 die Eigenschutzzeit nur um ein Fünftel der angegebenen Zeit verlängert, wenn zu wenig Creme benutzt wird. Godt empfiehlt, leichte Gele zu verwenden. "Die lassen sich auch dann noch gut verteilen, wenn man die richtige Menge nimmt."

UV-A-Strahlen kommen durch die Wolkendecke

Der Experte verdeutlicht neben dem Eincremen die Vorteile spezieller UV-Bekleidung bei kleineren Kindern: "Diese eignet sich prima, um den empfindlichen Kinderkörper zu schützen. Was häufig vergessen wird: Auch bei bedecktem Himmel hat die Sonne eine ungeheure Kraft. Die UV-A-Strahlen kommen bis zu 100 Prozent durch die Wolkendecke. Sie sind besonders gefährlich, da sie bis in die unterste Schicht der Haut dringen und ursächlich mit der Entstehung von Falten und Hautkrebs in Verbindung gebracht werden."
Bei stärkeren Sonnenbränden kann eine bräunliche Pigmentierung der Haut zurückbleiben. Aber auch ohne diese sichtbaren Erinnerungen speichert die Haut die Verbrennung. Sie gerät eben nicht in Vergessenheit.

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