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Angeborene Herzfehler : Die häufigsten angeborenen Herzfehler

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Die Bandbreite der Fehlbildungen am Herzen oder an den großen Gefäßen ist vielfältig. Zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern zählen Herzscheidewanddefekte.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2013 | 09:42 Uhr

Wer sich über Herzfehler informieren will, steht meist vor einem undurchdringbaren Wald von komplexen Fachbegriffen. Verengungen und Verschlüsse, Herzscheidewanddefekte, Fehlverbindungen und eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Herzklappe sind die vier Arten von Herzfehlern, die sich hinter den Wörtern verbergen. Die Bandbreite reicht von Fehlern, die das Herz-Kreislauf-System nur wenig beeinträchtigen, bis hin zu schweren Fehlbildungen, die unbehandelt zum Tod führen. "Die häufigsten angeborenen Herzfehler sind glücklicherweise die kleinen. Das gibt sich oft von allein wieder und muss nur kontrolliert werden", erklärt der Kieler Kinderkardiologe Dr. Wolfgang Ram.
Vorhofseptumdefekt: Dieser Defekt ist ein Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Vorhöfen, durch das das Blut aus dem linken Vorhof in den rechten Vorhof fließt und zu einer übermäßigen Lungendurchblutung führt. Ein Ventrikelseptumdefekt hingegen ist ein Loch in der Scheidewand zwischen den beiden Herzkammern. Durch den Defekt fließt Blut aus der linken in die rechte Herzkammer. Bei einem großen Defekt kann das zu einer Überflutung der Lunge führen.
Persistierender Ductus arteriosus: Der Ductus arteriosus ist im Mutterleib bei dem ungeborenen Kind eine normale Verbindung zwischen Lungenschlagader und Körperschlagader. Diese verschließt sich normalerweise in der Regel kurz nach der Geburt. Passiert das nicht, wird von einem fortbestehenden (persistierenden) Ductus arteriosus gesprochen, durch den es zu einem vermehrten Blutfluss von der Körperschlagader in die Lungenschlagader und zu einer Vergrößerung der linken Herzkammer kommen kann.
Aortenisthmusstenose: Hinter dem Fachbegriff verbirgt sich im Gegensatz zu dem Persistierenden Ductus arteriosus eine zu starke Verengung der Körperschlagader (Aorta). Die Schwere der Folgewirkung ist vom Ausmaß der Enge abhängig. Zum Beispiel werden der Rumpf und die Beine nicht ausreichend durchblutet. Je nach Ausmaß muss deshalb operiert werden.
Pulmonalklappenstenose: Hier liegt eine Verengung der Lungenschlagaderklappe vor, wodurch sich die Klappe nicht vollständig öffnen kann. Die Auswirkung ist ein Ansteigen des Drucks in der rechten Herzkammer.
Fallotsche Tetralogie: Diese Fehlbildung ist eine Kombination von mehreren Herzfehlern und zählt zu den häufigeren schweren Fehlern. Sie vereint unter anderem eine Verengung der Lungenschlagader, einen Ventrikelseptumdefekt und einer über dem Defekt "reitenden" Aorta. Diese Erkrankung führt wegen der fehlenden Lungenversorgung zur Blausucht.
Herzfehler bei Kindern sind keine Seltenheit. Die Medizin ist heute allerdings in der Lage die vielfältigen Herzfehler zu behandeln. "Durch die Fortschritte in der Diagnostik und Therapie erreichen über 80 Prozent der Kinder mit einem angeborenen Herzfehler das Erwachsenenalter. Das gesamte Ziel der Kinderkardiologie und Herzchirurgie ist daher heute, die Lebensqualität der herzkranken Kinder dem Standard der herzgesunden Kinder anzugleichen", fasst Dr. Ram die Entwicklung zusammen. So können die Kleinen trotz des schweren Starts ins Leben meist ohne Einschränkungen groß werden und sich auch sportlich betätigen.

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