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Ernährung & Gesundheit

14. Dezember 2017 | 11:32 Uhr

Stoffwechsel : Die Gicht im Griff

vom

Diagnose: Stoffwechselerkrankung. Gelenkschmerzen und Nierenschäden sind Folgen einer purinhaltigen Ernährung. Dabei kann man viel gegen Gicht tun.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 04:38 Uhr

Schon den Ärzten in früheren Jahrhunderten war die Gicht bekannt. Damals waren meist die Reichen betroffen, die sich übermäßiges Essen und Trinken leisten konnten. Heute sind in den Industriestaaten bei 20 Prozent der Männer die Harnsäurespiegel erhöht, was die Gefahr eines Gichtanfalles steigen lässt. Sie erkranken meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, bei Frauen tritt die Stoffwechselerkrankung vorwiegend nach den Wechseljahren auf. Ursache sind Eiweißbausteine, Purine genannt, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Wenn die Konzentration an Harnsäure zu hoch ist, bilden sich Kristalle, die sich an Gelenken und Sehnen ansammeln und dort zu schmerzhaften Veränderungen führen können.
Wissenswertes zur Behandlung und Vorbeugung von Gicht erklärt Dr. Klaus Weil, Arzt für Innere Medizin und Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation des St. Franziskus-Hospitals in Flensburg. "Bei den meisten Gichtpatienten liegt eine angeborene Neigung vor", stellt Weil fest. Risikofaktoren wie Übergewicht und der Verzehr von viel Fleisch und purinreichen Nahrungsmitteln erhöhen das Risiko eines Gichtanfalls. Bier und, was viele Menschen nicht wissen, auch Cola enthalten viel Purin und sind deshalb nicht zu empfehlen.

Der richtige Lebensstil reduziert die Beschwerden deutlich


"Am Häufigsten ist das Großzehengrundgelenk von den sogenannten Gichtknoten betroffen", weiß der Experte. Bei einem Anfall ist der große Zeh dann stark gerötet und geschwollen. Es treten sehr starke Schmerzen auf. Die Betroffenen werden meist nachts davon überrascht. Allein der Druck der Bettdecke kann die Schmerzen bis ins Unerträgliche steigern. Die erkrankten Personen können sich dann nur mühsam fortbewegen und oft können weder Socke noch Schuh angezogen werden.
"Liegt ein akuter Gichtanfall vor, wird meist Colchicin, das aus den Samen der Herbstzeitlosen gewonnen wird, verschrieben. Der Patient sollte viel trinken. Am besten sind 2,5 bis 3 Liter Mineralwasser, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte oder Kräuter- und Früchtetees. Am wichtigsten ist es aber, eine purinarme Kost einzuhalten", fasst Weil die Therapie zusammen. Zu den stark purinhaltigen Lebensmitteln gehören neben Fleisch auch Muscheln und Fischsorten wie Hering und Makrele. Innereien und auch Gans, Ente und Wachtel sind möglichst zu meiden.
"Gichtpatienten können durch eine angepasste Lebensweise sehr viel für eine Verbesserung ihrer Krankheit tun", macht Weil den Betroffenen Mut. Wer seine Lebens- und Ernährungsgewohnheiten kritisch überprüft und Änderungen vornimmt, kann völlig beschwerdefrei werden. Dazu könnte eine Reduzierung von Alkoholgenuss und mehr Bewegung gehören. Eine weitgehend vegetarische Ernährung trägt dazu bei, den Harnsäurestoffwechsel ins Gleichgewicht zu bringen. Das richtige Trinkverhalten kann Gichtpatienten vor zusätzlichen Nierenproblemen bewahren.

Stark purinhaltige Lebensmittel, die gemieden werden sollten:

• Alkohol (beeinträchtigt die Ausscheidung von Harnsäure)
• Brühe und Bouillon
• Kaviar und Wild
• Fleischextrakt und Bratensaucen
• Sardellen, Hering, Makrelen, Sardinen, Sprotten
• Innereien wie Herz und Leber
• Gans, Ente, Wachtel, Rebhuhn
• Muscheln wie Miesmuscheln, Jakobsmuscheln

Mäßig purinhaltige Lebensmittel, die man während eines Gichtanfalls meiden sollte:

• Rind, Schwein und Lamm
• Hefe
• Pilze
• Frische und getrocknete Bohnen und Erbsen
• Hafer und Haferflocken
• Weizenkeime und Weizenkleie
• Limonade und Colagetränke


Mehr Informationen bei: Deutsche Gicht-Liga e. V., Berger Str. 434, 60385 Frankfurt, FON 0811 555 2870, www.gichtliga.de


Verlosung für Gichtgeplagte


Die Autorinnen des Ratgebers "Gicht im Griff" erläutern die vielen Möglichkeiten der Selbstbehandlung und Vorbeugung bei erhöhten Harnsäurespiegeln. Dazu tragen Erkenntnisse aus Naturheilkunde, Homöopathie und Ernährungsmedizin bei. Mithilfe eines 10-Wochen-Plans kann man schrittweise zu einer veränderten und gesünderen Lebensweise kommen. Im Rezeptteil findet man Vorschläge für leckere Gerichte.

Buess-Kovacs/Kaltenthaler, "Gicht im Griff", Schlütersche Verlagsgesellschaft, 160 S., 22,95 Euro, ISBN 3-899936-36-0.


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