Anzeige: Helios Klinikum Schleswig : Die Bauchspeicheldrüse – ein oftmals unterschätztes Organ

Sie wiegt im Schnitt nur 70 Gramm, hat es aber in sich: die Bauchspeicheldrüse.

Sie wiegt im Schnitt nur 70 Gramm, hat es aber in sich: die Bauchspeicheldrüse.

Wenn die Bauchspeicheldrüse entzündet ist: Symptome, Folgen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

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07. September 2019, 00:01 Uhr

Schleswig | Plötzliche Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwäche, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sowie Fieber – all das können Symptome für eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sein. Mit etwa 14 bis 18 Zentimeter Länge und durchschnittlich 70 Gramm Gewicht liegt sie als keilförmige Drüse im Oberbauch und zeigt ihre zentrale Stellung erst bei einer Erkrankung. Jährlich werden rund 74.000 Patienten mit einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse im Krankenhaus behandelt.

Die Bauchspeicheldrüse ist ständig aktiv und hat zwei lebenswichtige Funktionen. Zum einen produziert sie täglich rund anderthalb Liter Verdauungssäfte für den Darm, die die Nahrung in Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette aufschlüsseln und zerkleinern. Zum anderen schüttet das Organ die Hormone Insulin und Glukagon aus, die für die Regulierung des Blutzuckerspiegels sorgen. „Erkrankt die Drüse, sind beide Funktionen gefährdet“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Lars Ivo Partecke, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Helios Klinikum Schleswig.

Entzündung der Bauchspeicheldrüse: mögliche Folgen

Dabei führt eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu starken Schädigungen oder gar Zerstörungen von Teilen des Organs. Eine individuelle Behandlung der in Fachkreisen genannten Akuten Pankreatitis ist hier geboten, weiß auch Dr. Partecke:

Durch immer wiederkehrende manchmal kaum merkbare Entzündungen und Schädigungen der Bauchspeicheldrüse kann es zu einer langsamen Zerstörung dieser kommen Priv.-Doz. Dr. Lars Ivo Partecke, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Helios Klinikum Schleswig
 

„Dabei wird das Bauchspeicheldrüsengewebe abgebaut und durch Narbengewebe ersetzt. Das beeinträchtigt nicht nur die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse, sondern auch die Insulinproduktion“, sagt Dr. Partecke. Man spricht dann von einer Chronischen Pankreatitis, welche häufig starke Schmerzen verursacht.

Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Appetitlosigkeit sind typische Symptome für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
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Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Appetitlosigkeit sind typische Symptome für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

 

Ursachen für die Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Ursächlich für eine Pankreatitis sind nicht selten übermäßiger Alkoholkonsum oder fettreiche Nahrung. Ferner können angeborene Veränderungen des Erbgutes – sogenannte Gen-Mutationen – oder ein chronisches Gallensteinleiden eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen. Der Krankheitsverlauf lässt sich oft nicht vorhersehen. Während die meisten Patienten sich innerhalb von ein bis zwei Wochen erholen, erleiden 15 bis 20 Prozent einen schwereren Verlauf, bei dem es durch nicht kontrolliertes Wachstum von Bauchspeicheldrüsenzellen und Geweberegeneration zur Bildung eines Tumors kommt. Dieser kann sowohl gutartig als auch bösartig sein. „Die Ursachen des Bauchspeicheldrüsenkrebses sind zurzeit nicht bekannt, jedoch ist bei einigen Patienten eine Verbindung mit dem Rauchen anzunehmen“, so der Experte.

So entsteht Bauchspeicheldrüsenkrebs

Am häufigsten entsteht der Bauchspeicheldrüsenkrebs im Kopf der Drüse. Betroffene erleiden nicht selten eine Gelbsucht, die durch eine Verlegung des Gallengangs hervorgerufen wird. Ferner kann der Tumor den Bauchspeicheldrüsengang blockieren, was dazu führt, dass die Verdauungsenzyme nicht mehr in den Darm gelangen. Die Symptome sind relativ untypisch.

Am häufigsten beobachten wir eine Einschränkung des Allgemeinzustandes, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit Priv.-Doz. Dr. Lars Ivo Partecke, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Helios Klinikum Schleswig
 

Die Patienten klagen auch häufig über Schmerzen im Oberbauch, welche in den Rücken ziehen und im Laufe der Erkrankung an Stärke zunehmen.

Behandlung im Helios Klinikum Schleswig

Im Helios Klinikum Schleswig erfolgt die Behandlung auf chirurgischem Wege, das heißt, der Tumor wird operativ entfernt. „Dies kann nur erfolgen, wenn eine Metastasierung der Krebszellen in andere Organe, wie z.B. die Leber oder die Lunge, ausgeschlossen wurde“, betont Dr. Partecke. Außerdem sollte der Tumor nicht in die umgebenden Gefäße eingewachsen sein, da ansonsten eine vollständige Entfernung des Tumors häufig nicht möglich ist. Bei der Wahl der Behandlung arbeitet das Team um Priv.-Doz. Dr. Partecke eng mit den Kollegen der Gastroenterologie, der Anästhesie sowie der Radiologen zusammen. Eine individuell auf den Patienten abgestimmte Therapie, ist für uns unerlässlich“, so der Chirurg.

Kontakt:

Helios Klinikum Schleswig
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Lars Ivo Partecke
Tel: (04621) 812-1201
www.helios-gesundheit.de/schleswig

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