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Ernährung & Gesundheit

16. Dezember 2017 | 22:11 Uhr

Nebenwirkungen : Dickmacher Medikamente

vom

Von Antibabypille bis Psychopharmaka: Arzneimittel können den Stoffwechsel so beeinflussen, dass das Körpergewicht zunimmt. Was kann man dagegen tun?

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2013 | 06:23 Uhr

Bewegt sich die Anzeige auf der Waage nach oben, ohne dass man weiß, warum? Dann lohnt es sich die eigenen Medikamente unter die Lupe zu nehmen. Viele Arzneimittel beeinflussen Stoffwechsel und/oder Appetit und führen zu einer Gewichtszunahme. Wichtig: Man sollte die Medikamente nicht einfach absetzen, da sonst der Therapieerfolg gefährdet ist.

Stattdessen sollte man den Arzt informieren und mit ihm mögliche Alternativen besprechen.Wie etwa eine Verringerung der Dosis, einen anderen Einnahmezeitpunkt oder ein Wechsel zu einem anderen Mittel. Ist die Einnahme des Medikamentes notwendig und der Arzt kann keine anderen Möglichkeiten anbieten, sollte man besonders auf eine kalorienarme Ernährung und ausreichend Bewegung achten. Nachfolgend Medikamente, die besonders häufig das Gewicht erhöhen und Ratschläge was man dagegen tun kann:

Psychopharmaka
Während Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Fluoxetin, Paroxetin) kaum Einfluss auf die Kilos haben, gelten trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitryptilyn, Clomipramin) als eher problematisch. Auch bei Lithium oder einzelnen Neuroleptika zur Behandlung von Psychosen oder manisch-depressiven Erkrankungen, wie Olanzapin oder Clozapin, ist die Nebenwirkung bekannt. In diesen Fällen gilt: Geht es dem Patienten unter dem Mittel besser, sollte nicht gewechselt werden. Verstärken sich dagegen die psychischen Beschwerden, sollten die Vor- und Nachteile genau abgewogen werden.

Insulin und Antidiabetika
Diabetes ist häufig Folge von Übergewicht. Dies wird durch manche Antidiabetika, wie Insulin-Sensitizer (z.B. Pioglitazon, Rosiglitazon) oder Sulfonylharnstoffe, begünstigt, da sie die Insulinproduktion anregen. Auch Insuline (besonders Verzögerungsinsuline) erhöhen den Appetit. Mögliche Alternative ist das Spritzen von Normal-Insulinen oder Analog-Präparaten. Metformin beeinflusst die Insulinproduktion nicht und kommt so vor allem für übergewichtige Diabetiker infrage.

Cortison
Bei Rheuma oder Asthma muss oft Cortison eingenommen werden. Das Hormon bewirkt jedoch, dass sich Wasser im Körper einlagert und der Körper regelrecht aufschwemmt. Zusätzlich verspüren viele Patienten unter Cortison Heißhunger. Damit die Pfunde nicht hängen bleiben, auf die Kalorienmenge achten. Asthmatiker können gegebenenfalls auf Cortison-Sprays zurückgreifen, das nur auf die Bronchialschleimhaut wirkt.

Antibabypille
Häufig bewirken Östrogene durch Wassereinlagerungen und nicht durch Fett eine geringe Gewichtszunahme. Moderne Antibabypillen mit dem Gestagen Drospirenon können das Risiko einer ungewollten Gewichtszunahme verringern. Tipp: Da die Hormone den Appetit erhöhen können, auf eine gesunde Ernährung und Bewegung achten.

Betablocker
Die zumeist gegen Bluthochdruck eingesetzten Medikamente (z. B. Metoprolol) können den Energie-Stoffwechsel und die Fettverbrennung reduzieren, müde und antriebslos machen. Vor allem zu Therapiebeginn kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Da es sich zumeist nur um wenige Pfunde handelt, reicht oft eine Ernährungs-Umstellung aus.

Migränemittel
Unter Kalzium-Antagonisten (z. B. Flunarizin) steigt das Gewicht – anders als bei dem Antiepileptikum Topiramat. Studien zeigen, dass das ebenfalls zur Migräne-Prophylaxe eingesetzte Mittel sogar die Pfunde purzeln lässt.

Der Zeitpunkt für die beste Medikamenteneinnahme

Die meisten Medikamente sollte man auf nüchternen Magen einnehmen, da sie so schneller und besser vom Körper aufgenommen werden. Es gibt allerdings Ausnahmen bei denen es sich genau umgekehrt verhält.
Bei einigen Schmerzmittel ist die Gefahr groß, dass sie auf den Magen schlagen. Deshalb sollten sie zusammen mit oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Manche Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung besser morgens (Cortison), für andere (Mittel gegen zu viel Magensäure) ist der Abend günstiger.

Da sich die Wirkstoffe der Arzneien im Körper sehr unterschiedlich verhalten, sollte man alle Mittel immer zu dem Zeitpunkt nehmen, den der Arzt oder Apotheker empfiehlt. Das kann auch vor dickmachenden Wirkungen schützen.

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