Blutspende : Diako-Blutbank befürchtet Engpässe

Dr. Detlev Petersen, Chefarzt des Diako-Instituts für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, betreut zwei Blutspenderinnen. Foto: sh:z
Dr. Detlev Petersen, Chefarzt des Diako-Instituts für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, betreut zwei Blutspenderinnen. Foto: sh:z

Baustellen rund um das Krankenhaus verschrecken derzeit mögliche Spender. Dabei ist die Blutspende lebenswichtig. Sie hilft nicht nur anderen, sondern auch den Spendern.

shz.de von
11. Oktober 2012, 11:50 Uhr

Flensburg | "Wir haben zurzeit zehn Prozent weniger Blutspender", erklärt Dr. Detlev Petersen, Chefarzt des Diako-Instituts für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin. Den Grund dafür, das hätten ihm einige Blutspender bestätigt, sieht er in den zahlreichen Baustellen in der Stadt, die bereits seit Wochen das Erreichen der Blutbank erschwerten. "Mein Dank gilt allen Spendern, die trotz der Baustellen zu uns kommen", betont Petersen.
Sollte der "schmerzhafte Rückgang" allerdings anhalten, sieht der Mediziner echte Engpässe auf das Diako-Institut zukommen, das auch das Franziskus-Hospital und das Krankenhaus Husum versorgt. "Bei Blutkonserven sind wir auf stetigen Fluss angewiesen, da sie nur etwas mehr als einen Monat haltbar sind." Plasma sei zwar länger haltbar, "durch das völlige Leerlaufen nach der EHEC-Krise im vergangenen Jahr sind die stark reduzierten Plasmabestände aber immer noch nicht wieder aufgefüllt". Die Behandlung eines einzigen Infizierten hatte damals bis zu 100 Blutspenden in Anspruch genommen.
Eine Blutspende verringert Risiken
Das Ziel, das wie in der Vergangenheit bei jährlich rund 10.000 Spenden liege, werde in diesem Jahr wohl deutlich verfehlt. Wenn der Trend anhalte, so Petersen. Auf Grund neuer medizinischer Erkenntnisse werde bei Operationen zwar "sparsamer" als früher Blut transfundiert, im Bereich der Krebsbehandlung wachse der Bedarf an Blutkonserven allerdings stetig. Auch werde Plasmapherese, das ist der Austausch des Blutplasmas als therapeutische Maßnahme, auch bei anderen Erkrankungen als bei EHEC-Infektionen eingesetzt.
"Blutspender tun etwas Gutes. Nicht nur für die Gemeinschaft, sondern auch für sich selbst", sagt der Chefarzt, um erklärend hinzuzufügen: "Eine jüngere Studie belegt, dass regelmäßiges Blutspenden das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls um 40 Prozent senkt." Zuvor habe man den Effekt auf das grundsätzlich gesündere Leben von Blutspendern zurückgeführt. Die Studie aus Kansas (USA) beweise jedoch, dass das Blutspenden selbst ursächlich sei. Jeder Spender wird zudem von einem Arzt ausführlich untersucht. "Es ist eine aufwändige Laboranalyse, die als Privatpatient bei einem niedergelassenen Arzt mehr als 150 Euro kosten würde." Darüber hinaus gibt es einen allgemeinmedizinischen Check. Jeder, der gesund ist, darf bis 68 spenden. Erstspender dürfen allerdings nicht älter sein als 60.
Diako Blutspendedienst

Öffnungszeiten des Blutspendedienstes in der Diako: montags 10 bis 15 Uhr; dienstags und donnerstags 12 bis 18 Uhr; freitags 7.30 bis 15 Uhr. Das Parken im Diako-Parkhaus ist kostenlos während der Blutspende.

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