Vorwürfe gegen Klinikleitung : Der serbische Patient

Klaus Deitmaring, Geschäftsführer des St.-Franziskus-Hospitals. Foto: Staudt
Klaus Deitmaring, Geschäftsführer des St.-Franziskus-Hospitals. Foto: Staudt

Aus Mitarbeiterkreisen am Franziskus-Hospital in Flensburg werden schwere Vorwürfe an die Klinikleitung erhoben. Sie bemängeln: serbische Patienten wurden bevorzugt.

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16. Januar 2013, 12:04 Uhr

Flensburg | "Wir beschäftigen reihenweise Ärzte, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, geschweige denn empathisch mit Krebspatienten umgehen können." In einem Schreiben an unsere Redaktion werden aus Mitarbeiterkreisen des Franziskus-Krankenhauses in Flensburg schwere Vorwürfe laut. Sie gipfeln in der Unterstellung, dass in der Stammzell-Station überwiegend serbische Patienten behandelt würden und Erkrankte aus Deutschland auf die Warteliste geschoben würden. "Sie sind ja nur gesetzlich versichert - es lebe der katholische Anstand"!
Indirekt angesprochen ist in diesem Kontext die Chefärztin der onkologischen Abteilung, Prof. Nadezda Basara. "Stimmt nicht", sagt diese klipp und klar. Es gebe keinerlei Wartelisten für die hochspezialisierte Stefan-Morsch-Station, auf der akute Leukämie behandelt und Stammzellentransplantationen durchgeführt werden. "Alle werden gleich behandelt, serbische Patienten werden abgerechnet wie gesetzlich versicherte deutsche."
Geschäftsführer Klaus Deitmaring untermauert diese Aussagen mit Zahlen. Von insgesamt 12.000 Behandelten im abgelaufenen Jahr habe es lediglich sieben serbische Patienten gegeben. "Das hat natürlich auch mit der Herkunft unserer Chefärztin zu tun." Nadezda Basara stammt aus Serbien. Deitmaring unterstreicht, dass in der Klinik Patienten unabhängig von Nationalität, Weltanschauung oder Lebenslage aufgenomen würden. Den Vorwurf, die Station sei vor einem Jahr "aus dem Nichts" gestampft worden, lässt er quasi gelten. Es habe das Geld dafür, die Nachfrage und die Kompetenz gegeben. "Es musste schnell gehen, und wir haben 30 Schwerkranke behandelt, die dafür sehr dankbar waren. Wir können hier mit einer christlichen Werteeinstellung eine Menge für Menschen tun."

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