Anzeige: Heuschnupfen : Das große Schniefen: Was Allergiker beim Pollenflug tun können

So schön es auch ist, wenn die Blumen, Bäume und Gräser anfangen zu sprießen und zu blühen: Von Allergikern werden die warmen Monate mit Vorsicht genossen.

So schön es auch ist, wenn die Blumen, Bäume und Gräser anfangen zu sprießen und zu blühen: Von Allergikern werden die warmen Monate mit Vorsicht genossen.

Sie fliegen wieder: Die ersten Bäume und Gräser sprießen und mit ihnen starten auch die Pollen wieder in die Saison. Aber auch mit Heuschnupfen lässt sich das Frühlingswetter genießen, wenn ein paar Regeln befolgt werden.

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01. Mai 2020, 00:01 Uhr

Für etwa 15 Prozent der Deutschen heißt es jetzt wieder: Taschentuch bereit halten! Für diejenigen, die von Heuschnupfen betroffen sind, wird der Start in die Draußensaison von Niesattacken, laufenden Nasen und juckenden Augen begleitet.

Heuschnupfen ist der Überbegriff für eine Allergie, bei der das Immunsystem überempfindlich auf die durch die Luft fliegenden Pollen reagiert. Setzen sich bei den Betroffenen die Pollen auf den Schleimhäuten in der Nase oder im Mund ab, wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt: Der Körper bildet Abwehrstoffe und schüttet das Gewebehormon Histamin aus. Dieses Hormon ist die Ursache für körperliches Unwohlsein, denn es sorgt für Juckreiz und anschwellendes Gewebe, das dadurch vermehrt Flüssigkeit absondert.

Den Beschwerden den Kampf ansagen

Bei vielen Heuschnupfen-Symptomen reichen Taschentücher nicht aus. Wer unter der Allergie leidet, sollte sich zunächst von einem Facharzt beraten lassen und anschließend in der Apotheke Medikamente zur Linderung besorgen. Allerdings kann man in akuten Fällen auch mit Augentropfen und Nasensprays mit dem Wirkstoff Azelastin oder Levocabastin, die nicht vom Arzt verschrieben werden müssen, die Symptome lindern.

Sie hindern das bei Allergien freigesetzte Histamin und bremsen die Beschwerden zum Teil ab. Wenn das nicht ausreicht, können auch Medikamente eingesetzt werden, die nicht nur am unmittelbaren Einsatzbereich, also an der Nase oder an den Augen, wirken, sondern die die Histaminbildung im ganzen Körper hemmen. Diese Mittel werden dann in Tablettenform eingenommen. Doch Vorsicht: Manche Wirkstoffe, wie zum Beispiel Clemastin und Dimetinden können eine ermüdende Wirkung haben, die tagsüber die Arbeitsfähigkeit oder sogar die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können.

Bei Medikamenten auf Nebenwirkungen achten

Wirkstoffe wie Cetirizin und Loratadin haben hingegen den Vorteil, dass sie auf den Körper keine ermüdende Wirkung haben und auch nicht verschreibungspflichtig sind. Weitere Wirkstoffe, die nicht ermüdend wirken, für die allerdings ein Rezept vonnöten ist, sind Desloratadin, Ebastin, Fexofenadin, Levocetirizin und Mizolastin. Übrigens: Möchte man die medikamentöse Behandlung mit Nasenspray oder Augentropfen verstärken, sollte darauf geachtet werden, dass diese – wenn möglich – unkonserviert sind. Ist man nämlich gezwungen, die Sprays und Tropfen über einen längeren Zeitraum hinweg zu nutzen, können die Konservierungsmittel auf Dauer die Schleimhäute schädigen.

Raps kann durchaus ein möglicher Auslöser für allergische Reaktionen sein.
Adobe Stock/Sandor Jackal

Raps kann durchaus ein möglicher Auslöser für allergische Reaktionen sein.

 

Das Immunsystem langfristig an die Pollen gewöhnen

Wem die jährlich wiederkehrende regelmäßige Einnahme von Medikamenten zu viel wird, der kann auch über eine langfristige Umgewöhnung des Immunsystems nachdenken. Hierfür wird das Immunsystem über drei Jahre hinweg mit einer allergenspezifischen Immuntherapie (SIT) behandelt.

Für die Behandlung gibt es zwei unterschiedliche Therapiemethoden: Entweder wird der jeweilige Allergenextrakt unter die Haut gespritzt (subcutane Immuntherapie = SCIT) oder als Tablette eingenommen, bzw. mit Tropfen unter die Zunge getropft (sublinguale Immuntherapie = SLIT).

Die subcutane Immuntherapie (SCIT):
Bei der subcutanen Immuntherapie reagiert der Körper bei gut der Hälfte der Behandelten mit einer vorübergehenden Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Deutlich weniger Patienten entwickeln eine allergische Reaktion oder asthmatische Beschwerden. Eine Überreaktion des Immunsystems mit gefährlichen Komplikationen gibt es nur selten. Dennoch müssen Sie nach der Injektion eine halbe Stunde in der Praxis bleiben, damit im Notfall rasch eingegriffen werden kann.

Die sublinguale Immuntherapie (SLIT):
Bei der sublingualen Immuntherapie sind lebensbedrohliche Nebenwirkungen noch nicht vorgekommen. Deshalb kann die Anwendung zu Hause durchgeführt werden. Bei der SLIT wird der Allergenextrakt durch die Mundschleimhaut ins Blut aufgenommen. Diese Anwendungsform ist einfacher. Doch muss die Behandlung sehr regelmäßig und diszipliniert erfolgen, sonst wird sich die Allergie nicht bessern. Derzeit ist die SLIT erst für Kinder ab 5 Jahren zugelassen.

Tipps und Tricks für ein pollenfreieren Alltag

Es ist kein Geheimnis: Das Wetter hat einen großen Einfluss auf den Pollenflug und dessen Wirkung auf das Immunsystem. Es wäre deshalb ratsam, seinen Alltag nach der Wetterlage zu richten. Das ist oft im hektischen Alltag kaum möglich.

Regionale Wettervorhersagen oder Auskünfte über den Pollenflug im Internet können allerdings eventuell für die Tagesplanung berücksichtigt werden. Außerdem können auch einige Maßnahmen getroffen werden, mit denen den Pollen zwar nicht gänzlich entkommen werden kann, die jedoch schon vielen Betroffenen den Alltag mit der Allergie vereinfachen konnten:

  • Die Fenster tagsüber geschlossen halten. In der Wohnung erreicht die Pollenkonzentration in der Regel nur etwa ein Drittel der Konzentration von draußen.
  • Vor dem Schlafengehen die Haare waschen. So werden die Pollen entfernt, die sich tagsüber auf dem Kopf angesammelt haben.
  • Bei geschlossenem Fenster schlafen. Die Pollen befinden sich auch nachts in der Luft.
  • Bei Regen oder Windstille lüften. Bei kaltem feuchtem Wetter binden sich die Pollen an Wassertropfen und sinken zu Boden.
  • Pollenschutzgitter am Fenster befestigen. Ein Pollenschutzgitter ermöglicht das Lüften bei jeder Wetterlage. Es verringert die Pollenbelastung im Raum je nach Hersteller bis zu 99 Prozent.
  • Möbel, Fensterbänke und Fußböden sollten häufig feucht gewischt werden. Idealerweise von den Haushaltsmitgliedern, die keinen Heuschnupfen haben!
  • Wäsche nicht im Freien trocknen lassen.
  • Pflanzen aus dem Garten entfernen, die zur Pollenbelastung beitragen. Auch der Rasen sollte möglichst kurz gehalten werden, damit er gar nicht erst blühen kann.

(Mit Material von dpa und BARMER)

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