Porträt : Christian Eckert will barrierefreie Köpfe

Christian Eckert.
Christian Eckert.

Flensburg Hat einen neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen: Christian Eckert selbst lebt seit seiner seit seiner Geburt mit einer Behinderung.

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18. Juli 2012, 10:21 Uhr

Flensburg | Die Stadt Flensburg hat einen neuen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen: Christian Eckert (38) wurde durch eine Wahl das Ehrenamt zugesprochen. Seine Behinderung in Form eines Wachstumsfehlers des rechten Armes ist angeboren. "Genau deswegen, weil ich es von Geburt an habe, gibt es fast nichts, was ich nicht kann."
Der Vater zweier Kinder ist hauptberuflich für das KBA tätig. Dort wurde er zur Vertrauensperson der Menschen mit Behinderungen gewählt. In Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, Gerhard Schmitz, stellte er seine Ziele vor. "Wir wollen eine noch bessere barrierefreie Zone in Flensburg schaffen."
"Ein Restaurant, welches im Keller liegt, wäre dann sehr suboptimal"
Als positives Beispiel nennt er das Rathaus. Denn dort seien Behindertenparkplätze nahe des Eingangs gelegen, elektronische Türöffner sowie Fahrstühle berücksichtigt worden. Als problematisch sehe er jedoch die Privat-Gebäude. "Stellen Sie sich vor, ein Rollstuhlfahrer zu sein. Ein Restaurant, welches im Keller liegt, wäre für Sie dann sehr suboptimal." Eckert fügt hinzu: "Aber ich bin ein Freund des offenen Dialoges. Ich versuche zu überzeugen."
Ein weiterer Punkt, der ihn bewegt, ist die Inklusion. "Die Barrieren sind nur in den Köpfen der Menschen, aber es steckt so viel Potenzial in Menschen mit Behinderungen." Ausdrücklich weist er auch auf Veranstaltungen des Holländerhofes hin. Außerdem plane er zwei Mal im Jahr, beginnend 2013, eine öffentliche Veranstaltung für Menschen mit Behinderungen, damit diese ihre konkreten Wünsche persönlich äußern können.
Zudem ist sein Büro an zwei Montagen im Monat von 16 bis 17 Uhr zur Sprechstunde geöffnet. Gerhard Schmitz öffnet seine Bürotüren donnerstags von 14 bis 15 Uhr. E-Mails seien zur Kontaktaufnahme am effektivsten, sagt Eckert. Schließlich werde der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen in Politik und Verwaltung einbezogen. "Wir sind ein Teil des Ganzen", fügt Eckert hinzu.
Kontakt: Christian Eckert, Email: behindertenbeauftragter@flensburg.de

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