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Freizeit : Bunt und kurz: Kostüme bei Manga-Messe immer knapper

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Mandy aus Kassel genießt es, wenn sich die Fotografen um sie scharen. Sie präsentiert sich in einem schwarzen, hautengen Glanzanzug mit großem Ausschnitt - selbst genäht.

Auf der Manga-Messe Connichi in Kassel gehört das Posieren für die Teilnehmer dazu. «Ich möchte Aufmerksamkeit erregen», sagt die 24-Jährige mit der silberhaarigen Perücke. Dafür habe sie das Kostüm gemacht.

Die Studentin ist eine von Tausenden Manga-Fans auf der Connichi. Bis zum Sonntag erwarten die Veranstalter mehr als 21 000 Besucher - meist junge Frauen in schrillen Kostümen, die japanischen Comic-Figuren nachempfunden sind.

In sogenannten Cosplay-Contests (von costume und play, also Kostümspiel-Wettbewerben) werden die besten Verkleidungen prämiert. Die Connichi gilt als größte von Fans veranstaltete Manga-Messe in Deutschland. Bereits zum elften Mal steigt sie in Kassel. Die Besucher kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Staaten.

Die meisten Manga-Fans schneidern ihre oft aufwendigen Verkleidungen selbst - und die Outfits werden immer kürzer. «Immer mehr gehen in die erotische Schiene. Sexy Cosplay kommt einfach gut. Aber ich habe das schon immer so gemacht», erzählt Mandy. Melanie Beckers, Sprecherin der Connichi, bestätigt: «Die Kostüme werden kürzer und knapper, das ist der Trend.» Ein Grund: Auch in Manga-Serien und -Spielen würden die Charaktere immer knappere Outfits tragen. «Dann kommt das hier unweigerlich.»

Kassandra (28) hat sich einen grauen Bart angeklebt und eine Art Talar an, «Cosplay macht einfach Spaß», sagt sie. Zudem sei die Connichi dazu da, Freunde zu treffen, zu denen man sonst nur über das Internet Kontakt habe. Kimi aus Ingolstadt reizt vor allem, ihre Rolle darzustellen. «Die Schauspielerei ist das Schönste», sagt die 22-Jährige, die eigentlich als Versicherungskauffrau arbeitet. Auch sie näht ihre Kostüme selbst - diesmal ein weiß-grünes Outfit mit Flügeln, spitzen Ohren und einer goldblonden Perücke.

Überhaupt nicht verkleidet sitzen dagegen Dilara, Theresa, Lena und Carolin an der Stadthalle. Die vier 18-Jährigen sind extra aus Schwäbisch Hall angereist. «Wir sind sehr unbegabt im Nähen», sagt Dilara. Das Quartett ist erstmals auf einer Manga-Messe. «Wir wollen erstmal schauen.» Der erste Eindruck? «Überwältigend! Die Kostüme sind klasse, die Details und Posen», betont Lena. Vielleicht wollen sie im nächsten Jahr wiederkommen.

Connichi

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erstellt am 13.Sep.2013 | 17:57 Uhr

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