Schon gewusst? : Bewegung gegen Panik

Anstatt sich auf den Zustand zu konzentrieren, sollte man sich bei einer Panikattacke lieber sportlich betätigen. Foto: dpa
Anstatt sich auf den Zustand zu konzentrieren, sollte man sich bei einer Panikattacke lieber sportlich betätigen. Foto: dpa

Sie sind nicht lang und erscheinen doch wie eine Ewigkeit. Wer eine Panikattacke hat, sollte sich bewegen. Schon Kniebeugen helfen gegen die Angst.

shz.de von
03. Oktober 2012, 09:22 Uhr

Manche Menschen reagieren leicht panisch - dann spielt der Körper schnell verrückt. Die Angst vor den Menschenmassen beim Sommerschlussverkauf oder vor der bevorstehenden Fahrt im Aufzug beispielsweise kann zu plötzlichen Panikattacken führen. Das Herz beginnt zu rasen, Schwitzen, Schwindel, Zittern und Luftnot setzen ein. Dann bringt es wenig, zu versuchen ruhigzubleiben. Stattdessen kann körperliche Betätigung bei einer Angstattacke helfen. "Wer kann, sollte in einer solchen Situation joggen gehen, Treppen laufen oder Kniebeugen machen", empfiehlt Prof. Borwin Bandelow, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen im Interview.
Durch die körperliche Betätigung passen die Symptome, die vorher als unnatürlich und gefährlich eingestuft worden sind, wieder zu der Tätigkeit des Körpers. Das beruhigt denjenigen, der gerade eine Panikattacke erleidet, erklärt der Psychiater. Das oft empfohlene bewusste Atmen sollte dagegen vermieden werden: "Dadurch wird die Konzentration ganz auf die Reaktionen des Körpers gelenkt, und das steigert die Panik nur weiter", erklärt Bandelow.
Vermehrte Attacken brauchen Behandlung
Stattdessen rät er, sich bewusst zu machen, dass die Panikattacke nach etwa 30 bis 120 Minuten wieder vorbei ist und keine schlimmen Folgen hat. Schon das kann beruhigend wirken. Eine gelegentliche Panikattacke ist ganz normal und kann jeden ereilen. Sollten diese Attacken jedoch viermal im Monat oder häufiger auftreten, rät Bandelow den Betroffenen, einen Arzt aufzusuchen.
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