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Ernährung & Gesundheit

13. Dezember 2017 | 10:30 Uhr

Fit im Alter : Bevor der Arzt kommt

vom

Das Angebot an Vorsorgeuntersuchungen ist groß. Doch es reicht alleine nicht aus, um gesund und fit zu bleiben. Bewegung, Ernährung und Auszeiten sind wichtig.

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2013 | 04:47 Uhr

Wer wünscht sich nicht, bis ins hohe Lebensalter hinein fit zu bleiben? Dem Alter ein Schnippchen zu schlagen, ist für die Generation 50plus einfacher, als viele denken. Vorbeugung lautet das Zauberwort. Unser Körper macht im Laufe des Lebens einen natürlichen Alterungsprozess durch. Je älter wir werden, desto mehr verändert er sich. Die Muskelmasse wird geringer und der Anteil an Fettgewebe nimmt zu. Die Beweglichkeit lässt ebenso nach wie die körperliche Leistungsfähigkeit und geistige Reaktionsgeschwindigkeit. Eine Verminderung der Knochendichte erhöht das Risiko, an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken. Das ist völlig normal. Jeder kann aber eine Menge dafür tun, Körper und Geist so lang wie möglich fit zu erhalten.

Die Krankenkassen bieten eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen an. Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser sind schließlich die Heilungschancen. Ab dem 35. Geburtstag können Patienten alle zwei Jahre einen Gesundheitscheck mit Blut- und Urinanalyse sowie Hautkrebsscreening durchführen lassen. Im Alter von 50 bis 54 Jahren kann ein Darmkrebstest in Anspruch genommen werden. Ab 55 sind Darmspiegelungen möglich. Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr werden Frauen in Schleswig-Holstein zu einer kostenfreien Brustmammografie eingeladen, um Tumore frühzeitig zu erkennen. Ein jährlicher Besuch beim Gynäkologen für die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung ist ebenfalls angezeigt. Bei Männern gehört ab dem 45. Lebensjahr die Prostatakrebs-Untersuchung zur Vorsorge.

Für die Gesundheit verzichten

Zusätzlich gibt es spezielle, nicht erstattungsfähige Untersuchungen, die im Einzelfall sinnvoll sein können. "Dies ist der Fall, wenn es in der Familie eine auffällige Häufung von Erkrankungen gibt, zum Beispiel bei Lungenkrebs oder Herz-Kreislauferkrankungen. Jeder kann mit seiner Lebensgeschichte in die Privatsprechstunde eines Altersmediziners gehen und sich umfassend beraten lassen", sagt Altersforscher Prof. Dr. Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Altersmedizin, am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Doch Vorsorgeuntersuchungen allein reichen nicht aus, um im Alter gesund zu bleiben.

Experten raten, auf das Rauchen zu verzichten und nur wenig Alkohol zu trinken. Stress zu minimieren, Auszeiten im Alltag sollte man sich ebenfalls gönnen. Denn Stress kann Krankheiten verschlimmern, bei denen das Immunsystem eine Rolle spielt. Auch kann er schnell in eine behandlungsbedürftige Depression münden. Man weiß heute, dass diese Erkrankung mit einer verringerten Lebenserwartung einhergeht. Ein besonderes Augenmerk sollte auf der Ernährung liegen. Schreiber: "Eine vitaminreiche und ausgewogene Ernährung bietet Schutz vor Infekten und beugt Leberverfettung vor. Kohlenhydrate dürfen deshalb nicht allzu häufig auf dem Speiseplan stehen."

Wohlfühlen ist das Hauptziel

Der Internist setzt zudem auf Bewegung, empfiehlt, sich mindestens dreimal in der Woche für eine halbe Stunde körperlich auszupowern. "Man kann diese Einheiten in seinen Alltag einbauen, zum Beispiel das Auto einfach mal stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren". Daneben ist für Schreiber der Erhalt der geistigen Fitness wichtig. "Ich rate Älteren, sich geistig rege zu halten und herauszufordern. Komplizierte Texte mit vielen Nebensätzen zu lesen, ist dafür eine gute Übung".

In seinem Klinikalltag hat Schreiber beobachtet, dass es einen Unterschied gibt, wie Männer und Frauen mit ihrer Gesundheit umgehen. "Frauen ernähren sich in der Regel gesünder und treiben mehr Sport. Bei der Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen sind aber die Männer klar in der Überzahl." Ob es ein Patentrezept für ein langes, erfülltes Leben bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit gibt? Da muss Schreiber nicht lange überlegen. Neben Einflüssen wie Erbgut, Umweltfaktoren und Lebensstil komme es vor allen Dingen auf eines an: "Seien Sie glücklich!"

Buchtipp: Prof. Dr. med. Bernd Fischer und Dr. med. Christiane Fischer: "So wird man hundert, Übungen für Körper und Seele", Kreuz Verlag, ISBN 978-3-451-61204-6, 14,99 Euro.

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