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Prostata : Beschwerden lindern - ohne Operation

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Wenn die vergrößerte Prostata auf die Harnröhre drückt, folgen oft gesundheitliche Probleme. Vor einer Operation, können zunächst Medikamente helfen.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2013 | 09:31 Uhr

Eine gutartige Prostatavergrößerung allein ist noch nicht behandlungsbedürftig und kommt im Alter häufig vor. Doch durch die Vergrößerung ergeben sich häufig Folgeprobleme. Am häufigsten zeigen sich diese beim Wasserlassen - denn die Prostata kann auf die Harnröhre drücken. Dr. Tillmann Loch, Chefarzt der Urologischen Klinik der Diakonissenanstalt in Flensburg, erklärt, dass eine Prostatavergrößerung "völlig normal" ist: "Ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren kann die Prostata anwachsen, der Strahl beim Wasserlassen wird oft schwächer."

Alpha-Blocker helfen

Verlässliche Besserung können Medikamente bringen. "Bei Alpha-Blockern ist die Wirkung in Studien nachgewiesen worden. Sie wirken speziell auf den Blasen- und Prostatabereich", erklärt Loch. "Sie wirken entspannend auf diese Bereiche und sorgen so für einen geringeren Widerstand beim Wasserlassen." In Placebo-Studien sei eine Verbesserung der Symptome bei 80 Prozent der Teilnehmenden durch Alpha-Blocker nachgewiesen worden. Alpha-Blocker zeigen durch die hervorgerufene Entspannung in den entscheidenden Muskelbereichen eine schnelle Wirkung und können über einen langen Zeitraum hinweg die Beschwerden lindern.
Bei wem diese Maßnahmen nicht ausreichen - weil die Symptome bereits zu stark sind oder immer weiter voranschreiten - sollte über operative Möglichkeiten nachdenken.
Tillmann Loch empfiehlt Betroffenen außerdem, sich regelmäßig mit dem IPSS-Fragebogen auseinanderzusetzen. Er wurde ursprünglich von der American Urological Association erstellt und umfasst acht Fragen zum Wasserlassen. So kann jeder selbst die Entwicklung der Erkrankung beobachten und beim Arztbesuch klarere Aussagen treffen. Der Fragebogen gibt die Möglichkeit, die Symptome nach Häufigkeit oder Stärke individuell zu beurteilen. Er ersetzt keinen Arztbesuch, um die Diagnose zu stellen, kann aber behilflich sein, Veränderungen zu beobachten.

Ursachen nicht geklärt

Die Ursachen für eine Vergrößerung der Prostata sind nicht geklärt: "Bei dem einen wächst die Prostata, bei dem anderen nicht. Eine Ursache kann eine genetische Prädisposition sein", sagt Loch. Wer durch die Vergrößerung Probleme hat, kann diese zunächst mit pflanzlichen Mitteln - sogenannten Phytopharmaka - behandeln. Empfohlen werden dafür häufig kürbisbasierte Mittel oder Präparate aus der Brennnesselwurzel, Roggenpollen und der Sägepalmenfrucht. "Bisher gibt es für die Wirkung dieser Mittel aber keinen medizinischen Nachweis", sagt Loch. Aber bei einigen Menschen würden sie trotzdem gute Ergebnisse erzielen.

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