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Leukämie : Berat will leben – sogar Kerner hilft

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Ein krebskrankes Kind auf Sylt hofft auf Rettung: Engagierte Insulaner haben eine Kampagne für eine Typisierungsaktion gestartet.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 12:23 Uhr

Sylt | Für ihren beinahe zwei Jahre alten Sohn Berat kann Familie Caliskan nur hoffen. Hoffen, dass sich doch noch ein Mensch findet, der dem kleinen gebürtigen Sylter Knochenmark spenden kann. Berat hat eine schwere Form der Leukämie, ohne Knochenmarkspende kann er nicht überleben. Unter dem Motto „Berat will leben!“ plant eine Gruppe Sylter, unter anderem Berats Ärztin in der Sylt Klinik, eine Typisierungsaktion am Sonntag, 16. Juni.

„Es war ein Schock, als wir in diesem Frühjahr die Diagnose bekamen“, sagt Vater Erkan Caliskan, „auch wenn wir diesen Schock schon kennen.“ Denn Berats Schwester Meryem (8) erkrankte vor zwei Jahren an Krebs, ein Lymphom wurde damals erfolgreich behandelt. Kurz danach wurde Berat geboren. Schon als Baby wurde klar, dass er unter einer ausgeprägten Form der Erbkrankheit Neurofibromatose leidet. Deshalb ist Berat, der unter anderem sein Laufrad, seine großen Schwestern Meryem und Damla (11) und das iPhone seines Vaters liebt, in seiner Entwicklung anderen Kindern seines Alters hinterher, deshalb „musste sich die Familie fast seit seiner Geburt um ihn Sorgen machen“, sagt Kathrin Klint, Kinderärztin in einer Sylter Klinik für krebskranke Kinder.

Hilfsbereite Insulaner


Auf Facebook organisieren Insulaner schon jetzt Hilfe für die Familie, dafür ist die Familie unendlich dankbar: „Es ist überwältigend, wie hilfsbereit die Sylter sind – ich bin so froh, dass wir hier leben“, sagt Erkan Caliskan sichtlich gerührt. Er ist 1991 aus der Nähe von Ankara nach Sylt gezogen und betreibt eine Reinigung in Westerland. Unterstützung bekommen die Caliskans auch von einem Mann, den sie vor allem aus dem Fernsehen (und vom Sehen aus der Sansibar) kennen: Fernsehmoderator Johannes B. Kerner ist der Schirmherr der Aktion „Berat will leben!“. Kerner, der ein Haus auf Sylt besitzt, wurde von Freunden von der Insel auf Berats Schicksal aufmerksam gemacht: „Angesichts dieser Geschichte kann man einfach nicht nicht helfen“, findet der 49-jährige Familienvater. Er betont, „wie wahnsinnig einfach“ so eine Typisierung ist – den Freiwilligen muss lediglich ein wenig Blut abgenommen werden. Die aus dem Blut ausgewerteten Daten landen dann in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.

Kinderärztin Klint und ihre Mitstreiter hoffen, dass am 16. Juni möglichst viele typisieren lassen, auch Menschen vom Festland, die diesen vielleicht lebensrettenden Pieks in einen Sylt-Auflug einbauen. Wer nicht auf die Insel kommen kann, kann finanziell helfen: Da die Analyse des Blutes sehr aufwendig ist, kostet die Aktion pro Person 50 Euro. Auch hier werden noch großzügige Spender gesucht – die FC Bayern Hilfe, ein Hilfsfonds des Fußballvereins, geht mit gutem Beispiel voran und unterstützt „Berat will leben“ mit 10000 Euro. Egal ob mit einer Spende oder mit einer Registrierung als Knochenmarkspender - Familie Caliskan kann jede Hilfe gebrauchen.

Typsierungsaktion am Sonntag, 16. Juni, von 10 bis 16 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe , Bastianstr. 22a in Westerland. DKMS Konto, Berliner Bank, Knr. 151231804, BLZ 10070848.
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