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Kinderkrankheiten : Bei Fieber hilft der Körper sich selbst

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Vor Fieber sollte man keine Angst haben. Es hilft dem kranken Kind beim Gesundwerden. Statt Medikamente zu verabreichen, sollten Wadenwickel angewendet werden.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2012 | 03:49 Uhr

Mit steigendem Fieber, wächst bei vielen Eltern die Sorge - und sie greifen schnell zu fiebersenkenden Mitteln. Das ist nicht immer ratsam. "Fieber signalisiert zwar, dass das Kind krank ist, jedoch handelt es sich dabei gleichzeitig um eine gesunde Selbstheilungsreaktion des Körpers", erklärt Dr. Helmut Outzen, Kinderfacharzt aus Flensburg.
Wird ein Kind von einer Virusinfektion befallen, stimuliert der Körper mit Hilfe des Fiebers die Immunabwehr. Bei erhöhter Körpertemperatur sind Stoffwechsel, Atmung und Puls beschleunigt. Dadurch werden auch wichtige Vorgänge in Gang gesetzt, die den Erreger zügiger bekämpfen. Fieber ist also Symptom einer Krankheit, trägt jedoch ebenfalls zur Heilung bei.
Aus diesem Grund rät Outzen dazu, das Fieber nicht sofort zu senken - solange das Kind ausreichend trinkt und lebhaft ist. So wird dem Körper die Möglichkeit gegeben, sich selbst zu heilen. Das ist wichtig, denn dadurch erweitert unser Organismus sein immunologisches Gedächtnis und ist im Falle einer erneuten Infektion besser gewappnet.

Angst vor dem "Fieberkrampf"

"Krampfanfälle sind eher auf die Infektion als auf die Höhe des Fiebers zurückzuführen, weshalb man seit einigen Jahren auch nur noch von Infektkrämpfen spricht", sagt der Kinderfacharzt. Das kindliche Gehirn sei in einigen Fällen noch nicht reif genug und reagiere deshalb mit einem Krampfanfall auf einen Infekt. Bei zirka fünf Prozent der Normalbevölkerung kommen solche Krampfanfälle vor. "Die Neigung zu Infektkrämpfen ist allerdings vererbbar und im Falle eines Krampfes, sollte definitiv ein Arzt aufgesucht werden", empfiehlt der Mediziner.
Es gibt jedoch auch Situationen in denen es ratsam ist, das Fieber zu senken: Leidet das Kind sehr unter der Hitze und kommt nicht zur Ruhe, können Eltern versuchen, das Fieber mit fiebersenkenden Mitteln wie Zäpfchen oder Schmerzmitteln (zum Beispiel Ibuprofen Paracetamol) zu lindern, denn Schlaf ist wichtig für ein krankes Kind. Auch bei Temperaturen ab 40 Grad kann eine Senkung hilfreich sein. Bei Kindern sollte jedoch - wenn möglich und nicht zuletzt wegen der Nebenwirkungen - auf die Verabreichung von Medikamenten verzichtet werden. Wadenwickel können eine effiziente Alternative darstellen.
Steigt das Fieber jedoch immer weiter oder steigt es schnell und zwar von "0 auf 100" so kann dies ein Indikator für eine schwere Infektion darstellen. In diesem Falle sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Was ist Fieber?

Definitionsgemäß gilt eine Körpertemperatur über 38,5 Grad, im Po gemessen, als Fieber.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Kritisches Fieber über 41 Grad muss beobachtet werden. Genauso sollten Kinder, die länger als drei Tage Fieber haben und Kinder, die bei Infektionen krampfen, vom Arzt untersucht werden.

Kann das Kind verglühen?

Nein. Kein Kind stirbt an Fieber. Die Frage ist, durch welche Ursache das Fieber ausgelöst wurde. Solange das Kind trinkt und einigermaßen fit ist, besteht meist kein Grund zur Sorge.

Wie kleide ich mein Kind bei Fieber?

Wenn das Fieber kommt friert der Mensch. Das Kind sollte also warm aber nicht zu warm eingepackt werden. Ein vernünftiger Schlafanzug reicht aus. Geht das Fieber wieder, fängt der Körper an zu schwitzen. Hier ist leichte Baumwollkleidung, die nach Durchschwitzen gewechselt wird zu empfehlen.

Was ist noch zu beachten?

Das Kind sollte immer genügend Trinken und der Raum weder zu heiß noch zu kalt (zirka 18 bis 20 Grad) und gut belüftet sein.

Wie funktionieren Wadenwickel?

Wadenwickel sind handwarme (zirka 35 bis 37 Grad) Tücher, die um die Beine oder Brust gewickelt werden. Da ihre Temperatur leicht unter der des Fiebernden liegt, gibt der Körper einen Teil der Wärme an sie ab, die Körpertemperatur sinkt. Um dies Herbeizuführen müssen die Wickel allerdings oft gewechselt werden, da sie sonst einen Gegeneffekt herbeiführen können. Mithilfe von Wadenwickeln kann oft auf Medikamente und deren Nebenwirkungen verzichtet werden.

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